Fall Vanessa: Mutter erhält nach jahrelanger Psychiatrisierung Betreuung zurück

Wir berichteten bereits im August über den haarsträubenden Fall Vanessa B. – bewusst in anonymisierter Form – in unserem Beitrag Körperverletzung durch Fehlbehandlung.

Zu der Zeit liefen schon Ermittlungen und Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen und unsere Partnerplattform Behoerdenstress begann mit der Veröffentlichung der Unterlagen, was die Ämter gar nicht so gerne sehen. Dennoch ließen sich die Fakten der jahrelangen Fehlbehandlung und der damit verbundenen Körperverletzung, belegt durch zahlreiche Gutachten und Stellungnahmen, nicht länger unter den Tisch kehren.

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Die Mutter bedankte sich nach dem Gerichtsbeschluss bei allen Unterstützern für den Riesen Erfolg !

Liebe Unterstützer – ich habe nach der Verhandlung am 15.12.2015 die Betreuung für Vanessa zurück bekommen und Vanessa ist nun nach fast zehn Jahren Versorgung in verchiedenen Gruppen und Institutionen zurück zu Hause (vom 7.2.2006-22.12.2015 ) .

Es ist ersichtlich wohl ihr schönstes Weihnachtsgeschenk und wir danken euch ALLEN für die Unterstützung der Petition .
Wir wünschen euch von Herzen ein Frohes Weihnachtsfest und alles Gute fürs neue Jahr, in der Hoffnung das Erfolg IMMER das Ergebnis von Anstand, Respekt und Liebe ist und bleibt !

W. Berger (via Behoerdenstress)

 

Hier nun der gesamte Fall:Vanessa-Berger-Passbild
UNFASSBAR: Psychiatrie-Horror-Fall Vanessa B.: Werden Vorgeburtliche Nervenschädigung und Hirnwasser (Hirndruck) mit Fixierungen und Zwangsmedikation in der Psychiatrie falsch behandelt bis zum Tod?

Vanessa B., geboren 1988 in Regensburg!

Man hätte es viel früher wissen können, es gab so viele Hinweise: Schon die Schwangerschaft war pathologisch. Vanessa bewegte sich kaum, lag bis kurz vor der Geburt ausschließlich in Steißlage. Zur Welt kam sie mit einem Sichelfuß links, einem leichten Schielen des rechten Auges, einem Hohlkreuz und einem hohen Gaumen, sie war außergewöhnlich blass.

In den ersten Lebensmonaten schlief sie fast ununterbrochen, sie war ein schlaffes, ruhiges Kind, das sogar zur Nahrungsaufnahme geweckt werden musste. Etwa mit dem vierten Lebensmonat, mit der zunehmenden Ausreifung der Sinnesorgane, schlug die Bewegungsarmut um ins Gegenteil, Vanessa war nur noch in Bewegung, oft schrie sie anhaltend und schrill. Der Sichelfuß wurde unter einer Maskennarkose eingegipst, Vanessa bekam Atemnot und Schluckbeschwerden.

Auf die Umstellung auf feste Nahrung reagierte sie allergisch mit Hauterkrankungen, die mit Cortison behandelt wurden.

Um Schlaf zu finden oder Ruhe, pochte Vanessa wimmernd mit der Stirn aufs Kopfkissen. “Wie schaffen sie das”, fragten die Erzieherinnen die Mutter nach dem ersten Tag im Kindergarten, bleiben konnte sie dort nicht. Die Stunden, in denen Vanessa sich normal bewegen konnte, waren die Ausnahme.

Vanessa wurde im Regensburger Kinderzentrum vorgestellt. Bei dem vierjährigen Mädchen wurde ein Entwicklungsrückstand von etwa zwei Jahren diagnostiziert, ein EEG wurde gemacht, das wegen ihrer Unruhe eine regelmäßige altersgemäße Grundaktivität nicht erkennen ließ.

Das war im Jahr 1992. Im Jahr 2013 erfuhr die Mutter, dass ein Sichelfuß, ein hoher Gaumen und allergische Reaktionen wichtige Hinweise sind auf eine vorgeburtliche Schädigung des zentralen Nervensystems, als Ursache der Bewegungsunruhe.

