Fürchten sie Marine Le Pen, weil sie schon längst zur Achse der Patrioten gehört?

Ein Bild aus Moskau, dem man im Nachhinein bei einem Wahlsieg von Marine Le Pen wahrscheinlich prophetischen Charakter zusprechen würde. In Russland ist man offen für solche Dinge. „Sie war dazu bestimmt“, wird man dann erzählen – es fragt sich nur, von wem.

Aktivistin der nationalen Befreiungsbewegung am 23.12.2016 in Moskau mit Putin, Le Pen und Trump – Foto by: id1974 / 123RF Lizenzfreie Bilder

Angeblich hat Le Pen bei ihrem Besuch im Trump-Tower doch nicht mit The Donald gesprochen, alle Seiten haben dementiert, aber heutzutage ist es meistens ratsamer, das Gegenteil von dem zu glauben, was in den Zeitungen steht. Eine so erfahrene Politikerin wie Le Pen macht nichts rein privat an einem so symbolträchtigen Ort und lässt sich dann zufällig dabei ablichten, ohne dass eine Absicht dahinter steckt. Und wenn es nur darum ging, Spekulationen anzuheizen? Das hat die meist gefürchtete Frau Frankreichs nicht nötig und entspricht auch nicht ihrem Niveau. Le Pen ist eine ausgezeichnete Taktikerin mit langem Atem. Dafür wird sie vielleicht bald belohnt.

Der Front National wird nicht nur von bestimmten politischen Kreisen in Israel unterstützt, auch Putin hat mit einem Millionenkredit ausgeholfen, als die Partei in finanziellen Nöten war und französische Banken auf politischen Druck Darlehen verweigerten. Natürlich wird man bei einem Wahlsieg von Le Pen behaupten, Putin habe die Wahlen beeinflusst, womit man in diesem Fall dann nicht mal so Unrecht hätte. Groß gemacht mit ihrer desolaten EU-Politik aber haben die Sozialisten wie auch Frankreichs „Konservative“ den Front National. Man hätte Le Pen früher kaltstellen oder diskret beseitigen müssen, um die sich abzeichnende Wende zu verhindern, denn ohne die charismatische Politikerin wäre die Partei niemals so gefährlich für das alte Establishment geworden. Hat man sich einfach nur verschätzt, wie bei Donald Trump, der plötzlich und unerwartet aus dem „Nichts“ auf der politischen Bühne erschien und jetzt Präsident der USA wird?

Wie sagte der frühere US-Präsident Franklin D. Roosevelt?

In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch so geplant war.

Le Pen hat lange gebraucht, den Front National auf Linie zu bringen und von den antisemitischen Seilschaften ihres Vaters zu reinigen. Bevor sie aktiv in die Politik einstieg arbeitete sie als Anwältin und vertrat Migranten vor Gericht, die von Abschiebung bedroht waren. Auch dabei stand sie in Opposition zu ihrem Vater, der sicher andere Vorstellungen davon hatte, womit seine Tochter ihr Geld verdient. Folgte Le Pen nur, wie viele Kinder aus prominenten Familien, den Fußspuren ihres Vaters auf ganz besonders trotzige Weise oder wurde sie über lange Jahre aufgebaut? In Israel, da kann man ganz sicher sein, hat man die Entwicklung des antisemitischen Front National sehr aufmerksam verfolgt und sich Strategien erdacht, wie man solche Parteien kontrollieren kann. Eine Methode ist Unterwanderung durch Förderung und Zusammenarbeit.

Eine ähnliche Entwicklung konnte man bei der FPÖ beobachten, nachdem Jörg Haider die Partei verlassen hatte und später bei einem Autounfall ums Leben kam, von dessen offizieller Version nicht jeder so überzeugt ist. Haider war bestens mit Gaddafi verbunden und hatte viele Kontakte zu wichtigen Leuten in der arabischen Welt. Für Israel sind die Freiheitlichen von heute unter der Führung von H.C. Strache kein so unkalkulierbares Risiko mehr wie damals, man hat sich angenähert, es gab sogar gegenseitige Besuche und Teilnahme von ehemaligen Knesset-Mitgliedern bei Tagungen der FPÖ.

