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Die Schweizer Handelszeitung veröffentlichte eine Warnung des früheren Bankenchefs Oswald Grübel – einst leitete er die UBS und die Credit Suisse -, der zur weiteren Erhöhung der negativen Zinsen von 0,4% auf 0,5% nur noch polterte: „Selbst der Dümmste erkennt, dass hier nur Geld gedruckt wird!“

Das erkennt zwar noch nicht jeder Dümmste, aber auch die merken, dass man dann doch besser sein Geld von der Bank holt, bevor man auch noch Geld dafür zahlen soll, dass man es der Bank leiht. Bisher haben die meisten Geldhäuser ihren Kunden und Sparern das „erspart“, doch die immer schnellere Entwicklung zu Minuszinsen wird das eher über kurz als über lang erzwingen. Spätestens dann heben die Leute das Geld von der Bank ab und stecken es lieber in Wertgegenstände, wie „Betongold“ oder einfach das Original: Gold.

Oskar Grübel sieht das als keine gute Entwicklung. Einen wirtschaftlichen Abschwung würden die Minuszinsen nicht bremsen, sogar eher im Gegenteil. Sie führen zu Misstrauen und Angst bei den Bürgern.

Allerdings wären auch steigende Zinsen für die Wirtschaft Gift. Sobald die Zinsen spürbar über Null steigen würden, führe das unvermeidlich zum Kippen überschuldeter Unternehmen, Banken und Staaten, die jetzt schon das Wasser Oberkante Unterlippe stehen haben.

Das Minuszinsphänomen klingt verrückt und es führt zu verrückten Folgen. Man stelle sich vor, man leiht einem Freund eine erkleckliche Summe und gibt ihm noch monatlich etwas Geld dafür, dass er es überhaupt annimmt. Und wenn er alles vergeigt hat und nichts mehr da ist, werden ihm die Schulden erlassen.

Hahaha? Nein, Fakt: Die Chase Bank (gehört zur Gruppe JP Morgan Chase & Co.) in Kanada erlässt ihren Kreditkartenkunden alle Schulden, nachdem sie das Kreditkartengeschäft schon im März 2018 aufgegeben hatte und es einfach zu aufwendig und kostspielig war, hinter den immer noch säumigen Restschuldnern herzulaufen. Es war zwar so etwas wie „weg mit Schaden“, aber die Schuldner freuten sich. Chase gibt allerdings keine Auskunft, wie hoch die noch ausstehenden Restschulden waren.

Die Minuszinsen zwingen aber auch Versicherungen und den Kapitalmarkt zu neuen Verhaltensweisen. Da sie wenig Lust haben, die „Strafzinsen“ dafür zu bezahlen, dass das Geld ihrer Kunden auf der Bank liegen darf, beschließen nun mehr und mehr Unternehmen, ihr Geld als Bargeld in den Tresoren zu lagern. Das rechnet sich.

Andererseits steuert die Neue-Weltordnungspolitik ja mit Volldampf auf die bargeldlose Gesellschaft zu, denn dann – so das Kalkül – haben die Bürger keine Wahl mehr, als das Geld auf der Bank zu lassen oder in staatliche Kryptowährungen zu gehen. Der Vorteil für den Staat und die Banken: Es gibt keinen Bankrun mehr, weil man kein Bargeld abheben kann und der Staat kann jeden Euro und Cent genau nachvollziehen. Es gibt kein Schwarzgeld mehr und keine anonymen Käufe von irgendwas. Und noch besser: Dann kann man richtig satte Negativzinsen erheben und auch Vermögensabgaben wunderbar durchdrücken – es gibt kein Entkommen mehr für den Bürger.

Denn eins ist klar: Die ganze angerichtete Riesenblase, die unvermeidlich in einem Riesencrash enden wird, müssen wir Bürger bezahlen. Die nächste Krise steht vor der Tür, man hat mit „Gelddrucken“ die 2008er Krise einfach zugemüllt und das „Finale Infernale“ nur nach hinten verschoben – aber nicht verhindert. Das kommt jetzt unweigerlich auf uns zu. Und wir alle werden zur Kasse gebeten, bis das Blut unter den Fingernägeln herausspritzt.