Bei Vanessa wurde nicht danach gesucht, ihr wurde Ergotherapie verordnet. Durch den Bericht einer Ergotherapeutin bekommt man eine Vorstellung von Vanessas Schwierigkeiten: Vanessa ist ein sehr aktives Kind, sie befindet sich fast ausschließlich in Bewegung.

Oft ist in ihren Tätigkeiten auf den ersten Blick kein Ziel zu erkennen. Bei näherer Betrachtung ergeben sich jedoch Hintergründe für ihre Handlungsweise. … Es ist teilweise damit zu rechnen, dass Vanessa blitzschnell auf Leute zugeht und ihnen an Ketten, Brillen oder Ohrringen zieht oder sie anfasst, … wenn Vanessa an einem Menschen etwas Besonderes oder zum Körper nicht Zugehöriges feststellt. Vanessa spricht in Zwei- bis Dreiwortsätzen.

Ihre Sprache klingt monoton, ohne Betonung und undeutlich. Sie spricht sehr schnell. Durch ihre Körpersprache lassen sich Bedürfnisse und Absichten besser erkennen. Der gebrauchte Wortschatz 2 entspricht nicht ihrem Alter, das Wortverständnis hingegen ist gut. … Schutzreaktionen, wie Abstützen oder Festhalten sind nicht ausreichend entwickelt. Desweiteren wurden von mir Gleichgewichtsunsicherheiten festgestellt, …

Um Vanessa zu konzentrieren, benötigt sie ausreichend körperliche Reize. Ansonsten ist sie nicht in der Lage sich zu beruhigen und bei einer Aufgabe zu bleiben. … Ihre Hände durften anfangs nicht berührt werden. … Vanessa hat eine starke Bindung zur Mutter, kann sich aber lösen. Ihre eigenen Vorstellungen versucht Vanessa mit viel Einfallsreichtum durchzusetzen und ist dabei sehr hartnäckig. … Probleme versucht sie in gelegentlichen Rollenspielen zu verarbeiten. Wegen ihrer Bewegungsunruhe konnten Zahnbehandlungen nur unter Narkose durchgeführt werden. Die Bewegungsimpulse konnte Vanessa nicht steuern.

Plötzlich sprang sie auf, hüpfte, drehte sich im Kreis, rannte, wobei sie schrie oder wimmerte. Von der Anschnallpflicht im Auto wurde sie befreit. Schwimmen oder Radfahren, erlernte sie in Windeseile, auch Zeichnen konnte sie sehr gut. Im Jahr 1995 ergab ein Hörtest eine extreme Lärmempfindlichkeit, bei einem Sehtest wurde eine erhöhte Lichtempfindlichkeit festgestellt und eine Narbe auf dem rechten Auge. Die Schule besuchte Vanessa nur stundenweise.

Zunächst wurde ihr eine Einzelfallhilfe finanziert. Sie lernte Schreiben, Lesen und Rechnen bis 100. Zur Frage der weiteren schulischen Förderung wurde sie im Jahr 1998 im sozialpädiatrischen Zentrum des Klinikums Ludwigsburg vorgestellt. Dort wurde eine genetisch bedingte Neigung zu allergischen Reaktionen festgestellt, es fielen eine doppelte Lidfalte und ein großer Kopfumfang auf. Das Klinikum diagnostizierte ein Autismus-Syndrom und empfahl dringend eine kinderpsychologische oder kinderpsychiatrische Behandlung. Ab 1998 wurde Vanessa wegen Fragen der Schulpflicht ambulant in der Kinderund Jugendpsychiatrie des Bezirksklinikums Regensburg vorgestellt.

Die ersten Psychopharmaka erhielt sie im Alter von zehn Jahren. Schon auf geringste Dosen reagierte Vanessa paradox, zwickte sich in Arme und Beine, biss sich auf die Mundwinkel, bekam Angstattacken, bildete Zwangssymptome aus, lehnte zum Beispiel ungerade Zahlen ab, sodass sie auch Mahlzeiten nur noch zu ungeraden Uhrzeiten annahm, sie vernachlässigte ihre rechte Körperhälfte, hörte Stimmen. Verschiedene Substanzen wurden ausprobiert. Nachdem es zu einer Schwellung des Bauches und zu Atemaussetzern gekommen war, wurde nur noch eine Bedarfsmedikation verordnet. Im Jahr 2001 wurde sie vom weiteren Schulbesuch befreit und von einer Hauslehrerin unterrichtet. Vanessa wurde 16 Jahre alt, bis die tatsächliche Ursache für ihre Störungen 3 und Beeinträchtigungen gefunden wurde.

