Mit dem Jahreswechsel wird alles auf einen Schlag teurer - und nicht nur das. Zunächst einmal kommt die Mehrwertsteuer zurück. Und man muss sich nichts vormachen, bei den 19 Prozent wird es nicht bleiben. 2005 war es die SPD, die ihr Wahlversprechen brach und als Juniorpartner der Union der Erhöhung von 16 auf 19 Prozent zustimmte. 1968 lag der Satz übrigens noch bei 10 Prozent.

Es klingt wie die Durchhalteparolen aus den letzen Tagen des SED-Regimes und ist offenbar völlig ernst gemeint. Die Friedrich-Nauman-Stiftung nutzt bezeichnenderweise die Domain "freiheit.org", treffender kann Realsatire nicht sein: 

Die Deutschen sind bereit dafür, mit Mut, Optimismus, Selbstvertrauen und Schaffenskraft die Normalisierung der Lebensverhältnisse nach der Corona-Krise anzugehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage mit 2.035 Befragten, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit vom 21. bis 23.12.2020 durchgeführt hat. Die Deutschen wollen die aktuellen Probleme gelöst sehen und am liebsten wieder wie "vor Corona" leben. Sie sind aber auch bereit für neues Denken und neue Lebensweisen.

"Die Deutschen lassen sich von der Corona-Krise nicht entmutigen. Kollektiver Pessimismus und rechte wie linke Untergangsszenarien fallen hierzulande auf keinen fruchtbaren Boden. Im Gegenteil: Auch in der größten Krise seit Jahrzehnten bewahren die Deutschen ihre Anpackmentalität und ihren Optimismus. Die Politik muss mit umfassenden Modernisierungsprogrammen darauf aufbauen und die Weichen für den ,Restart' stellen. Dann können wir zuversichtlich ins neue Jahr blicken", sagt Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

So sind zwei Drittel der Befragten optimistisch, dass Deutschland die Probleme lösen und positiv aus der Krise herauskommen kann. 56 Prozent sehen sich "gut darauf vorbereitet, dass es ja irgendwann auch mal wieder losgeht". Verunsichert und aus dem Lot geraten zeigt sich dagegen nur ein Viertel der Befragten. Eine knappe Mehrheit (52 Prozent) gab an, sie habe sich aus Rücksicht auf andere Menschen fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 45 Prozent der Menschen nutzen diese Zeit jedoch, um Dinge im eigenen Leben zu überdenken oder zu ordnen. Dass sie durch die Corona-bedingten Einschränkungen an Lebensqualität verloren hätten, geben hingegen nur 38 Prozent an.

Offensichtlich stärkt die Krise die Bereitschaft zu neuem Denken: Insgesamt 62 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Gesellschaft veraltete Denkmuster hinter sich lässt und neue Lebensweisen verfolgt - wenn es die gesundheitliche Lage erlaubt. So legt eine große Mehrheit (71 Prozent) Wert darauf, dass wir unseren Mut und Optimismus nicht verlieren. Die Befragten betonen, man "sehe das Licht am Ende des Tunnels". Der Anteil der Befragten, die große Sorgen vor der Zukunft haben, ist dagegen mit 46 Prozent deutlich geringer. Auch wenn 58 Prozent der Befragten fürchten, dass "die Corona Krise dauerhafte Schäden in der Gesellschaft angerichtet hat", zeigt die Umfrage eine positive Grundstimmung auf: 63 Prozent der Befragten haben genug davon, dass Angst die aktuelle Debatte bestimmt.