In Deutschland war die NPD nie groß genug, um die Israelis wirklich das Fürchten zu lehren. Sogenannte Rechtsparteien mit mehr oder weniger nationalem Einschlag haben es schwer in den westlichen EU-Ländern, wenn sie sich nicht zu Israel bekennen. Das ist auch dem Europaabgeordneten der NPD, Udo Voigt aufgefallen, der von einer Israel-Connection im EU-Parlament spricht. Einzig die Goldene Morgenröte in Griechenland, die Jobbik Partei in Ungarn und natürlich die NPD seien noch „originale nationale Parteien“, sagte Voigt bei einer Veranstaltung der NPD-Niedersachsen.

In Israel setzt man nicht nur auf Le Pen, sondern erst recht nach Obamas Verweigerung die UN-Resolution gegen Israels Siedlungsbau zu verhindern, auf Donald Trump und ebenso auf seinen Schwiegersohn. Das umstrittene Nachrichtenportal Breitbart News, das maßgeblich zu Trumps Wahlerfolg beigetragen hat, eröffnete erst kürzlich eine Filiale in Jerusalem, kein Geringerer als Netanyahu persönlich erschien zur Eröffnung. Der verstorbene Gründer Andrew Breitbart war ein us-amerikanischer Jude, dennoch wirft man dem Portal immer wieder Antisemitismus vor, was zeigt, wie groß auch die Panik bei den Mainstreammedien vor der Ablösung durch alternative Portale ist und welch absurde Blüten die Paranoia hervorbringt.

Donald Trump hat man unterschätzt, obwohl man hätte wissen können, dass er nicht ohne mächtige Verbündete in den Wahlkampf gezogen ist und sich Chancen auf einen Sieg erhoffte. Bei Le Pen sind die Hintergründe seit Langem bekannt. Groß wird das Geschrei sein, wenn sie die Wahl gewinnt. Ein Loblied auf die „Demokratie“ und „westliche Werte“ wird man nur anstimmen, wenn sie verliert. Vielleicht ahnt man nicht nur, sondern weiß es bereits, dass die Chance für das alte Establishment bereits vertan ist – will man es wirklich darauf ankommen oder lieber die Horrorvision aus Michelle Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ Wirklichkeit werden lassen und Frankreich gänzlich den Islamisten ausliefern?

Weltweit stehen sich zwei Lager oder Strömungen gegenüber: Die Achse der Globalisten und die Achse der Patrioten. Die Frontlinien beider Koalitionen verlaufen in den westlichen Ländern noch asymmetrisch, während Putin sein Russland schon länger im Griff und Erdogan auf recht brutale Weise in der Türkei mit dem Ausmisten begonnen hat. Die Entwicklung setzte sich fort im Osten der EU, wie etwa in Tschechien, Kroatien, Ungarn und Polen, nicht ohne neue Krisenherde anzuheizen. Derzeit provoziert die Nato an der Grenze zu Russland auf gefährliche Weise. Trump hat bereits signalisiert, diesen Unsinn zu beenden. Es wird sich zeigen, ob der neue internationale Patriotismus besser in der Lage ist für ein Gleichgewicht zwischen den Mächten zu sorgen, als die von den USA dominierte Kriegstreiberpolitik der letzten Jahrzehnte.

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2 Kommentare

  1. Furcht würde ich es nicht nennen.
    Es ist der blanke Horror für die Politanhängsel, feststellen zu müsssen, dass unzählige gut dotierte, aber leistungslos dekadente Pöstchen bei zunehmenden Erfolgen patriotisch ausgerichteter Parteien einfach weg sein werden. Und das auf Dauer, denn schlechter als das Blockpartienkartell kann man es garnicht machen.
    In Washing Town DC rennen hunderte aus dem Tross der Demokraten kopflos auf der Suche nach Jobs herum, weil sie schlagartig mit Trumps Erfolg auf der Strasse standen. Das Prinzip hire and fire gilt da immer noch.
    Das wird genauso in Brüssel passieren wenn da alles zusammenbricht oder zusammen gebrochen wird. Aus der Traum vom süssen Leben auf Steuerzahlers Tasche

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