Im Jahr 2004 wurde ambulant eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels durchgeführt, mit dem Ergebnis einer Hirnreifungsstörung (Migrationsstörung). Im Scheitellappen und im Hinterhauptlappen sind die Gehirnwindungen reduziert (Gyrierungsstörung) und die mit Hirnwasser gefüllten Hohlräume im Großhirn sind vergrößert (Ventrikulomegalie), besonders auf der linken Seite. – Endlich, sollte man meinen, endlich kann die extreme Bewegungsunruhe, unter der Vanessa so sehr leidet, behandelt werden. Doch es kommt anders, eine diagnostische Abklärung der Hirnfehlbildung erfolgt nicht.

Im Jahr 2006, kurz vor Vanessas Volljährigkeit wird der Mutter das Sorgerecht entzogen. Vanessa wird in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Bezirksklinikums Regensburg zwangseingewiesen, sie wird fixiert und zwangsmedikamentiert. Es wird ein Fremdbetreuer bestellt, sie wird in einem Wohnheim für behinderte Menschen in Straubing untergebracht. Sie wird mit verschiedenen neuroleptischen, antidepressiven, antiepileptischen Medikamenten hochdosiert und in Mehrfachkombination behandelt, es werden Medikamente gegen die Nebenwirkungen gegeben, die Dreimonatsspritze wird verabreicht, Grippeimpfungen werden durchgeführt. Monatelang hat die Mutter Hausverbot in der Einrichtung, jahrelang darf Vanessa an den Wochenenden nicht zu ihr nach Hause. Immer wieder kommt es vom Heim aus zu Einweisungen in die Psychiatrie Mainkofen.

Inzwischen pocht Vanessa nicht mehr mit der Stirn aufs Kopfkissen oder ihren Unterarm, sie schlägt den Kopf gegen Wände, Waschbecken, Fenster und Türen, ein tennisballgroßes gewebiges Hämatom hat sich gebildet. Seit Sommer 2015 muss sie einen Helm tragen. Sie schläft nicht mehr im Bett sondern legt sich auf den Boden unter das Bett. Sie zwickt sich nicht mehr in die Arme oder Beine, sie kratzt und verletzt sich.

Auf die Bewegungsunruhe und das Wimmern, was nicht nur für Vanessa, sondern auch für ihr Umfeld belastend ist, haben die verabreichten Medikamente keinen Einfluss. Auf Station wird sie stunden-, tage- und nächtelang im sogenannten Time-Out-Raum weggesperrt, in der Förderstätte schließt man sie in einen Nebenraum. Durch die Psychopharmaka sind Folgeerkrankungen aufgetreten. Vanessa hat extrem zugenommen (Adipositas), sie hat eine Schilddrüsenerkrankung (Hypothyreose) entwickelt, eine Herzerkrankung (Sinustachykardie), eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse (erhöhter Prolaktinspiegel), sie leidet unter Schwindelattacken, hat extreme Atemnot, ihre Sehstärke nimmt rapide ab. Wenn man Vanessa fragt, wie es ihr geht, antwortet sie: “Zusammenbrechen.” – Warum wurde der Mutter das Sorgerecht entzogen? Wie konnte eine solche Entwicklung eintreten? 4 Die Magnetresonanztomographie des Schädels im Jahr 2004 ist nicht von einem Arzt veranlasst worden.

