Das ständig zitierte „teile und herrsche“ kann man auch anders verstehen. Eine Führung, die nicht teilt, sondern Wohlstand ausschließlich für sich selbst in Anspruch nimmt, wird auf kurz oder lang den Rückhalt verlieren und muss zu immer drastischeren Mitteln greifen, um sich zu behaupten. So ein Spiel mag über zwei oder drei Generationen funktionieren, doch irgendwann ist der Punkt ohne Wiederkehr erreicht. Das Gefüge bricht zusammen, es entsteht etwas neues. Spaltungsprozesse sind dabei eine Zwangsläufigkeit. Ohne sie wären die USA heute noch Teil des British Empires, ein deutsches Kaiserreich hätte es nie gegeben, das als sogenannte „kleindeutsche Lösung“ sowieso nicht lange Bestand hatte. Der Neanderthaler wäre vermutlich auch nicht ausgestorben worden.

Das Rad der Zeit dreht sich nur in eine Richtung. Jetzt ist wieder so ein Punkt, an dem die Gesellschaften gespalten werden, der Riss durch jede Familie reicht, die Frage nach dem dafür oder dagegen am Ende jeden betrifft, der es ansonsten vorzieht, der Masse hinterher zu trotten. Warum sollte man sich einer solchen Entwicklung entgegen stellen, wenn sie sowieso nicht aufzuhalten ist? Wer irgendwie kann, verlässt die Ballungsräume, zieht aufs Land und fühlt sich selbst in der kleinkariertesten Dorfgemeinschaft wohler, als in der Mittagspause auf der Frankfurter Zeil.

Ich brauche auch kein Deutschland mit dem Schandfleck Berlin als Hauptstadt, in der noch nie etwas zum Wohle des Volkes entschieden wurde. Vielleicht hätte man nach der „Wiedervereinigung“ besser auf den Reichstag verzichtet und den wahren Mittelpunkt des heutigen Deutschlands gewählt: Niederdorla in Thüringen. Da kann man doch was draus machen, statt den kunterbunten Stuttgarts, Mannheims und Frankfurts nachzuweinen. Köln habe ich noch vergessen, aber das kann man mit ganz NRW. Wenn man sich schon gesundschrumpft, dann gehört dieser Speck ganz sicher zu den überflüssigsten Pfunden.

12 KOMMENTARE

  1. „Warum sollte man sich einer solchen Entwicklung entgegen stellen, wenn sie sowieso nicht aufzuhalten ist?“
    Das hört sich sehr nach Fatalismus an.
    Geht es wirklich um den vergeblichen Versuch eine Entwicklung aufzuhalten ?
    Hier meine Gegenfragen :
    Warum sollte man nicht versuchen, die Entwicklung so zu beeinflussen, dass sie eine gute Richtung nimmt ?
    Was hätte die ganze Schreiberei hier und anderswo für einen Sinn, wenn man/frau das nicht versuchte ?

  2. Der Lösungsansatz der Beeinflussung erzeugt aus meiner Sicht nur weitere Verstrickung. Ich ziehe es vor, mich so vielen Einflüssen wie möglich zu entziehen.

    • Man kann sich nicht nicht verhalten, egal was man tut oder unterlässt !
      Sowohl durch Tun als auch durch Unterlassen übt man Einfluss auf die Entwicklung aus.
      Um das anschaulich zu machen : Die „schweigende Mehrheit“, die die Dinge, zum Beispiel ein Merkel-Regime geschehen lässt, tut auch was indem sie nichts tut.

  3. Ich verstehe das so, dass jede Entwicklung – egal ob beeinflusst oder nicht – ihren Kulminationspunkt erreicht. Und das heißt auch, dass an irgendeiner Stelle dieser Laufbahn zwangsläufig und anscheinend ganz automatisch der Moment kommt, in dem sich das Eingreifen lohnt. Und dann kommt, friedlich gesagt, der Paradigmenwechsel.

