Thorne1983 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
In vergangenen Artikeln habe ich bereits über den mittlerweile berühmt gewordenen 6. Dezember 2010 in Manhattan berichtet. Aufgenommene Fotos an diesem Tag zeigen Prinz Andrew an der Türschwelle, die Türe nur einen Spalt geöffnet, verabschiedet er augenzwinkernd ein junges Mädchen, welches gerade die Villa verlässt. Er wirkt völlig unbefangen, wüsste man es nicht besser, so denkt man, hier wohnt Prinz Andrew. Für einen kurzen Moment wirkt es jedoch so, als wolle er überprüfen, ob die kurze Begegnung an der Tür jemand verfolgt haben könnte.

Die mysteriöse Brünette, die mit Prinz Andrew an der Türschwelle gefilmt wurde, ist die Tochter des ehemaligen australischen Premierministers Paul Keating – Katherine Keating.

Vier Tage zuvor

Wie die DailyMail nun veröffentlicht hat, begann der Besuch des Prinzen schon 4 Tage zuvor mit einer feucht fröhlichen Party. Anwesend waren Hochkaräter aus der Medienwelt und dem Filmbusiness. Dazu zählt auch der umstrittene Filmregisseur Woody Allen in Begleitung seiner fast 40 Jahre jüngeren Frau Soon-Yi Previn.

Es war nicht das einzige Gastieren des Ehepaars in der Villa! Aufgezeichnete Fotos vom 5. Dezember 2010 gegen 11:30, zeigen Allen und Soon-Yi beim Verlassen der Villa. Ein Foto habe ich hier für Sie verlinkt.

Einen weiten Heimweg hatte der Filmregisseur nicht, denn im Januar 2006 erwarb Allen für sich und seine Familie ein Townhouse in der Upper East Side von Manhattan, 118 East 70th Street. Der Kaufpreis von 25,9 Mio. Dollar – für ein vergleichsweise bescheidenes Domizil – galt selbst für New Yorker Verhältnisse als sehr hoch. Seine Nachbarin ist Susan Weber Soros, die Ex-Frau des Milliardärs George Soros.

Die Dinnerparty am 2. Dezember 2010 fand im Esszimmer im zweiten Stock der Villa statt. Mit am Tisch saß die TV-Moderatorin Katie Couric sowie Chelsea Handler, einer engen Freundin von Gwyneth Paltrow und Jennifer Aniston. Auch mit dabei, George Stephanopoulos, ein ehemaliger Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses unter Präsident Bill Clinton sowie Mitglied des Council on Foreign Relations. Nicht zu vergessen – Ghislaine Maxwell.

Wir sehen also die Hollywood-Elite am Tisch sitzend, nachdem Epstein wegen des sexuellen Missbrauchs verurteilt worden und als registrierter Sexualstraftäter bekannt war.

Das Wissen von nichts

Während Prinz Andrew vergangene Woche in einem Pressestatement erklärte, nichts von den bizarren und düsteren Sexhandlungen seines engen Freundes Jeffrey Epstein gewusst zu haben, werfen die neuesten Enthüllungen weitere Fragen auf. Ist das überhaupt möglich?

Ein Auszug des Statements von Prinz Andrew:

„Ich habe Herrn Epstein 1999 getroffen. Während der Zeit, in der ich ihn kannte, sah ich ihn selten und wahrscheinlich nicht mehr als nur ein- bis zweimal im Jahr. Ich habe in einer Reihe seiner Residenzen gewohnt. Ich habe bereits gesagt, dass es ein Fehler war. Ich kann mein Bedauern nur wiederholen. Ich habe mich geirrt, denn mir war nicht klar, welche Person Epstein wirklich war. Ich habe großes Mitgefühl mit allen Betroffenen, die seinen Handlungen ausgesetzt waren.“

Gäste der Manhattan-Villa, das Abendessen fand ja im 2. Stock statt, mussten unweigerlich, sofern sie nicht durch ein offenes Fenster hineingeflogen sind, an bizarren Kunstwerken vorbei. Einem glänzenden Mahagoni-Tisch sowie ein Gemälde von Bill Clinton in roten Absätzen und einem blauen Kleid.

