EU will Panoramafreiheit einschränken, bitte was?

Fotografieren kann teuer werden

Wenn jemand die Kernkompetenz der Piraten glaubwürdig vertreten kann, dann ist das die Europaabgeordnete Julia Reda.

Worum es geht, hört sich zunächst harmlos an, bedeutet aber schon wieder einen Eingriff in die Freiheit vieler Bürger, die ohne die EU gar nicht zur Diskussion stünde:

Das Recht, Abbildungen öffentlicher Gebäude oder Skulpturen frei zu verwenden, die Panoramafreiheit.

In einigen Ländern benötigt man für solche Veröffentlichungen eine Lizenz der Architektin oder des Bildhauers, in der Mehrzahl der Mitgliedstaaten der EU herrscht dagegen die Panoramafreiheit, die es jedem Menschen erlaubt, Fotos, Dokumentarfilme oder andere Werke frei zu verbreiten, die den öffentlichen Raum abbilden.

Der Rechtsausschuss des Europaparlaments habe ihren Bericht über die Evaluation des EU-Urheberrechts angenommen, schreibt sie.

Zu den meisten Punkten habe sie gemeinsam mit allen Fraktionen Kompromisstexte aushandeln können, bis auf die Panaromafreiheit.

„Die Mitglieder des Rechtsausschusses haben diese Forderung leider in ihr Gegenteil verkehrt, indem sie den restriktivsten aller Änderungsanträge zur Panoramafreiheit angenommen haben.

Dieser Änderungsantrag stammt aus der Feder eines Mitglieds der Fraktion der Liberalen im Europaparlament, Jean-Marie Cavada“

Diesem Vorschlag zufolge müssten alle Panoramafreiheitsgesetze, die bislang die kommerzielle Nutzung von Abbildungen öffentlicher Werke erlauben, auf die nichtkommerzielle Nutzung eingeschränkt oder komplett abgeschafft werden.

Diese Änderung beträfe auch Urlaubsfotos von Privatpersonen, die diese dann nicht mehr einfach ins Netz stellen können. Für freischaffende Fotografen, Journalisten oder Non Profit Projekte wie Wikipedia kann sich die Abschaffung der Panoramafreiheit existenzbedrohend auswirken.

Es sei offensichtlich, dass sich eine Einschränkung der Panoramafreiheit insgesamt negativ auf die Rechte von Kulturschaffenden ausüben würde.

Sollte sich nach Einführung des Gesetzes zum Beispiel die Kölner Dom Verwaltung entschliessen, die Bildrechte am Wahrzeichen der Stadt nur noch kostenpflichtig zu gestatten, dann sind selbst Schnappschüsse mit dem Gebäude im Hintergrund nicht mehr ohne Weiteres zur Veröffentlichung erlaubt.

 Der öffentliche Raum  gehört  dann nicht mehr uns allen und kann nur genutzt werden, wenn man einen Lizenzvertrag auszuhandelt.

Bis zum 9. Juli,  wenn das Plenum des Europaparlaments über den Bericht zur Urheberrechtsreform abstimmt, sieht Julia Reda noch eine letzte Chance für die Abgeordneten, eine Änderung der Passage zur Panoramafreiheit zu diskutieren und zu beschließen. Dazu fordert sie die Bürger auf, aktiv zu werden:

Ruf deine Abgeordneten an, schick ihnen eine Postkarte, kontaktiere sie in sozialen Netzwerken und erklär ihnen, warum es dir wichtig ist, dass der öffentliche Raum für alle nutzbar bleibt und dass er frei bleibt von restriktiven Lizenzbedingungen.

Julia Reda – Europaabgeordnete der Piraten

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4 Kommentare

  1. Diese Regulierungswahn kennt wohl offensichtlich keine Grenzen mehr.
    Vielleicht kommt im Anhang zu dieser „Schnappsidee“ auch noch die Atemsteuer= C02 Ausstoß eines jeden Menschen, die mittels elektronischem Armmessgerät o.ä.
    für jeden einzelnen gemessen wird und dann bei Überschreitung gewisser „Toleranzgrenzen“ zu Zusatzsteuern führt,..
    Der Euroraum sollte sich langsam mal um einen geordneten Rückzug kümmern !

    Erich Richter

  2. die Dummheit kennt keine Grenzen. Die sollten sich besser darum bemühen, den Hunger und die Kriege in der Welt abzuschaffen. Dann würden sie an was Sinnvollem arbeiten.

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