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Die Europawahl hat schonungslos gezeigt, dass Europa in eine Zeit des grundlegenden Wandels eintritt. In drei großen europäischen Länder sind die verteufelten „Rechtspopulisten“ als Sieger aus der Wahl hervorgegangen. Überflüssig zu erwähnen, dass die Ansichten dieser „Rechtspopulisten“ noch vor zwanzig Jahren ein ganz normales politisches Programm gewesen wären. Nur der Zeitgeist hat sich immer mehr nach links bewegt. Heute wären gestandene Sozialdemokraten, wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt schon im rechten Flügel der AfD zu verorten.

Es hat diverse Gründe, warum sich überall Widerstand gegen die globalistische Agenda der EU regt. Besonders Frankreich leidet sehr stark unter den Auswirkungen dieses politischen Grundkonzeptes. Lange konnten die Marionetten, die die mächtigen Globalisten im Hintergrund als Politiker installiert haben, über die wahren Pläne hinwegtäuschen. Nur da, wo diese Pläne am meisten Schaden anrichten, sind ihre Auswirkungen nicht mehr zu übersehen und die Menschen richten ihren Blick zwangsläufig auf die Ursachen.

Die Keimzelle der Gilets Jaunes, der Gelbwesten, liegt dort in Frankreich, wo die Deindustrialisierung eine besonders deutliche Brandschneise in die Wirtschaft der Grande Nation geschlagen hat. Die blühenden Industrien der 1970er-Jahre, die den Franzosen beneidenswerte Sozialleistungen und krisensichere Arbeitsplätze beschert hatte, sind abgewandert. Die Globalisierung ist – allen schönen Formulierungen zum Trotze – eben nicht menschenfreundlich, sondern richtet sich da ein, wo die menschliche Arbeitskraft am billigsten ist und den Konzernen den größtmöglichen Gewinn beschert bei möglichst Null Sozialleistungen. Eine einfache Rechnung, die die linksgrünen Open-Borders-Träumer bis heute nicht verstanden haben. Die Globalisierung mit ihrer „Diversity“-Romantisierung als Verbrämung knallharter Gewinninteressen möchte schlicht und ergreifend auch noch die Kosten sparen, mit ihren Produktionsstätten umzuziehen – und daher müssen eben die billigen Arbeitskräfte zu ihren Produktionsstätten kommen. So einfach ist das.

Und Frankreich mit seinen hohen Sozialleistungen und quasi unkündbaren Arbeitsverhältnissen war logischerweise eines der ersten Opfer der Globalisierung. Die Sozialpläne für die immer größere Bevölkerungsschicht der Arbeitslosen wurden zur kostspieligen, stetig anwachsenden Dauereinrichtung. Das Geld fehlte immer drängender an allen Ecken, die Infrastrukturen wurden marode und zerbrachen, wie ein morscher, osteoporotischer Knochen. Der öffentliche Nahverkehr, das Gesundheitssystem, das Bildungssystem, Poststellen, Polizei, Einsatzkräfte und öffentliche Einrichtungen aller Art dünnten immer mehr aus. Auf dem Land wurde es immer schwieriger zu leben.

Damit verfallen auch die privaten Strukturen. Kleine Einzelhandelsgeschäfte müssen aufgeben, wenn die Kundschaft finanziell zu klamm wird und ihre Außenstände nicht mehr bezahlen können. Häuser vergammeln langsam vor sich hin, weil nur notdürftig geflickt wird. Einstmals prachtvolle und elegante Anwesen verfallen, weil das Geld zur Instandhaltung nicht mehr da ist. Manchmal kauft eine Hotelkette so etwas auf, renoviert es und gibt es dann doch wieder auf, weil den Franzosen das Geld fehlt, dort als Gäste einzukehren. Frankreich verlottert und gleichzeitig sehen die verarmenden Franzosen wütend zu, wie der Staat die Zuwanderer päppelt.

Das Fass zum Überlaufen brachte im Herbst 2018 die zusätzliche Steuer auf Benzin und Diesel, die ausgerechnet der neue Präsident Emanuel Macron den Gebeutelten auferlegte. Er, der im letzten Moment als Hoffnungsträger mit seiner Nicht-Partei-Bewegung „La République an Marche“ auftauchte und versprach, dass alles besser würde, quetscht ihnen auch noch die letzten Cents aus den Rippen und nimmt ihnen die letzten Möglichkeiten, irgendwie doch noch zu überleben. Denn angesichts der erodierten Infrastrukturen ist das Auto noch die einzige Möglichkeit, irgendwie zum Arbeitsplatz, zum Arzt, zur Schule, zum Einkaufen zu kommen. Das Fass der Duldsamkeit der traditionell wenig duldsamen Franzosen lief über. Zuerst zog man sich die gelben Warnwesten nur an, um bei den Protestmärschen und den Straßenblockaden an den Kreisverkehren gesehen zu werden und sicherer zu sein. Und irgendwie repräsentierte die gelbe Warnweste auch den „Malocher“ und jemanden, der in einer schwierigen Ausnahmesituation auf sich aufmerksam machen will.

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Doch das politische Establishment reagierte so, wie es schon immer reagiert: Man hielt nicht inne im Regierungspalast und versuchte zu verstehen, was da passiert und warum. Das tun die Herrschenden nie, scheint es. Das politisch-mediale Establishment, die Zirkel der Macht, taten das, was sie schon immer in der Geschichte der Menschheit gemacht haben: Man beschimpfte das revoltierende Pack und verachtet demonstrativ den „Pöbel“: Versager und Ungebildete, die irgendwie die neue Zeit nicht verstanden haben. Strandgut an den Ufern des Fortschritts, nutzloses Prekariat.

