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Die  renommierte italienische Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“ (das ist in etwa das „Handelsblatt“ von Italien) hat ein Dokument zugespielt bekommen, das eine Bombe für die globalen Finanzmärkte der Welt ist.  Die Zentralbanken der Welt haben nicht ohne Grund in den letzten Jahren fieberhaft Gold gekauft und gehortet und in ihre eigenen Tresore zurückgeholt. Mit dem Tag des Brexits werden die Zentralbanken weltweit eine Art Goldstandard einführen: Gold wird offiziell wieder Geld, wie es vor Bretton Woods war, bevor Präsident Nixon den Goldstandandart beendete. Das alles hat hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Bis jetzt, wo die „Il Sole 24 Ore“ das Papier in die Hände bekommen hat. Wir geben hier den Sachverhalt wieder, wie wir ihn in mehreren seriösen, italienischen Quellen gefunden haben. Weder im englichssprachigen Raum, noch französischssprachigen und schongar nicht deutschsprachigen Raum haben wir das gefunden.

Was passiert mit den Goldreserven der Welt?

Der Goldmarkt ist ein kalter Krieg: Zum ersten Mal in 50 Jahren, haben die Zentralbanken im letzten Jahr mehr als 640 Tonnen Goldbarren gekauft, fast das Doppelte im Vergleich zu 2017. Seit 1971, als US-Präsident Richard Nixon die Ära des Gold-Standards beendete, sind die Goldbestände in den letzten Jahren wieder stark angewachsen.

Interessant dabei ist, dass die europäischen Zentralbanken, zusammen mit den Zentralbanken Asiens, die Aggressivsten beim Kaufen gewesen sind.

Angst vor der Euro-Krise und Währungskrieg?

Hinter den großen Manövern der Goldreserven steckt – ganz besonders in Europa, nicht nur die Flucht vor den großen Risiken hinter den traditionellen Schutzschild „Gold“: Man verspricht sich davon auch große Chancen. Die Informationen in der Branche kommen immer wieder auf das Datum für den Brexit zurück. Offensichtlich wird dieses Datum wird auch der Start für eine Art neue Golddeckung sein.
Es ist nicht so ganz klar, ob die BIZ, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich von Basel, die sogenannte «Zentralbank der Banken» aufgrund ihrer Schlüsselrolle im Weltfinanzsystem, absichtlich oder durch Zufall den Termin für den 29. März festgelegt hat, aber eines scheint sicher zu sein: Die Wiederbelebung des Goldstandards in der Bankenwelt ist beschlossene Sache und wurde geheimgehalten. Dennoch fanden die fieberhaften Goldkäufe quasi vor aller Augen statt. Der IWF hält offenbar nichts davon und gab eine Studie nach der anderen in Auftrag, die Bargeld und Gold als schädlich niederschrieb.

Früher regulierte der Goldstandard die Konvertibilität (Eintauschbarkeit) von Gold und Dollar. Das wirkte sich auf den Marktwert des Dollar aus, verhinderte aber auch eine künstliche Aufblähung der Geldmenge. 1971 beendete der amerikanische Präsident Richard Nixon den Goldstandard. Jetzt scheint es mit Macht wieder in die Gegenrichtung zu gehen.

Gold als Bargeld

Die renommierte italienische Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ hat ein Dokument zugespielt bekommen, welches enthüllt, dass es unter den komplexen, aber bekannten Reformen der Standards für Kredit und Finanzen aus dem „Basel-3-Plan“ eine „Buchhaltungs-Alchemie“ gibt, die in den Bilanzen der großen Bankengruppen Gold in Geld verwandeln kann. Ab dem 29. März wird das Gold im Portfolio von Geschäfts- und Geschäftsbanken auf Beschluss der BIZ zu „Cash Equivalent“, einem Zahlungsmittel-Äquivalentwert und daher „risikolos“. Die Techniker nennen es „Gold Remonetization“ (Gold-Remonetarisierung), ein Prozess, der die von Nixon beschlossene „Dämonisierung“ des Goldes als für die Finanzwirtschaft schädliche Fessel umkehrt.