Die Mutter musste einen Arzt um die Überweisung hierfür bitten. Auch der Hörtest und der Sehtest im Jahr 1995 wurden nicht auf Veranlassung eines Arztes, sondern auf Initiative der Mutter durchgeführt. Im Jahr 2004 stellte die Mutter Vanessa mit den MRT-Bildern im Universitätsklinikum Dresden vor, wo die Familie von 2004 bis 2006 lebte. Die Radiologin der Klinik war im Urlaub, die Mutter ließ die Bilder dort. Zugestellt wurde ihr ein ärztlicher Befundbericht, in dem es hieß:

Nach Rücksprache mit Frau Oberärztin H., Abteilung für Kinderradiologie, ergeben die mitgerachten MRT-Bilder keinen Anhalt für eine Migrationsstörung. Eine Kontrolle des MRT in Narkose erscheint derzeit nicht notwendig. Notwendig seien hingegen eine Punktion des Rückenmarks (Lumbalpunktion) zur Abklärung einer entzündlichen Gehirnerkrankung und eine stationäre Aufnahme mit einem jugendpsychiatrischen Konsil, es müsse eine angstlösende oder sedierende Medikation erfolgen. Die Ergebnisse des Hör- und Sehtests blieben unerwähnt, es wurde ein Rezept für einen Leichtlaufrollstuhl ausgestellt, den Vanessa bis heute nicht braucht. Diagnostiziert wurde eine geistige Behinderung mit fortschreitendem Verlauf und der Verdacht auf ein Autismus-Syndrom. Die Mutter bat den medizinischen Vorstand des Universitätsklinikums um eine Überprüfung dieses Berichts. Hirnfehlbildungen können genetisch verursacht sein und sie können epileptische Anfälle auslösen.

Da auch der Cousin von Vanessa an einer genetische bedingten Muskelerkrankung litt, stellte die Mutter Vanessa einer Fachärztin für Humangenetik vor. Teile des Untersuchungsmaterials wurden von dort in das Zentrum für Humangenetik nach Regensburg geschickt. Zusätzlich schickte die Mutter die ärztlichen Befunde und ein Video von Vanessa, in dem die Bewegungsunruhe deutlich wurde, an die Kinderklinik des Universitätsklinikums Mainz, das daraufhin eine Vorstellung im Epilepsiezentrum Kehl-Kork empfahl. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Humangenetik forderte ein Spezialist für Hirnfehlbildungen am Universitätsklinikum Regensburg die MRT-Bilder von Vanessa an. Das Universitätsklinikum Dresden reagierte erzürnt und sprach schriftlich die dringende Empfehlung zur stationären Aufnahme von Vanessa aus, was die Mutter verweigerte. Das Jugendamt machte immer häufiger Hausbesuche, ein niedergelassener Psychiater besuchte sie, im Raum stand die Frage des Sorgerechtsentzuges wegen fehlender Mitwirkungspflicht zur diagnostischen Abklärung, wie sie das Universitätsklinikum Dresden vorgeschlagen hatte. Der Druck auf Mutter und Tochter war immens. Beide hatten Angst vor dem 5 Verlust des Sorgerechts und vor einer stationären psychiatrischen Unterbringung.

Die Mutter fuhr mit Vanessa nach Regensburg zu einer langjährigen Bekannten, sie suchte Hilfe und Rat vom vorbehandelnden Arzt. Um notwendige Ämtergänge erledigen zu können, gab sie Vanessa in eine Kurzzeitpflege, wo ihr zur Beruhigung ein Neuroleptikum gegeben wurde. In Abwesenheit der Mutter zerschlug Vanessa Teile der Zimmereinrichtung. Nie zuvor hat sie so reagiert. Seit ihrer frühesten Kindheit wurde Vanessa ärztlich betreut. Niemand hat ihr helfen können, oft verschlimmerten die Behandlungen ihren Zustand noch.

Sie war krank und sie war anders. Viel hat sie entbehren müssen, an alltäglichen Dingen hat sie nicht teilhaben können, immer lebte sie in der Angst vor ihrer völligen Ausgrenzung und Fremdestimmung. “Ich bin kein Schrottkind”, weinte sie manchmal wegen der Schwierigkeiten ihrer Beschulung. Alleine in einer Einrichtung und unter dem Druck der Behörden, war diese Gefahr konkreter denn je. Man kann das Verhalten von Vanessa verstehen. Nach der Rückkehr der Mutter beruhigte sie sich, dennoch wurde sie zwei Tage später von Krankenpflegern in polizeilicher Begleitung in die Kinderund Jugendpsychiatrie Regensburg gebracht. Dorthin, wo man sie seit ihrem zehnten Lebensjahr kannte, wo eine hirnorganische Verursachung ihrer Beeinträchtigungen nicht einmal in Betracht gezogen worden war.