Nun, die Geschichte lehrt den Menschen, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Da bekommen die französischen Schüler im Geschichtsunterricht mit pathetischen Worten die französische Revolution nahegebracht, aber sobald sich eine ähnlich gelagerte Situation wieder vor aller Augen entwickelt, begreifen die Politschranzen samt Präsident Macron wieder einmal nichts.

Präsident Macron reagierte genauso, wie das „Ancien Régime“ damals, vor der französischen Revolution: Zuerst Ignorieren und Schweigen, dann Unbelehrbarkeit. Nein, die Steuern würden keinesfalls zurückgenommen. Dann folgten Einschüchterung und eskalierende Proteste… und dann wurden die Steuerpläne wieder einkassiert. Die Gewalt der Proteste steigerte sich in dem Maße, wie die Unfähigkeit der Regierung, mit dem Problem zurande zu kommen deutlich wurde. Die Gelbwesten konnten dem zukünftigen Ancien Régime beträchtliche Zugeständnisse abtrotzen.

Die Massen aus dem vernachlässigten, ländlichen Frankreich begannen nun, in die Städte, namentlich Paris, vorzudringen. Nun waren es nicht mehr irgendwelche ungebildeten Bauerntrampel, die da irgendwo in der Provinz rumnörgelten und Stress machten. Sie waren überall und dominierten die Sozialen Medien, verabredeten sich von jetzt auf gleich in Massen mitten in den Städten, wo sie alles lahmlegten. Sie verkündeten sogar, dem Elyséepalast einen Besuch abzustatten. Und sie ließen keinen Zweifel daran, dass sie sehr wohl verstanden hatten, was das Grundübel ist: Der Globalismus der Superreichen und der Konzerne. Und sie hatten verstanden, dass für sie eigentlich keine Verwendung mehr in der „Neuen Weltordnung“ vorgesehen ist.

Und, wie immer, greift die Riege der Mächtigen zu Unterdrückung und Gewalt und sieht nicht die Zeichen an der Wand. Mehr und mehr Polizisten werden zusammengezogen, die armen Teufel mit etwas mehr Geld geködert und scharf gemacht. Die Selbstmordrate unter den Polizisten explodiert. Sie sind überfordert, dreschen auf Leute ein, die ihre Verwandten oder Freunde sein könnten. Manche laufen über. Massenhaft werden protestierende Bürger verletzt. Viele verlieren ein Auge. Es gibt bereits einige Tote. Die Proteste weiten sich aus. Gelbwesten erscheinen in Belgien und Deutschland. Sie protestieren gegen die Politik der EU, die ja in der Tat dieselben Ziele verfolgt, wie der ehemalige Rothschild-Banker Macron: Globalisierung, Auflösung der Nationen, Abschaffung der Völker und Ethnien, ungebremste Einwanderung, Heere von unterbezahlten Wanderarbeitern, Abschaffung der Familie, Abschaffung staatlicher Strukturen, um das Primat der Großkonzerne zu errichten und ständig überall Kriege auf niedrigem Level um die Welt am Köcheln zu halten und die Interessen des Großkapitals durchzusetzen. Die EU ist eine der Strukturen, die diese Globalisten nach ihrem Gusto formen wollen, und so verwundern diese Bilder nicht:

Nach einem halben Jahr verlustreicher Proteste auf der Straße sinkt die Zahl der Protestler, denn viele können sich die Fahrtkosten nicht mehr leisten, zu viele sind durch Polizeigewalt verletzt und verstümmelt worden. Doch die Bitterkeit und die Fähigkeiten wachsen und die Gelbwesten fangen an, sich politisch zu organisieren und zielgerichtet zu agieren. Man kann nicht ewig auf der Straße kämpfen. Jetzt handeln sie zielgerichteter.

Der „Spiegel“ versteht offensichtlich gar nichts, wenn er meint, die Straßenproteste seien ein prima Ventil für die aufgestaute Volkswut gewesen. Die habe sich jetzt Luft gemacht, und das sei doch viel besser, als wenn die Franzosen die rechten Populisten wählen würden. Und eigentlich wollten die Gelbwesten doch nur mehr Geld. Dass der Spiegelredakteur nicht begreift, was da geschieht, zeigte sich bei der Europawahl nur 14 Tage später. Hauptsächlich die Gelbwesten wählten die „rechtspopulistische“ Partei Rassemblement National als absoluten Wahlsieger ins Europaparlament.

Das ist aber erst der Anfang. Die Gelbwesten werden Frankreich verändern. Das Establishment ist zwar schwer angeschlagen, stützt sich aber noch auf die Polizeiknüppel. Die Aufständischen skandieren jedoch bereits auf den Straßen: „Révolution!“.

Europa wird sich verändern und die etablierten Machthaber werden sich, so lange es geht, an ihre Pfründe klammern.  Sie wollen, wie immer, die Zeichen nicht erkennen und werden, wie immer, weggefegt werden.

Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.

Und sieh! und sieh! an weißer Wand
Da kam’s hervor wie Menschenhand;

Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.

Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblass.

Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.

Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.

Belsazar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

(Heinrich Heine, Belsazar)


Quelle: Die Unbestechlichen