Verfolgt man die Person Jeffrey Epstein, so findet man hunderte von Leuten aller Lebensbereiche. Wall Street, Hollywood, Wissenschaft, Filmindustrie, Immobilienmarkt, Universitäten…

Er war nur die Spitze des Eisbergs, eine Galionsfigur, das Aushängeschild im moorähnlichen Sumpf der satanistischen Pädophilie. Allein wäre das schier unmöglich gewesen, ein solches Vermögen aufzubauen, ein globales Netzwerk zu spinnen mit hunderten von jungen Mädchen und dabei unter der Radarfläche zu bleiben. Dazu braucht es Mitstreiter, Gleichgesinnte, Weggefährte, Vertraute, Menschen ohne Skrupel und Gewissensbissen.

Mit Hilfe einer ganzen Armada hielt er über Jahre hinweg sein Spinnennetz aufrecht, indem er beispielsweise seine Angestellten in einem Gebäude an der Upper East Side hat wohnen lassen.

Häufig nahm Epstein seine Assistenten auf seinen Reisen rund um den Globus mit, besuchte mit ihnen Designer-Boutiquen in Paris zum Einkaufen oder verschenkte einen nagelneuen Mercedes inklusive Kindermädchen an schwangere Mitarbeiter.

Ein ganzes Bataillon von Anwälten, Piloten und Models wohnten im Hochhaus in Manhattan, welches als das Epizentrum des Epsteinreichs bezeichnet werden kann. Wohnungen, die von seinem Bruder und Immobilieninvestor Marc Epstein kontrolliert und verwaltet wurden, so öffentliche Aufzeichnungen.

Viele dieser Wohneinheiten an der 301 East 66th St. befanden sich im Besitz einer New Yorker Briefkastenfirma mit Sitz in Columbus, Ohio, der Heimatbasis von Victorias Secret Boss Leslie Wexner.

Der Rekrutier Jean-Luc Brunel

Das Netzwerk zog nicht nur Kreise in den Vereinigten Staaten, sondern erstreckte sich auch über den großen Teich hinaus nach Europa. Der Gründer des Modelunternehmen MC2 Jean-Luc Brunel soll Gerichtsakten zufolge einen maßgeblichen Anteil an der Schleusung von Mädchen aus der ganzen Welt haben. Das Unternehmen MC2 wurde 2003 von Epstein mitfinanziert und ist auch eng mit dem Modeunternehmen Victorias Secret vernetzt.

Die in die USA geschleusten Mädchen lebten im Hochhaus von Manhattan. Assistenten sorgten für Arbeitsvisa, buchten Reisen zu Modeljobs und andere wiederum wurden in Epsteins nahegelegener Villa in der East 71st Street geschickt.

Maritza Vasquez, die als Buchhalterin für MC2 gearbeitet hat, sagte im Jahr 2010:

„Epstein war derjenige, der sagte, wer in welcher Wohnung wohnt. Epstein und Brunel kümmerten sich im Anschluss um die Beantragung eines Visum für die Mädchen, dann haben sie die Mieten für die Neuankömmlinge berechnet.“

Laut den entsiegelten Dokumenten vom 9. August, die aus einer Zivilklage aus dem Jahr 2015 stammten, einem Prozess gegen Ghislaine Maxwell, wurden nicht nur Auftritte auf dem Laufsteg geplant.

Brunel bot Mädchen im Alter von 16 Jahren für Massagen mit Epstein an, die häufig im sexuellen Missbrauch endeten. Eine Nachricht aus dem Jahr 2005, die als Beweismittel im Fall eingereicht wurde, ist auf einem Notizblock handschriftlich niedergeschrieben worden.

Brunel an Epstein:

„Er (also Brunel) hat zwei Lehrerinnen für dich, die dir russisch beibringen können. Sie sind beide 8 Jahre alt und nicht blond. Der Unterricht ist kostenlos und du kannst heute die 1. haben, wenn du zurückrufst.“

Ein Foto jener Notiz habe ich hier für Sie verlinkt.