Sogar Focus Money schreibt das in aller Deutlichkeit: „Um die nächsten Krisen aufzufangen, wird die finanzielle Repression gegen die Bürger weltweit ausgeweitet und in Zukunft noch mehr finanzielle Restriktionen fordern. Die Marschrichtung in den letzten Jahren spricht Bände, wohin es geht. Die Zinsen sind bei Null und weit unter der Inflationsrate – so wird der Sparer enteignet.“

Damit dieser Crash noch ein wenig hinausgeschoben werden kann …zumindest bis die Wahlen vorbei sind und die Falle für den Bürger gut vorbereitet und platziert, wird per Kredit zu fast Null oder gar Minuszinsen (immer wertloseres) Geld ins System gepumpt, um es in den Konsum zu stecken und damit die Maschine Wirtschaft und Finanzsystem am Laufen zu halten. Das zusätzliche Geld soll die Wirtschaft ankurbeln. In Dänemark bekommt man schon Kredite zu Minuszinsen: Die Realkredit Danmark ist Vorreiter.

Aber Achtung! Was kaum jemand schreibt, aber Tatsache ist: Diese Kredite werden meistens für Immobilienkauf oder Bauvorhaben erteilt. Die Rechnung der Banken ist: Wenn das Bargeld abgeschafft wird und kleine oder größere Enteignungswellen kommen, ist ziemlich unsicher, was dann mit den Privatvermögen und der Wirtschaft passiert. Ob es überhaupt noch solvente Bürger und Kunden, funktionierende Unternehmen und Sicherheiten gibt. In diesem Falle aber haben die Banken Zugriff (Eigentumsvorbehalt, Grundschuld etc.) auf die kreditfinanzierte Immobilie.

Je mehr Immobilien quasi im Bankenbesitz sind, desto weniger können die Kunden mit Hypotheken und Darlehen auf die Immo diese einfach verkaufen. Die Strategie ist eigentlich recht einfach:
Da die Kredite praktisch NULL Zinsen kosten, kommen weniger Schuldner in die Not, nicht abzahlen zu können. Wenn‘s sein muss, werden die Tilgungen auch ausgesetzt. Damit verhindern die Banken flächendeckend eine neue „Subprime-Crisis“, wie sie in den USA anfing und das Weltfinanzsystem fast gekillt hätte. Man lernt ja.

Zweitens können die Schuldner nicht einfach verkaufen. Das verhindert, dass die Schuldner, die es nicht mehr schaffen abzuzahlen, die Hütte unter Preis verscherbeln. Das bringt nämlich die Preise unter Druck. Und die Bank geht leer aus, weil es beim Schuldner nichts mehr zu holen gibt. Die Immobilienpreise sinken, die nächste Schuldnerschicht, die normalerweise weiter hätte abzahlen können kann es nicht und verkauft ebenfalls, was die Preise immer schneller wegen Überangebots und Preiskampf in den Keller schickt.

Wenn die Banken aber einfach die Immos halten, den Verkauf verhindern, die Tilgungen herabsetzen oder aussetzen, oder die Bewohner auf die Straße setzen und staatlich bezahlte Sozialwohnungen für Hartz IV-Empfänger und Migranten daraus machen, haben die Banken massenhaft Immobilien, die im Gegensatz zum inflationierten Geld beim Crash nicht komplett wertlos werden. Wenn man schon sehen kann, dass die Wirtschaft zusammenbricht und die Währung gleich mit, ist es gar keine so dumme Idee, das (eh bald wertlose) Geld mit vollen Händen gratis zu verleihen, damit die Schuldner damit Werte anschaffen, die man sich als Sicherheit übereignen lässt. Beim Crash können die Banken dann alles einsammeln. Schweine mästet man auch vor dem Schlachten.

 

Was soll‘s? Der Bürger wird so oder so enteignet. Nur wenige werden das relativ unbeschadet überstehen: Die, die keine Schulden hatten und in Sachwerte investiert haben, auf die weder Bank noch Staat direkt Zugriff haben (wie Edelmetalle, Wald, Ackerland, ein tatsächlich produktives Unternehmen).

Nach dem Crash wird das System neu aufgesetzt, die bürokratischen Hemmnisse sind in solchen Situationen sehr niedrig, die Bürger spucken in die Hände, das neue Geld (vielleicht goldgedeckt) ermöglicht der Wirtschaft, sich neu zu positionieren und frisch loszulegen, den Bürgern ermöglicht das, ein Haus zu kaufen und die Banken bekommen in großen Mengen das neue, werthaltige Geld. Dafür werden sie auch auf Sparguthaben wieder nennenswerte Zinsen zahlen und für Kredite auch verlangen.