  4. Herr van de Rydt, nehmen Sie sich ruhig eine Auszeit, wenn Sie eine brauchen.
    Das braucht jeder immer mal wieder.

  5. Worum geht es denn eigentlich? Darum, etwas zu ‚tun‘ oder vielleicht lieber nichts zu ‚tun‘, jedenfalls nicht. Vor allem, was ist mit der Erfindung der Demokratie und den ‚Spielchen‘, die sich dadurch kreieren lassen? Rainer Mausfeld hat es aktuell gut dargestellt, es ist ein rein psychologisches Thema, um nicht zu sagen, Problem. YT: „Angst und Macht | Rainer Mausfeld | SWR Tele-Akademie“ -> https://www.youtube.com/watch?v=-S5WhBxQUHg&t=231s

  6. Es gibt auch was zwischen blindem Aktionismus und Fatalismus, nennt sich gesunder Menschenverstand! Die absolute Mehrheit leidet am Sisyphossyndrom, jeder der darauf hinweist („du bist aber doof“) ist ein stänkernder Defäitist. Im Grunde könnte man sie machen lassen, nur leider blockieren sie selbstsicher und völlig bräsig die Überholspur.
    Manchmal aber ist es tatsächlich besser nur am Fluß zu sitzen und zu warten (ökonomische Prinzip), man muss nur wissen wann und wann nicht.

    Es ist leider so, dass die Meisten nur dur Schmerzen lernen. In Aller Regel muss es erst richtig Schlecht werden, damit es besser werden kann. (dann geht die Generationen-Kuh wieder auf’s Eis und das Spiel beginnt erneut)

  7. Im letzten statement wird meine Kennung ClaudiaCC benutzt, das statement ist aber NICHT von mir.
    Das Gesagte ist NICHT meine Meinung.
    Offensichtlich stammt dieser Mist wieder vom destruktiven Troll-Stänkerer „Hiob – Durchfall – Mentrualtasse – doof bleibt doof“ der unter diversen Alias-Identitäten und jetzt hier auch unter meiner Kennung figuriert.

    Warum legt „Opposition24“ dem nicht endlich das Handwerk ?
    Oder sitzt der in der Redaktion ?

    • Sitzt nicht in der Redaktion. Der Beitrag wird gleich gelöscht. Wir können leider nicht alles filtern, solange zum Kommentieren kein Benutzerkonto erforderlich ist, was wir gerne vermeiden möchten.

  8. Gibt es zwischen „blindem Aktionismus“ und Nichtstun keine Möglichkeiten ?
    Man kann durchaus darüber nachdenken und auch darüber diskutieren, ob und ggf. wann und wie Widerstand gegen ein Unrechts-Regime sinnvoll und möglich ist.

    Es ist richtig, dass auch hier gesunder Menschenverstand angebracht ist.
    Wenn ich nicht finanziell unabhängig, sondern von einem Job abhängig wäre, zum Beispiel als PolizistIn, LehrerIn, SoldatIn etc. würde ich mir in der jetzigen Situation auch gut überlegen, ob ich den Mund aufreisse oder ob es nicht besser wäre, vordergründig mit den Wölfen zu heulen, im Stillen Material zu sammeln, Subversion zu üben und auf den richtigen Moment und die richtige Situation für offenen Widerstand zu warten.

    Eine fatalistische Haltung, also abzuwarten bis alles so schlimm wird, dass eine Änderung von selber kommt, halte ICH (man darf ja andere Ansichten haben) deshalb für problematisch, weil die Geschichte durchaus gelehrt hat, dass so eine Wende auch eine Wende zum noch Schlechteren sein kann und zu Mord und Totschlag und einem noch übleren Regime führen kann.
    Man schaue sich dazu beispielsweise die Ereignisse im Zusammenhang der französischen und russischen Revolution und nach der wirtschaftlichen Misere der 1920er-Jahre in Deutschland an, nach der das Nazi-Mörder-Regime erstarkte.

  9. Uff,s

    Zum Glück hat mich die Task Force „GSG Meinungsfreiheit 24“ wieder mal vor einer Verhaftung wegen „Hassrede“ bewahrt. Herzlichen Dank!

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