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Die Brüsseler Handpuppen Kurz und Macron senden „klare“ Signale. Erdogan soll die Finger von Griechenland lassen, sonst scheppert’s. Die Türkei verstoße gegen das Völkerrecht, machte der Ösi-Kanzler dem Osmanenführer klar. Die EU müsse an Griechenlands Seite stehen und beim nächsten EU-Gipfel sollten alle Optionen „auf dem Tisch liegen“. Darunter kann man sehr viel verstehen. Wie man die Eurokraten aber kennt, bleibt es bei leeren Drohungen.

Aber auch Erdogan hat sich bisher nur auf relativ sicheres Terrain gewagt. Die Militäreinsätze in Syrien und den Kurdengebieten sind gut für das Image, aber von einer Auferstehung des Osmanischen Reiches kann keine Rede sein. Die „Rückeroberung“ der Hagia Sophia war der bislang letzte Akt, der Erdogan-Anhänger weiter träumen lässt. Doch es müssen weitere Taten folgen. Kann Erdogan den Griechen Gebiet abtrotzen, ohne es sich mit der NATO und Brüssel zu verscherzen? Die Griechen trauen dem Braten nicht so recht und haben lieber Israel mit ins Boot geholt.

Ein Militärabkommen zwischen Zypern, Griechenland und Israel soll die Türken in Schach halten. Die von Brüssel immer wieder herbeigeredete Notwendigkeit einer gemeinsamen „Europäischen“ Armee wird ein Traum bleiben, aber der Konflikt mit der Türkei liefert vielleicht neue Argumente, dass Ursula von der Leyen, dieses mal als „Präsidentin“, noch einmal ein Heer an Militärberatern beschäftigen kann.

Noch deutet nichts darauf hin, dass wirkliche Gefahr aus Ankara droht, dafür ist Erdogan einfach zu erfahren. Zudem braucht er starke Verbündete, die Türkei ist keine Weltmacht. Dazu kommt, dass den meisten Arabern nicht an einer Neuauflage des Osmanischen Reiches gelegen ist. Gefahr droht dort, wo das Irrationale die Oberhand gewinnt. Vielleicht weniger an der Spitze der verschiedenen islamischen Staaten, sondern aus der Masse. Den angekündigten „Normalisierungsvertrag“ zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten betrachten die meisten Moslems als Frevel. (1) Auch der Iran wettert mit der Türkei dagegen. (2)

Wenn es nicht mehr um Öl und Gas, sondern um die Flagge des Islams geht, die nach Erdogans Bekundungen wieder über Jerusalem zu wehen hat, brennt die Lunte richtig. Dann aber ist die Türkei vielleicht nur Juniorpartner des Irans und andere Mächte werden dem Treiben nicht tatenlos zuschauen. Solange wird Erdogan seine Spielchen mit Griechenland treiben und die Islamisten bei Laune halten, ohne die er nicht regieren kann.

2 KOMMENTARE

  1. Vielleicht sollte man dem Erdowahn zur Erinnerung das Böhmermann-„Gedicht“ noch einmal in einem großen Banner vor seinen illegal errichteten Monsterpalast spannen, damit ihm ins Bewusstsein gerufen wird, was für ein armseliges „osmanisches“ Würstchen er doch ist.

    Für reinen Theaterdonner halte ich das Gebaren von Recep nicht. Es dient ihm zwar sicherlich als Ablenkung seiner Anhänger von der wirtschaftlichen Katastrophe, in der sich die Türkei befindet. So weit, so gut.

    Aber man sollte die möglicherweise immensen Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer nicht vergessen ! Das Gerangel darum ist KEIN SPASS.

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