Forscher sagen Ende der Zikavirus-Epidemie innerhalb von 3 Jahren voraus

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gilt als Überträger von Zika: Asiatische Tigermücke – Photo by frankieleon

Wissenschaftler vom Imperial College London prognostizieren ein Ende der Zikavirus-Epidemie in Lateinamerika innerhalb von 3 Jahren. In einer Studie, die im Journal Science erschienen ist, begründen die Forscher ihre Vorhersage mit einem mathematischen Modell, das mithilfe aller existierenden Daten die augenblickliche und zukünftige Ausbreitung abbildet.

Forscher vom medizinischen Forschungszentrum am Imperial College London haben für ihre Studie alle existierenden Daten zur Verbreitung des Zikavirus in Lateinamerika zusammengestellt. Die Wissenschaftler nutzten diese Informationen, zusammen mit Daten von ähnlichen Epidemien wie dem Dengue-Fieber, um ein mathematisches Modell zu entwickeln. Mithilfe des Modells haben sie die augenblickliche und zukünftige Verbreitung des Virus abgebildet.

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Hauptautor Professor Neil Ferguson erklärt die Ergebnisse der Studie: „Die Studie nutzt alle vorhandenen Daten, um ein Verständnis zu schaffen, wie sich die Krankheit entwickeln wird: Dies erlaubt uns, die Bedrohung in der unmittelbaren Zukunft einzuschätzen. Unsere Analyse deutet darauf hin, dass die Verbreitung des Zikavirus nicht aufzuhalten ist, sich die Epidemie aber ohnehin innerhalb von 2 bis 3 Jahren erledigt haben wird.“

Die Forscher begründen das voraussichtliche Ende der Epidemie mit dem Phänomen der Herdenimmunität: Eine durch einen Infekt erworbene Immunität gegen einen Krankheitserreger ist in einer Population (der „Herde“) so verbreitet, dass in der Population auch nichtimmune Menschen geschützt sind. Da das Zikavirus einen Menschen nicht zwei Mal infizieren kann, sind mit fortschreitender Verbreitung zu wenige nichtinfizierte Menschen übrig, die das Virus weiter übertragen.

Keine erneute Epidemie des Zikavirus in den kommenden 10 Jahren

Mithilfe des Modells sagen die Wissenschaftler voraus, dass eine vergleichbare Epidemie des Zikavirus mindestens für die kommenden 10 Jahre nicht zu erwarten sei. Professor Neil Ferguson erklärt: „Mithilfe unseres Modells sagen wir voraus, dass eine große Verbreitung für mindestens 10 Jahre nicht wieder beginnen wird – bis es in der Bevölkerung wieder eine neue Generation gibt, die noch nicht mit dem Virus in Berührung gekommen ist. Das ist vergleichbar mit anderen Epidemien, wie dem sehr ähnlichen Chikungunyafieber, bei dem wir explosive Epidemien gesehen haben, denen lange Zeiträume mit nur wenigen neuen Fällen folgten.“

Verbreitung des Virus ist schwer zu kontrollieren

Das Zikavirus wird von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti mosquito) übertragen. Die Forscher warnen allerdings vor Regierungsprogrammen, die auf die Bekämpfung der Mücke abzielen. Die Wissenschaftler vergleichen die Ausbreitung des schwierig zu kontrollierenden Virus mit der Verbreitung des sehr ähnlichen Denguefiebers, das ebenfalls von der Gelbfiebermücke übertragen wird. Die Erfahrung zeige, dass eine Epidemie sehr schwierig einzudämmen sei und Bestrebungen zur Bekämpfung bereits früher verwirklicht werden müssen. Außerdem wird von den Forschern darauf hingewiesen, dass jeder Eingriff in die Verbreitung des Virus die augenblickliche Epidemie sogar verlängern könnte. Dies wird ebenfalls mit dem Phänomen der Herdenimmunität begründet: Wird die Übertragung des Virus verlangsamt, dauert es länger, bis die Bevölkerung die Stufe der Herdenimmunität erreicht. Erst wenn diese Stufe erreicht ist, könne die Übertragung letztendlich gestoppt werden.

Zu wenig über die Verbreitung des Zikavirus bekannt

Laut den Forschern gebe es noch sehr viele offene Fragen zum Zikavirus. Dies erschwere eine Vorhersage über die genaue Verbreitung erheblich. Es sei nicht eindeutig, warum sich das Zikavirus so schnell in Lateinamerika verbreitet hat. Ein wichtiger Faktor könnten die klimatischen Bedingungen gewesen sein, da der Ausbruch der Epidemie zum selben Zeitpunkt wie der El Niño stattfand. Im Augenblick gebe es mehr Fragen als Antworten bezüglich des Zikavirus und nur global koordinierte Forschung sei dazu in der Lage, die dringend benötigten Antworten zu finden.

Quelle: Beipress

Alles nur Hysterie schreibt dagegen Redakteurin Christina Hohmann in der “Pharmazeutischen Zeitung”.

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