Von all den Handlungen nichts gewusst haben? Das ist ungefähr so, als wenn man in meiner Heimatstadt Köln ins Pascha fährt und im Anschluss sagt – also nackte und tanzende Frauen habe ich nicht wahrgenommen, mir war gar nicht klar, dass dort überhaupt Frauen anwesend sind.

Massagezimmer im Obergeschoss, so die Aussagen unzähliger Missbrauchsopfer, waren seit Jahrzehnten bekannt für sexuellen Missbrauch.

Am Dienstag sprach das wohl prominenteste mutmaßliche Opfer Virginia Giuffre mit Dutzenden anderer Frauen, die vom Bundesrichter Richard Berman eingeladen worden waren:

Es geht nicht darum, wie Jeffrey gestorben ist, sondern wie er gelebt hat. Wir müssen allen, die daran beteiligt waren, auf den Grund gehen, angefangen bei Ghislaine Maxwell bis hin zu den anderen.“

Als sie das Podium verließ, wurde sie nach Andrew gefragt. Nachdem sie einen Moment gezögert hatte, sagte sie:

“Er weiß, was er getan hat, und er kann das bezeugen. Er weiß genau, was er getan hat, und ich hoffe, er gesteht.“

Eine Quelle verlautbarte gegenüber der DailyMail:

“Es gibt nichts gesellschaftlich Anerkennendes, was Menschen aus Manhattan mehr lieben, als sich mit einem echten Mitglied der Royal Family zu bürsten. Diana war ein Superstar. Prinz Charles kann Zehntausende von Dollar für Tickets zu einem Abendessen verlangen. Jeffrey wusste genau, was er tat. Wer wird die Chance ablehnen, sich beim Abendessen mit einem echten Prinzen zu treffen, auch wenn der Gastgeber für etwas so Schreckliches wie Kindesmisshandlung verurteilt wurde? Es war ein Kommen und Gehen von Mädchen, während Prinz Andrew in der Villa war.“

Mehreren Berichten zufolge habe der Prinz große Angst in die USA zu reisen. Einer der Opferanwälte Bradley Edwards sagte Anfang der Woche: “Wir würden uns freuen, wenn wir mit Prinz Andrew unter Eid sprechen könnten.“

Fußmassage von zwei russischen Frauen

Der Forscher und Publizist Evgeny Morozov erhielt am 12. September 2013 eine bemerkenswerte E-Mail von John Brockman, einem amerikanischen Literaturagenten.

John Brockman ist auch Gründer der Edge Organisation. Edge ist eine Vereinigung von Wissenschafts- und Technologie-Intellektuellen, die 1988 aus dem Reality Club hervorgegangen ist.

Aufgabenschwerpunkt der Organisation ist die Verhaltenspsychologie sowie die Bewegung Die Dritte Kultur. Neben namhaften Wissenschaftlern war auch ein Mann Mitglied der Organisation – Jeffrey Epstein.

Epstein nahm an den jährlichen Treffen und Abendessen der Edge Foundation teil. Darüber hinaus war Epstein ein großzügiger Geldgeber für die Organisation und spendete Hunderttausende Dollar.

Evgeny Morozov wiederum ist Publizist aus Weißrussland. Mit einem Stipendium des Open Society Institute von George Soros zog Morozov nach Bulgarien und arbeitete auch in Berlin. Zudem forscht er, wie sollte es auch anders sein, an der Harvard University.

Doch zurück zum Thema: Die besagte E-Mail vom 12. September 2013! In der Mail schrieb Brockman über seinen Besuch bei Jeffrey Epstein in Manhattan.

Veröffentlicht wurde die E-Mail in der Zeitschrift New Republic.

“Ich kam herein, um ihn (Epstein) in einem Trainingsanzug und einen Briten in einem Anzug mit Hosenträgern zu vorzufinden. Der Brite bekam Fußmassagen von zwei jungen, gut gekleideten russischen Frauen. Der Brite namens Andy diskutierte über Cybersicherheit und den Fall Julian Assange. Mir wurde klar, dass der Empfänger von Irinas Fußmassage seine Königliche Hoheit, Prinz Andrew, der Herzog von York, war.“


Quelle: Indoamedia.com