Mit dem Wirtschaftssystem zeigen sich die Befragten mehrheitlich zufrieden. 60 Prozent urteilen, dass die Soziale Marktwirtschaft gut funktioniert und den Wohlstand und die soziale Sicherheit schützt. Dass der Staat nach der Krise die vielen Staatsbeteiligungen und Sonderhilfen zurückfahren muss, fordern mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten. Um die drängendsten Probleme zu lösen, sollte die Politik die digitale Infrastruktur verbessern und den Erwerb von Wohneigentum für Normalverdiener ermöglichen. Das fordern jeweils 84 Prozent der Befragten. Höhere Ausgaben für Bildung fordern 83 Prozent. Aber auch Forderungen nach einer weiterhin internationalen Aufstellung der deutschen Wirtschaft (84 Prozent), nach mehr Investitionen in Forschung und Wissenschaft (79 Prozent) und nach einem schnelleren Ausbau von Verkehrswegen (76 Prozent) finden breite Unterstützung.

Florian Homm, Deutschlands bekanntester Ex-Hedgefonds-Manager - einst Dollar-Milliardär klärt auf. Nachdem Florian über mehrere Jahrzehnte den reichsten geholfen hat ihr Geld zu vermehren und tief hinter die Kulissen der Finanzindustrie blicken konnte, ist es nun sein Auftrag dieses Wissen mit der gesamten Bevölkerung zu teilen.

Auszug aus Kapitel 12: Deutschland im Weltkrieg um Wohlstand – Exkurs „Friedrich List und das nationale System der politischen Ökonomie“ Man kann darüber diskutieren, ob Friedrich List der größte Ökonom ist, den Deutschland je hatte. Vieles spricht dafür. Auf jeden Fall war er wohl derjenige, dessen Leben am tragischsten verlief...

