Auf Wikipedia ist nach der Ermordung Lübckes ein sogenannter Edit-War ausgebrochen. Die vielen Überarbeitungen sind natürlich auch der sich ständig ändernden Nachrichtenlage geschuldet und nicht weiter ungewöhnlich – bis auf die Beteiligten. Der Admin Kopilot ist Kritikern von Wikipedia durch mehrere Videodokumentationen bereits bekannt. Beim Eintrag von Lübcke spielt er eine Schlüsselrolle. Weitere Einträge, die er bearbeitet, sind: Adolf Hitler, Anetta Kahane, Björn Höcke, Eva Herman und Daniele Ganser, der beispielhaft in der Dokumentation „Die dunkle Seite von Wikipedia“ behandelt wird. Die vollständige Liste ist hier einsehbar.

Aktuell geistert ein Screenshot eines gelöschten Eintrags durch die sozialen Netzwerke. Lübcke soll sich demnach dem Kampf gegen die Mafia in der Kasseler Innenstadt gewidmet haben, geht daraus hervor. Dann sei der Eintrag „plötzlich“ gelöscht worden. Unterschlagen wird jedoch: Der Eintrag wurde kurz zuvor von einem anonymen Benutzer hinzugefügt – und zwar am 2. Juni um 23:22 Uhr.

Um 23:14 Uhr war dieser Satz noch nicht zu lesen. Hier der Link zur vorherigen Version.

Eine Minute nachdem der „Mafia-Satz“ hinzugefügt wurde, verschwand er bereits. Siehe Version vom 2. Juni 23:23 Uhr.

Hierbei handelt es sich ganz offensichtlich um eine Falschmeldung. Der „Mafia-Satz“ war anders, als die Meldung suggeriert, nie über einen längeren Zeitraum Bestandteil von Lübckes Wikipedia-Eintrag, sondern genau eine Minute. Der Aufklärung sind solche anonyme Aktionen nicht dienlich und sie beweisen lediglich, dass Wikipedia keine zuverlässige Quelle ist.

Genauso daneben: Peter Tauber befindet Erika Steinbach für mitschuldig am Tod von Lübcke. Steinbach setzte sich in mehreren Interviews gegen die Vorwürfe zur Wehr. Die Politikerin wird selbst immer wieder in den sozialen Netzwerken angefeindet und bedroht. Zuletzt verübten Unbekannte einen Farbbeutelanschlag auf ihr Haus.

Screenshot Twitter
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2 KOMMENTARE

  1. „Der „Mafia-Satz“ war anders, als die Meldung suggeriert, nie über einen längeren Zeitraum Bestandteil von Lübckes Wikipedia-Eintrag, sondern genau eine Minute.“

    Keine Diskussion: mit Morden oder Mördern „spielt“ man nicht. Das ist in aller Macht zu bekämpfen.

    Eine andere Interpretation: kann es sein, dass Lübcke tatsächlich gegen die Mafia arbeitete, dass aber die Politik sich entschlossen hat, dass der Kampf gegen die AfD mehr bringt, zumal den Mörder in den Reihen der Mafia ausfindig zu machen ergebnislos sein wird.

  2. Meiner Ansicht nach wird sich nicht intelligent genug dagegen gewehrt. Die zunehmenden „Angriffe“ sind auch selbst verschuldet!!! Wer sich selber schwächt ist – logisch – eine leichte Beute.
    Sich immer nur in die Defensive drängen lassen und dann lediglich meinen, dass Gegenreden (Entschuldigungen, Erklärungen,…), lächerliche Petitionen, etc. ausreichen oder zumindest medienwirksam fair gehändelt werden ist bestenfalls dümmer als die Polizei erlaubt! Das was wir erleben kommt dabei raus, wenn man versucht artig zu sein und sich dem System andienen möchte, in der einfältigen Erwartung irgendwann mitspielen zu dürfen. So wie der kleine Junge, der ab und an sein Pausenbrot opfert. Es wird alsbald zum täglichen Usus den Kleinen abzupassen.
    Heutzutage ist nur noch „Angriff“ die einzig mögliche Verteidigung. Wer das nicht kapiert muss bald mehr als nur sein Pausenbrot abgeben. Viel schlimmer aber ist, dass (auch und gerade dadurch!) das System sekündlich erstarkt. Das „Wohlverhalten“ der (angeblichen) Opposition unterstützt das Bauvorhaben.

    Warum verklagen die „Beschuldigten“ die „Beschuldiger“ nicht umgehend? Kein Geld? Keine Anwälte? Erst mal die Wahlen im Osten abwarten?
    Sofern die „Beschuldiger“ von höchster Stelle grünes Licht für weitere „Beschuldigungen“ bekommen, könnte man den Spieß rechtssicher umdrehen.

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