Die unheimliche Macht der Autokonzerne: Der Zugriff aus der Ferne

Es ist nur eine Randnotiz vor dem Hintergrund der Wetterkatastrophe in den USA. Gestern berichtete Heise online: „Angesichts der Evakuierungen im US-Bundesstaat Florida wegen des Hurrikans Irma hat der Elektroautoanbieter Tesla für einige Fahrzeuge vor Ort aus der Ferne die Reichweite erhöht.“

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Foto by nakhon100

Das Update der Akkuleistung ist seitens Tesla nur eine temporäre Maßnahme, die ihren positiven Werbeeffekt nicht verfehlt, schließlich hat hier ein Konzern zum Wohle seiner Kundschaft gehandelt und Verantwortungsbewusstsein gezeigt. Der Fernzugriff auf das Auto über die massiv eingebaute Elektronik hat aber auch seine Schattenseiten. Über Blackboxes und Navigation kann jede Bewegung in Echtzeit verfolgt werden, bei einem Unfall werden bei neueren Modellen gleich der ADAC und die Rettungsdienste informiert, sofern sie bereits mit entsprechenden Modulen ausgestattet sind. Ein der Redaktion bekannter Autofahrer staunte nicht schlecht, als er nach einem Alleinunfall mit seinem Firmenwagen auf einer Landstraße die Sache erst am nächsten Tag regeln wollte, da er ein paar Gläschen Alkohol zu viel getrunken hatte. Die Elektronik machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Auf dem Fußweg nach Hause holte ihn eine Polizeistreife ein, die ihn schnell als Fahrer des Unfallwagens identifizieren konnte. Zu Recht wurde ihm Unfallflucht, Fahren unter Einfluss von Alkohol und versuchter Versicherungsbetrug vorgeworfen, wofür er sich verantworten muss. Auch hier könnte man noch anführen, dass die Überwachung ihr Gutes hat, denn schließlich wurde die Gemeinschaft der Versicherten vor Schaden bewahrt und ein Verkehrssünder der gerechten Strafe zugeführt. Aber jede Technik kann auch missbraucht werden, wie im Fall der Softwaremanipulation bei den Dieselfahrzeugen.

Was, wenn eine Software nicht nur Unfälle melden kann, sondern auch Signal gibt, dass ein Auto in sensible Zonen gelenkt wurde, beispielsweise der Parkplatz vor einem Bordell, einem Treffpunkt von Links- oder Rechtsextremen, regelmäßige Fahrten zu Pegida-Demonstrationen nach Dresden? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn der Staat mit dem in Teilen verfassungswidrigen NetzDG die Internetgiganten zur Zensur zwingt, kann ein ähnliches Verfahren auch bei den Automobilkonzernen zur Herausgabe von Daten angewandt werden. Die Möglichkeiten bei autonom agierenden Fahrzeugen dürften wohl schier unbegrenzt sein.

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4 Kommentare

  1. Ungeheuerlich! Dass Leistung oder Verhalten eines Autos jederzeit von Aussen manipulierbar ist, ist schlichtweg illegal – und hochgradig gefährlich. Es verstößt gegen jegliche Gesetze zum Schutz der Privatsphäre und (garantiert auch) des Datenschutzes. Warum klagt keiner?!

    • Angeblich wurde nur per Software die Batteriereserve in Höhe von 20 % aktiviert.
      Lithium Polymer Akkus vertragen absolut keine Tiefentladung.
      Den Leutchen, die so ihre Akkus schrotten macht das aber nichts. Für den grünen Wahn ist nichts zu
      teuer.

      • Die Batterien in den Teslas sind alles die gleichen. lediglich die Software beschränkt die Reichweite. Eben diese Beschränkung wurde vorübergehend aufgehoben. Hat nichts mit Akkuschädigung zu tun sondern mit Softwarespielereien

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