Die Demobilisierung ist in vollem Gange

Ich habe das Wochenende in Zermatt verbracht, autofrei, versteht sich. Denn in dem Ski-Ort gibt es seit den 50er Jahren keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr. Einzige Ausnahme sind Firmen, die dafür einen Antrag stellen müssen. Aber selbst die Polizei fährt e-Autos und patroulliert zu Fuß.
In der „autofreien“ Stadt zeigt sich: selbst ohne Verbrennungs-Motoren gibt es viel Fahrzeug-Verkehr. Und ständig muss man sich umdrehen, ob nicht eines der leisen Fahrzeuge anrollt.
Weder die Lokalen noch die Touristen wollen auf Mobilität verzichten. Die e-Autos stellen die Schweizer vor Ort selbst her, seit drei Jahrzehnten. Sie haben damit begonnen, lange bevor es Tesla gab.

Jetzt zeigt sich: ein Zurück zum Auto im großen Stil wird es nicht geben, die Stadt hat keine Flächen für Parkplätze mehr, kaum jemand hat Garagen. Und inzwischen ist fast alles verbaut.
Doch Zermatt hat es leicht: alle Wege sind kurz; die Bauern fahren Traktoren; die Arbeitsplätze sind bei den Menschen, fast niemand muss aufwendig pendeln.
Der autofreie Luxus hat seine Negativseiten. Wer schnell mit einer ernsten Krankheit oder größeren Verletzung ins Krankenhaus muss, hängt oft vom „Heli“ ab. Dafür braucht man wegen der exorbitanten Kosten jedoch eine Versicherung.

Und wenn Zermatt neben Tourismus und Landwirtschaft auch Industrie hätte, könnte man sich nicht auf die e-Autos stützen.
Fazit: für Deutschland ist dieses Vorbild so nicht brauchbar.