Gold erhält damit den gleichen Status wie Staatsanleihen

Die von der Zeitung „Il Sole 24 Ore“ rekonstruierte mehr oder weniger „Geheim-Operation“ der BIZ trägt die Unterschriften der FED, der EZB, der Bundesbank, der Bank of England und der Bank of France. Das sind die fünf großen, globalen Währungsmächte.

Als die neuen Regeln des Bankensystems 2016 im Paket „Basel 3“ neu definiert wurden, hat das Zentralbankenkomitee darin eine enorm wichtige Norm eingefügt, über die bisher noch niemand öffentlich gesprochen hat. In der Praxis wird Gold in Form „physischer Goldbarren“ – also nicht in der synthetischen oder digitaler Form von Zertifikaten (z.B. ETFs) – in Bezug auf die Sicherheit von Vermögenswerten von den Aufsichtsbehörden als Äquivalent des Dollars und des Euro betrachtet.

Das markiert einen Wendepunkt für den Goldmarkt und ist für die Rolle der nationalen Goldreserven nicht unerheblich.
Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen: Mit den neuen Regeln von Basel 3 erhält Gold denselben Status, wie er für Staatsanleihen in den Bankbilanzen der Banken anerkannt wird. Experten fragen sich nun: Ist die neue Gewichtung von Gold die Voraussetzung für die Anwendung einer Risikogewichtung auf die von Banken gehaltenen Staatspapiere?

Aufgrund der nicht mehr zu behebende Schuldenkrise wollen die Regulierungsbehörden dem Bankensystem auferlegen, ein angemessenes Eigenkapital zu halten, um das Ausmaß der Risiken abzudecken. Im Fokus sind hier hauptsächlich Staatspapiere, in den Bilanzen der Banken. Dabei geht es in erster Linie um Länder mit schlechtem Rating wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, die nach der Schuldenkrise 2011 als besonders riskant angesehen wurden.

Was würde passieren, wenn diese  Regelungen auf die Risikogewichtung von BTPs angewandt würde, wie der Basler Ausschuss es vorsieht? Die Konsequenzen hängen von der Risikogewichtung der BTPs ab: Ist es hoch, könnten einige Banken dadurch gezwungen sein, die Wertpapiere durch andere finanzielle Vermögenswerte, einschließlich Gold, zu ersetzen oder sie müssten eine Kapitalerhöhungen vornehmen. In einer Zeit, in der der Markt nur ungern Bankaktien kauft, könnte das Risiko von Rückwirkungen auf die Stabilität des Bankensystems hoch sein.

Man muss sich nur die Credit Default Swaps (Ausfallrisikoversicherungen) für italienische Banken ansehen: Laut Bloomberg-Daten sind die fünfjährigen CDS einiger großer italienischer Banken seit dem Frühjahr 2018 gestiegen und haben sich sogar in manchen Fällen verdreifacht. Da bleibt nicht viel Zeit bis zum 29. März, an dem durch den Brexit manche Verwerfungen an den Märkten entstehen und die Risisken dadurch schwer kalkulierbar werden.

Darum haben sich die Länder ihr Gold zurückgeholt

Das ist auch der Grund, warum Länder ihr Gold aus dem Ausland zurückgeholt haben. Diese Länder haben jetzt die Kontrolle über ihr Staatsgold und sind gut vorbereitet und stehen nicht vor dem Dilemma, nach dem 29. März kein physisches Gold zu haben, das sie ihren Banken zur Verfügung stellen (müssen).

Laut der italienischen Zeitung gibt es im Arsenal des globalen Systems eine Goldmenge von 33.000 Tonnen Gold im Wert von 1.400 Milliarden Dollar (1,4 Billionen Dollar – beim jetzigen Wechselkurs). Das entspricht 20% der gesamten Goldproduktion der Welt in fast dreitausend Jahren.

Wie üblich erwiesen sich Deutschland, Holland, Österreich, Frankreich, die Schweiz und Belgien, aber auch Polen als die am meisten zukunftsorientierten und umsichtigen Länder – oder vielleicht auch nur die am besten über die Vorgänge informierten Länder. Auch Rumänien und Ungarn haben sich die Kontrolle über ihre Goldreserven wiederergeholt und ihre Bestände aufgestockt.