Am 07.02.2006 erließ das Amtsgericht Regensburg den Beschluss zur Unterbringung in der Psychiatrie, am 07.02.2006 wurden der Mutter durch Beschluss des Amtsgerichts Dresden vorläufig die Gesundheitsfürsorge und die Aufenthaltsbestimmung entzogen. Der Beschluss war rechtswidrig, er war an eine falsche Anschrift in Dresden geschickt worden, der Anwalt der Mutter war nicht geladen worden, die notwendige Anhörung der Betroffenen war nicht erfolgt. Das Oberlandesgericht Dresden hob den Beschluss wieder auf, doch inzwischen hatte der bestellte Aufenthaltsbestimmungspfleger des Jugendamtes Dresden der Unterbringung in der Psychiatrie in Regensburg zugestimmt. Am 14.02.2006 übergab das Universitätsklinikum Regensburg die MRT-Bilder der Kinder -und Jugendpsychiatrie Regensburg. Seither sind sie verschwunden. Die humangenetische Untersuchung wurde nicht abgeschlossen, die ärztlichen Empfehlungen zur diagnostischen Abklärung des Universitätsklinikums Dresden wurden nicht durchgeführt.

Das Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Regensburg zur Notwendigkeit der Unterbringung erging fast zwei Monate später, am 28.03.2006. Zu den MRT-Bildern heißt es: Deutliche Veränderung bei kranieller Bildgebung: In der Gesamtheit am ehesten als Zeichen für pränatale [vorgeburtliche] Schädigung interpretierbar. Im Jahr 2008 wurde Vanessa 6 wegen der Beschwerden der Mutter noch einmal begutachtet. Es wurde ein forensischer Psychiater am Bezirksklinikum Regensburg bestellt, nachdem die Kinder- und Jugendpsychiatrie Regensburg um eine Entbindung vom Gutachtenauftrag gebeten hatte.

Der forensische Psychiater schrieb: Die psychischen Störungen sind seit Kindheit vorhanden und beruhen unter anderem auf einer pränatalen Schädigung des ZNS, ohne dass eine Migrationsstörung [Hirnreifungsstörung] vorliegt (Befundung durch Herrn PD Sch.). Zusätzlich ist neuroanatomisch eine Ventrikelanomalie, die die neuroanatomische und neurophysiologische Ursache der Verhaltensauffälligkeiten darstellt, festgestellt worden. In die psychiatrischen Gutachten über Vanessa wurde die Tatsache der vorgeburtlichen Fehlbildung des Gehirns in den Text aufgenommen, als behandlungsbedürftige Diagnose wurde sie nicht formuliert, entgegen dem wissenschaftlichen Standard.

Bei einer Vergrößerung der Hirnventrikel ist unabdingbar eine sorgfältige Diagnostik der komplexen Hirnwasserzirkulation durchzuführen, so steht es in den vom Universitätsklinikum Leipzig herausgegebenen Leitlinien, denn Ventrikulomegalie sollte bis zum Beweis des Gegenteils als Hydrocepahlus [Wasserkopf] gewertet werden. Ein erhöhter Hirndruck führt zu einer Reihe schwerwiegender Ausfallerscheinungen, bei Kindern zum Beispiel zu motorischen Entwicklungsverzögerungen, Epilepsien, niedrigem Intelligenzquotienten, Schulunfähigkeit, psychosozialen Entwicklungsstörungen, Sehstörungen. Statt dessen wurde diagnostiziert was seit dem Jahr 1998 diagnostiziert worden ist, ein frühkindlicher Autismus (ICD 10: F 84.0), eine leichtgradige Intelligenzminderung mit Verhaltensstörungen (ICD 10: F 70.1) und zusätzlich, und wiederum entgegen dem wissenschaftlichen Standard, eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis (ICD 10: F 20.0). Zur Diagnose einer Schizophrenie ist in der ICD 10 (Internationale Klassifikation der Erkrankungen) ausgeführt: Ebenso wenig ist eine Schizophrenie bei eindeutiger Gehirnerkrankung zu diagnostizieren.