[caption id="attachment_509108" align="alignnone" width="1800"] Euro Zeichen FFM - foto: O24[/caption] Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossene Ausweitung der Notfallmaßnahmen ist ein weiterer Paukenschlag. Infolge des Konjunktureinbruchs im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie erhöhen die europäischen Währungshüter das Volumen ihrer dafür eingesetzten Anleihekäufe von bislang 750 Mrd. Euro auf nunmehr 1,35 Bill. Euro. Damit wurden die Prognosen der Volkswirte nochmals leicht übertroffen; sie hatten im Schnitt mit einer Erhöhung um 500 Mrd. Euro gerechnet. Wie die EZB am Donnerstag weiter mitteilte, soll das bislang bis Jahresende terminierte sogenannte Pandemic Emergency Purchase Programme - kurz PEPP - bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert werden. Den Leitzins ließen die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde erstmal unverändert bei null Prozent, den Einlagensatz hielt die EZB auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5%. Die PEPP-Geldflut steigt also weiter an und wird die Märkte von nun an wenigstens ein gutes Jahr beeinflussen. Es stellen sich zwei Fragen in diesem Zusammenhang. Erstens: Reicht die Ausweitung? Das lässt sich verständlicherweise nicht abschließend beantworten. Wenn es zu einer schnellen Erholung der globalen konjunkturellen Aktivitäten kommt, können Marktteilnehmer in dieser Hinsicht womöglich optimistisch sein. Dann müsste die Konjunktur aber einen V- oder U-förmigen Verlauf nehmen, sich also relativ zügig aus dem Tal der Tränen herausbewegen. Dann muss die EZB wahrscheinlich nicht noch mal nachlegen. Aber: Die grobe Tragweite der Covid-19-Pandemie in Sachen Konjunkturbeeinträchtigung wird sich erst mit den Zahlenwerken zum zweiten Quartal, also ab Juli andeuten. Wie stark ist die Wirtschaft dann eingebrochen, wie heftig ist die Arbeitslosigkeit in die Höhe geschnellt, wie viele Insolvenzen liegen vor, wie ist es um die Ertrags- und Liquiditätslage der Firmen bestellt, welchen Ausblick geben sie ab? Die Antworten auf diese Fragen müssen erst einmal abgewartet werden, erst dann lässt sich einigermaßen belastbar abschätzen, wo die Konjunkturreise hingeht. Und wenn eine zweite Covid-19-Infektionswelle kommt und ein zweiter Lockdown eintritt? Man will gar nicht daran denken. Aber wie weit müssen dann die Notfallmaßnahmen der EZB und die Konjunkturstimulierungsprogramme der Regierungen ausgeweitet werden? Und vor allem: Kann das noch überzeugend vorgenommen werden? Man kann nur hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt. Die zweite Frage, die sich nun stellt, ist: Welche Marktreaktionen sind in den nächsten Wochen wohl zu erwarten, wenn die Flutung der Märkte mit EZB-Geld weitergeht? Viele Investoren werden nach der TINA-Devise handeln: There Is No Alternative. Und dann werden sie Aktien kaufen. Denn die Liquiditätsschwemme der Zentralbanken rund um den Globus während der vergangenen Krisenjahre - und das sind so einige - hat diese Entwicklung ja schon gezeigt. Die Aktienmärkte erlebten eine beeindruckende Hausse. Und auch jetzt hat so mancher Aktienindex seine Verlustserie, die er im Zuge der Covid-19-bedingten Turbulenzen an den Finanzmärkten hingelegt hatte, schon wieder ausgebügelt. Auch an den Anleihemärkten wird die EZB-Geldflutung weiter tiefe Spuren hinterlassen. Die Renditen der Staatsanleihen in der Eurozone, insbesondere in der Eurozonenperipherie, allen voran in Italien, werden weiter zurückgehen - dies ist eine logische Folge der Käufe und natürlich die klare Absicht der EZB. Der Anlagedruck wird auch im Fixed-Income-Bereich weiter anschwellen. Bonds werden gekauft und an die EZB durchgereicht. Und damit darf man sich auch darauf einstellen, dass Rekordorderbücher bei Anleiheemissionen auftreten werden. Erst in der gerade abgelaufenen Woche war wieder einer dieser Meilensteine aufgestellt worden. Italien generierte für eine einzige Anleihe ein Nachfragevolumen von 107 Mrd. Euro. Man darf gespannt sein, wann Ordervolumina von 150 Mrd. Euro oder gar mehr als 200 Mrd. Euro berichtet werden. Mal ehrlich: Wer hätte sich so etwas vor ein oder zwei Jahren ausgemalt? Und wie geht der Markt dann damit um, wenn Anleiheemissionen mal nur fünf- oder sechsfach überzeichnet sind? Ist der Deal dann bereits ein Flop? Eines ist vollkommen sicher: Die Flutung der Märkte wird Anleiheemittenten aus allen Lagern eine solide bis kräftige und mancherorts sogar überbordende Nachfrage bescheren. Renditen werden sinken, Spreads werden sich einengen. Und das wird sehr deutlich sein. Nur besonders beruhigend oder sonderlich gesund wirkt diese Entwicklung nicht gerade. (Börsen-Zeitung, 06.06.2020)
[caption id="attachment_712645" align="alignnone" width="1200"] Foto: O24[/caption] Erst brachen die Kurse von Deutschlands Prestigefluggesellschaft ein, jetzt fliegt die Lufthansa auch noch aus dem DAX. Wie viele der 138000 Angestellten fliegen ganz woanders hin, nämlich raus? Der Konzern darf es sich dank staatlicher Rettungspakete wenigstens noch in der Mittelklasse der Börsenunternehmen (M-DAX) gemütlich machen, ohne Personalabbau wird auch dieser Platz nicht lange zu halten sein. Den Neu-Arbeitslosen helfen da auch nicht die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer und erst recht nicht die Einmalprämie von 300 Euro pro Kind. Die Automobilkonzerne werden bald folgen und mit ihnen der Rest der Unternehmen, die noch irgendetwas produzieren, was früher einmal mit "deutscher Wertarbeit" assoziiert werden konnte.
Jetzt ist es offiziell: Wir befinden uns in der größten Krise seit der großen Depression! Alle volkswirtschaftlichen Eckdaten - und das global - deuten darauf hin dass der wirtschaftliche Absturz historisch ist. Und vor allem noch lange nicht vorbei ist. Marc Friedrich fasst die aktuelle Lage zusammen und gibt einen Ausblick wohin die Reise geht und beantwortet die Frage ob es eine V-förmige Erholung wird und wir das schlimmste hinter uns haben.