"Hängt die Grünen" und was dahinter steckt

Eine Welle der Empörung schwappt durch die sozialen Netzwerke wegen Plakaten der Klein-Partei "Der dritte Weg" mit der Aufschrift "Hängt die Grünen". In München wurden die Plakate sofort entfernt, in Sachsen blieben sie zunächst hängen. Warum?

"Der dritte Weg" gilt als gesichert rechtsextrem und wird vom Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet. Gebildet wurde die Partei von ehemaligen NPD-Kadern und Mitgliedern verbotener Kameradschaften. Dort wimmelt es nur so vor lauter V-Leuten. Bei Wahlen ist die Partei quasi chancenlos, jetzt hat sie mit der Plakataktion für maximale Aufmerksamkeit gesorgt. Doch punkten werden die Kandidaten damit nicht. Das ist auch nicht Sinn und Zweck solcher Gruppierungen. Sie dienen als Sammelbecken für Extremisten, die sich so leichter kontrollieren und gegebenenfalls für politische Zwecke instrumentalisieren lassen. 

Genau das ist mit dieser Plakataktion geschehen. Kritik an den Grünen wird damit in die rechtsradikale Ecke gedrängt. Nun erwartet man, dass die "gemäßigten" Rechten, die AfD und sonstige Konservative oder gar die BILD sich im Tonfall mäßigen. 

Um die Empörung so richtig hochzukochen, lässt man sich in Sachsen ein wenig mehr Zeit, die Plakate zu entfernen. Ähnlich verfuhr man auch mit Pegida. Erst als das linke Geschrei derart laut wurde, stufte man die Dresdner als Beobachtungsobjekt ein. Gerüchte, dass Pegida ebenfalls eine Schöpfung des Verfassungsschutzes sei, gibt es bereits seit der Gründung. Beim "Dritten Weg" liegt dieser Verdacht klar auf der Hand. Wie sehr die rechtsextreme Szene von V-Leuten durchsetzt ist, kam nicht nur im Verbotsverfahren gegen die NPD ans Tageslicht, sondern war auch schon Gegenstand einer Dokumentation im Staatsfunk "3 Sat". 

Kleiner Fun Fact am Schluss: Die "Spaßpartei" "Die Partei" hatte keinen Ärger wegen ihrer Plakate mit den doppeldeutigen Slogans "Nazis töten", "Hier könnte ein Nazi hängen" oder "Der Storch bringt die Kinder, die Storch bringt sie um" ... 
 

Foto: O24