China, Russland, Indien und die Türkei sind sogar die Nationen, die in den letzten zwei Jahren mehr als alle anderen Gold gekauft haben. Moskau war am konsequentesten und hat sogar sein gesamtes Portfolio in US-Staatsanleihen aufgelöst, und durch Edelmetall ersetzt.

Brutale Goldpreismanipulation

Hier zeigt sich nun, dass der Goldpreis massiv manipuliert wurde.

Die Währungsbehörden der ganzen Welt haben Im Jahr 2018 Tausende Tonnen Goldbarren gekauft, allein Europa soll 641 Tonnen gekauft haben. Dieses globale Manöver ist beispiellos. Siebentausend Tonnen der weltweiten Goldbewegungen sollen angeblich, der „Il Sole 24 Ore“ zufolge, aus den Gewölben der New York Federal Reserve entnommen worden sein. Vierhundert Tonnen Tonnen heimlich von der Bank of England. Die natürliche Folge davon wäre – vor allem im Jahr 2018 – ein enormer Anstieg des Goldpreises in entsprechender Größenordnung gewesen. Aber nein, im Gegenteil: Gold schloss im vergangenen Jahr mit einem Rückgang um 7% und einer negativen Finanzrendite ab. Wie das?

Während die Zentralbanken hinter den Kulissen physische, also „echte“ Goldbarren plünderten, warfen sie ein koordiniertes Angebot von Hunderten Tonnen synthetischem Gold (also Goldzertifikate) in die Londoner und New Yorker Edelmetallbörsen, wo 90% des weltweiten Handels mit Edelmetallen stattfindet. Das Überangebot an diesen Goldderivaten diente offensichtlich dazu, den Preis zu drosseln und zwang die Goldanleger der privaten Wirtschaft, ihre Positionen zu liquidieren, um die großen Verluste aus Futures (Spekuationen auf steigende Preise) zu begrenzen.

Je mehr die Futures-Kurse fielen, desto mehr Anleger verkauften ihr „synthetisches Gold“ (Goldzertifikate), was zu einem Sinkflug des Goldpreises in einer bärischen Spirale führte. Das nutzten Zentralbanken dazu aus, physisches Gold zu immer niedrigeren Preisen zu kaufen. China, Indien, Russland und die Türkei haben mit dieser Methode ihre Goldreserven in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Moskau hat sogar die letzten 20% der amerikanischen Staatsanleihen als Währungsreserven verkauft, um Gold zu kaufen.

Es zeigt sich, dass die viel verlachten „Goldbugs“, die immer von einer künstlichen Goldpreisdrückung und einem neuen, kommenden Goldstandart „fabulierten“ im Wirklichkeit die Lage tatsächlich verstanden haben. Papiergeld hat eine kurze Lebensspanne. Und wenn es hart auf hart kommt, zählt Gold und Silber. Wer jetzt physisches Gold besitzt, hat es richtig gemacht. Denn wen dieser Goldstandard tatsächlich am 29 März in Kraft tritt, liegt es nur im Interesse der Zentralbanken, den Goldpreis (kontrolliert?) steigen zu lassen.

Mit Gold und Silber ist man da auf der sicheren Seite. Ein Stück Gold hat seinen Wert in den letzten 10.000 Jahren nie verloren. Aber: Man muss es wirklich als Metall im Besitz haben (Genau, wie die Zentralbanken!). Wer Goldpapiere kauft, hat nur ein VERSPRECHEN, dass dafür im Gegenwert Gold in einem Tresor liegt. Versprechen werden gebrochen, solange es die Menschheit gibt. Das Papiergold ist genau soviel wert, wie das Papier, auf dem das (im Zweifelsfall leere) Versprechen steht. Eine Unze Silber reicht in diesen Zeiten für einen Großfamilieneinkauf. Eine Unze Gold für ein kleines Haus. Das zeigt zur Zeit Venezuela. Mit dem Verfall der Inlandswährung steigen dort die Edelmetallpreise rasant. Berichte aus Venezuela sagen, dass man bei den Bauern auf dem Land für eine Unze Silber, Nahrung für bis zu sechs Monaten kaufen kann. Was Sie wissen müssen, um Gold und Silber richtig einzusetzen, verrät ihnen der Edelmetallexperte Hubert Hüssner im Gespräch mit Niki Vogt.

alle Quellen auf: Connectiv