Junge Frauen als Assistenz von Epstein

Der ehemalige Hausverwalter vom Hauptbeschuldigten, ein gewisser Juan Alessi, erzählte dem Gericht, dass Maxwell über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren über 100 junge Frauen, die sie Massagetherapeuten nannte, in die Villa lockte. Zudem gab er an, beim Aufräumen und Saubermachen Vibratoren und Sexspielzeug auf dem Massagetisch gefunden zu haben.

Eine der Mitarbeiterin von Epstein war eine gewisse Nadia Marcinkova. Laut Aussage von Epstein hat er sie im Alter von 15 Jahren von ihren Eltern in Osteuropa gekauft. Marcinkova, die jetzt den Namen Nadia Marcinko trägt, war eine von Epsteins angeblichen Sexsklaven. Sie soll mit der Zeit an Versuchen mit minderjährigen Mädchen teilgenommen haben.

Weiteres Puzzlestück ist Sarah Kellen. Hauptverantwortlich für die Buchhaltung und Listenführung der rekrutierten Mädchen, buchte sie Reisen und war häufig Passagier in Epsteins Privatjet.

Wie die New York Times schon 2005 berichtete, war auch eine gewisse Lesley Groff für die Koordination zuständig. Zu ihren Hauptaufgaben gehörte die Buchung von Reisearrangements sowie Massagesitzungen für ihren Chef. Groff erhielt 200.000 Dollar im Jahr, einen Mercedes E320 und die Dienste einer Nanny nach der Geburt ihres Kindes.

„Frau Groff hat nie wissentlich eine Reise für Personen unter 18 Jahren gebucht und hatte keine Kenntnis von angeblich illegalen Aktivitäten. Sie ist schockiert und zutiefst bestürzt über die Anschuldigungen und Enthüllungen über ihren ehemaligen Arbeitgeber“, sagte ihr Anwalt Michael Bachner.

Diese Details werden indes von vielen mutmaßlichen Opfern bestätigt. Maxwell und Kellen brachten die jungen Mädchen in den Massageraum in Epsteins Palm Beach Villa und gaben zu verstehen, mit niemanden über die Begegnungen und Geschehnisse zu sprechen.

Warum wurden diese Frauen nie strafrechtlich verfolgt?

Im Zuge des ominösen Deals von 2007, wurde eine Vereinbarung zur Nichtverfolgung getroffen. Die Vereinbarung stellte sicher, dass keine der Frauen strafrechtlich verfolgt wird und somit eine gewisse Immunität genossen.

Anwalt Darren Indyke – ein Mitbewohner

Es gab noch einen weiteren Mitbewohner und Nachbarn im Hochhaus an der East 66th Street. Darren Indyke, ein langjähriger Anwalt von Epstein, wohnte zwischen 2000 und 2009 in einer Zweizimmerwohnung des Hochhauses.

Wie oben bereits beschrieben, kontrollierte der Bruder Marc Epstein einige Wohneinheiten des Hauses, dazu zählte auch die Wohnung von Anwalt Indyke. Genaugenommen war sie im Besitz von der Firma Ossa Properties, die unter der Federführung von eben jenem Bruder läuft.

Von seiner Wohnung im achten Stock und einem Büro in der Madison Avenue, koordinierte Indyke eine atemberaubende Anzahl von Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Diese wurden mit Hilfe von Maxwell dazu benutzt, um Epsteins scheinbar unstillbaren Sexualtrieb zu stillen.

Eine Untersuchung zeigt noch mehr. So soll Indyke tief in Geschäftstransaktionen von Epstein verwickelt gewesen sein. Neben einer intensiven persönlichen Beziehung untereinander, war Epstein mit Abstand der größte Mandant von Indyke.

Mehr noch; die Unterschrift des Anwalts findet sich auf zahlreichen Anmeldeformularen für Epsteins Stiftungen, Trusts und weiteren Unternehmen. Darüber hinaus unterzeichnete Indyke auch eine Urkunde, die den Verkauf eines Palm Beach Hauses bescheinigte, das dem verstorbenen Arnold Paul Prosperi gehört hatte. Prosperi war auch engster Vertrauter von Epstein und besuchte ihn unzählige Male im Gefängnis.


Quelle: Indoamedia.com