#Epstein: Fast 10.000 Seiten entsiegelter Akten vor Veröffentlichung

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Nachdem sich Jeffrey Epstein nach offizieller Lesart vor wenigen Wochen das Leben genommen hat, sah die Anklage keine Möglichkeit mehr, das eigentliche Verfahren wegen des Vorwurfs der sexuellen Missbrauchs und Erpressung aufrechtzuerhalten. Doch es gibt weitere Akten, die nur auf ihre Entsiegelung warten. Akten mit Namen, tausenden von Namen, die während eines Zivilprozesses gegen Maxwell im Jahr 2015 gut dokumentiert wurden.

Nun soll er sich nach offizieller Lesart am frühen Morgen des 10. August im Metropolitan Correctional Center das Leben genommen haben. So sollen die Gefängniswärter in der besagten Nacht, man halte sich fest, geschlafen und Protokolleinträge gefälscht haben, berichten unisono unsere Leitmedien. Jeder, der Fragen stellt, gilt laut dem Spiegel selbstverständlich als Verschwörungstheoretiker.

Einen Tag vor dem angeblichen Selbstmord von Jeffrey Epstein, wurde der erste Schub an versiegelten Gerichtsdokumenten der breiten Öffentlichkeit preisgegeben. Nun, wenige Wochen nach dem Ableben des Hauptangeklagten, so zumindest die offizielle Lesart, könnte es zu weiteren Entsiegelungen kommen.

Virginia Roberts Giuffre, eine von Epsteins Anklägern, reichte 2015 Zivilklage gegen Maxwell ein, indem sie Maxwell beschuldigte, junge Frauen für Epsteins sexuelles Vergnügen zu rekrutieren und seine Gäste animierte, ebenfalls an Missbräuchen teilzunehmen. Das Verfahren wurde zu jener Zeit eingestellt und die mehr als 10.000 Dokumente versiegelt.

Giuffre behauptet, dass sie über den gesamten Globus hinweg angeboten wurde, um Sex mit prominenten amerikanischen Politikern, Geschäftsführern und Weltführern gehabt zu haben, von denen sie einige in einer Zeugenaussage nannte.

Weitere Entsiegelungen stehen bevor

Die Gerichtsakten enthalten Namen von Hunderten gar Tausenden Personen aus der Umlaufbahn von Jeffrey Epstein, die in einem Zivilverfahren genannt worden waren, sagte ein Bundesrichter am Mittwoch in New York. Es geht um ein Gesamtvolumen von ungefähr 10.000 Seiten, von denen bisweilen nur ein Bruchteil veröffentlicht wurde.

Die unter Verschluss gehaltenen Namen, darunter ein Mann mit dem Pseudonym “John Doe”, dürfte mehreren Quellen zufolge nach einer sorgfältigen Überprüfung der Dokumente Einspruch gegen die Freigabe erheben, so die US-Bezirksrichterin Loretta Preska weiter.

In einigen dieser Dokumente sind buchstäblich tausend Menschen aufgeführt sowie mehr als zwei Dutzend Aussagen.“

Der Anwalt Nicholas Lewin, der den Unbekannten namens John Doe vertritt, bat um die Möglichkeit, in dieser Angelegenheit gehört zu werden. Es ist zwar nicht klar, wer in den Akten genannt wird, doch die Offenlegungen der Dokumente können “lebensverändernde Einblicke“ mit sich bringen, so Lewin.

Jeff Pagliuca, ein Anwalt von Epsteins ehemalige Freundin Ghislaine Maxwell, gab ich Bezug auf die versiegelten Akten zu verstehen:

Die Aufzeichnungen beinhalten auch Hunderte von Seiten mit investigativen Berichten. Es gibt etwas Arbeit, wir müssen mit den Personen sprechen. Unter den Dokumenten gibt es 29 Aussagen, die meisten von ihnen auf Video.“

So plante die Bezirksrichterin Loretta Preska für Mittwoch eine Anhörung, nachdem ein Berufungsgericht in New York eine Überprüfung der Aufzeichnungen angeordnet hatte. Wie auch beim ersten Schub, der Anfang August veröffentlicht worden ist, gilt es auch hier abzuwägen, inwiefern das öffentliche Interesse den Datenschutzbestimmungen überwiegt.

Entscheidung folgt… 

Am Mittwoch kam es dann zur richterlichen Anhörung in New York. Für die Befragung, inwieweit die noch versiegelten Akten freizugeben sind, waren die Anwälte von Maxwell und Giuffre anwesend.

Eine finale Entscheidung ist nicht gefallen. Richterin Loretta Preska wies die Anwälte beider Seiten an, schriftliche Stellungnahmen darüber einzureichen, inwieweit eine Entsiegelung erfolgen solle.

Sie müssen die Dokumente in drei Kategorien einteilen und dann entscheiden, welche freigegeben werden.

Anwälte von Giuffre hatten argumentiert, außer den Sozialversicherungsnummern und Namen der minderjährigen Opfer, alle Namen und Informationen freizugeben. Das Gericht wies diese Argumentation zurück.

Die Dokumente aus dem Zivilverfahren gegen Maxwell beschreiben die Nächte auf Epsteins Karibikinsel, in denen Al Gore und Bill Clinton als Dinnergäste anwesend waren. Ferner gibt es Anschuldigungen gegen den Simpsons-Schöpfer Matt Groening, dem Giuffre nach eigener Aussage eine Fußmassage geben musste. Natürlich auch Anschuldigungen gegen Prinz Andrew.

Einige seiner Opfer, dazu zählt auch Chauntae Davies, sagen, sie glauben, dass der Tod von Epstein verdächtig sei, weil er zu egoistisch war, um Selbstmord zu begehen.

Bereits bei der Gerichtsanhörung der Opfer vergangenen Dienstag machte die Staatsanwaltschaft deutlich, den Fokus ihrer Ermittlungen auf mutmaßliche Mitverschwörer lenken zu wollen.


Quelle: Indoamedia.com