Für alle Psychopharmaka gibt es beim Vorliegen hirnorganischer Erkrankungen strenge Anwendungsbeschränkungen, minimale Dosierungen und Monotherapien sind vorgegeben. Entgegen dem wissenschaftlichen Standard sind Vanessa von 2006 bis heute elf verschiedene Medikamentenkombinationen in hoher Dosierung verabreicht worden.

Die tatsächliche Erkrankung bleibt unbehandelt, chronifiziert und verschlimmert sich, eine nicht existente Erkrankung wird durch einen schwerwiegenden Eingriff in den Hirnstoffwechsel eines schon vorgeschädigten Gehirns behandelt, und das Leid und die Verzweiflung, in die ein Mensch auf diese 7 Weise hinein getrieben werden, werden ihm zusätzlich als persönlicher Defekt angelastet. Im Jahr 2011 wurde der forensische Psychiater vom Gericht erneut mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Vanessa sei nicht fähig, so schreibt er, einen eigenen Willen zu bilden. Die vom Psychiater herangezogene Definition zur Willensbekundung stammt von dem nationalsozialistischen Strafrechtler Edmund Mezger. Der Psychiater hatte Vanessa gefragt: Auf die Frage, wo sie gerne wohnen würde, antwortet sie mit “Mama”. Auf meine Frage, wo sie nicht gern wohnt, schweigt die Betroffene. Insofern ist mir nicht möglich herauszufinden, was die Betroffene tatsächlich fühlt oder meint.

Vanessa hat bewusst geschwiegen und sie fühlte sich ausgeliefert, denn der Heimleiter, der sie schon einmal geschlagen hat, saß ihr gegenüber. Im Jahr 2012 hielt Vanessa das Martyrium nicht länger aus, sie kehrte von einem Wochenendurlaub bei der Mutter nicht zurück ins Heim, die Polizei brachte sie mit Gewalt dorthin. Warum wird bei Vanessa kein zweites MRT angefertigt? Warum wird nicht abgeklärt, ob Hirndruck besteht? Ventrikulomegalie sollte bis zum Beweis des Gegenteils als radiologisches Zeichen eines Hydrocephalus gewertete werden!

Weil Ärzte und Richter sich keine Versäumnisse und Fehler eingestehen wollen? Die Betreuerin von Vanessa hat die Krankenkarte und privat kann die Mutter eine zweite MRT-Untersuchung nicht finanzieren. Warum darf Vanessa nicht bei ihrer Mutter leben? Weil sie dann eine diagnostische Abklärung in die Wege leiten würde? Weil dann alle Fehler und Versäumnisse offenbar würden?

Alle, die in der Verantwortung sind und Vanessa zu ihrem Recht verhelfen könnten, kennen die Fakten: die Betreuerin, das Vormundschaftsgericht, die Heimleitung, die Krankenkasse, die Ärztekammer, die Staatsanwaltschaft, das Justizministerium, das Sozialministerium. Keiner von ihnen regt sich. Die Mutter schreibt: Dies ist die “Geschichte” eines Menschen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit seit Kleinkind versucht mit Hydrocephalus und Hirndruck zu überleben, bis hin zur ersichtlichen Erschöpfung und Angst das Augenlicht zu verlieren und nie Entspannung zu finden, zumal unter der nunmehr bereits langjährigen Psychopharmakabehandlung zunehmend verschwommenes Sehen und Schwindel, bei fortbestehender Unruhe mit wimmernden Geräuschen und schwerer Atemnot zu verzeichnen sind, was Hirndrucksymptome sind, ebenso wie Vanessas Lärmempfindlichkeit.

Eine Erweiterung der Hirnventrikel gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Hydrocephalus, sie ist in jedem Fall beobachtungspflichtig und es müssen regelmäßig Augenuntersuchungen durchgeführt werden. In einer derartigen Situation bitte ich jeden um Unterstützung zur Beendigung der langjährigen 8 stationären Behandlung meiner Tochter Vanessa, in der gegen wissenschaftliche Standards und gegen Grundrechte verstoßen wird

Eva Schwenk (Buchautorin)

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