Flaggen von Befürwortern der Unabhängigkeit in Barcelona 2017 / Philipp Reichmuth, [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Katalonien feiert heute seinen Nationalfeiertag. Er geht ursprünglich zurück auf die Erinnerung an den 11. September 1714, als im Spanischen Erbfolgekrieg Barcelona endgültig kapitulieren musste und infolge Katalonien seine Selbstverwaltungsrechte verlor.

In der Aktualität hat dieser Tag schon seit Jahren für viele Menschen in Katalonien einen reivindikativen Charakter angenommen. Seit das spanische Verfassungsgericht 2010 das gültige Autonomiestatut kassiert hat, demonstrieren am 11. September regelmäßig ein bis zwei Millionen Katalaninnen und Katalanen für ihre Rechte.

Auch dieses Jahr werden voraussichtlich wieder viele Menschen ihre Forderungen auf die Straßen Barcelonas tragen. Durch das bevorstehende Urteil im Mammutprozess gegen zehn katalanische Politiker und zwei Aktivisten, angeklagt wegen Rebellion und Aufstand, bekommt der Feiertag eine zusätzliche Brisanz. Seit dem 1. Oktober 2017, als die spanische Regierung das von der Zivilgesellschaft zusammen mit der Politik organisierte Referendum mit brutaler Polizeigewalt zu verhindern suchte, geht es nicht mehr nur um Selbstbestimmung oder Unabhängigkeit, sondern verstärkt auch um die Respektierung grundlegender Rechte und die Einhaltung elementarer demokratischer Standards.

Diese Bestrebungen und Anliegen sollten in Europa wahrgenommen werden, denn in Katalonien werden in der aktuellen Situation europäische Werte verhandelt, erklärt dazu Vertretung der Regierung in Deutschland.


1 KOMMENTAR

  1. Ihr Bericht mit pro-katalanistischer Tendenz zeigt, dass Sie sich nicht wirklich mit der Geschichte beschäftigen, sondern auf separatistische Propaganda hereinfallen. Katalonien hat in der Geschichte nie wirklich eine wichtige Rolle gespielt. Es war nicht mal ein Königreich, sondern bestand aus mehreren Grafschaften – die wichtigste Barcelona – die zum Königreich Aragon gehörten.

    Die genannten Aktionen des Bourbonen Felipe V erfolgten nicht gegen das unwichtige Katalonien, sondern gegen das Königreich Aragon, weil dieses im spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) auf der Seite des Verlierers stand, des Habsburgers Karl VI. Katalonien war bestenfalls ein Kolateralopfer.

    Wenn Sie das deutsche Wikipedia lesen, finden Sie übrigens gigantische Geschichtsfälschungen zugunsten von Katalonien. Im spanischen Wikipedia sowieso, und vermutlich auch im englischen, aber das verfolge ich weniger.

    Offenbar steht Ihr Autor auch aktuell auf der Seite der Separatisten und fällt auf deren Progaganda herein. Separatisten in Katalonien konnten nur deshalb so stark werden, weil Spanien jahrelang viel zu nachsichtig mit ihnen umgegangen ist und unter anderem erlaubt, dass Kinder seit den 80er Jahren bereits mit zwei Jahren im Kindergarten einer Gehirnwäsche unterzogen werden. An den Schulen und Unis sowieso. Und selbst so stellen sie nicht einmal 50 Prozent, wie die letzten Wahlen zeigten, die die pro-spanischen »Ciudadanos« gewannen.

    Die brutale Polizeigewalt, von der Sie schreiben, hat sich längst als Fake News herausgestellt, unter anderem durch Fotos und Videos von anderen, früheren Ereignissen.

    Sie schreiben, die Zivilgesellschaft habe zusammen mit der Politik ein Referendum organisiert. Aber das war nach spanischer Verfassung illegal. Was meinen Sie, würde in Deutschland passieren, wenn die Zivilgesellschaft ein nicht vorgesehenes Referendum organisiert? Als vor ein paar Jahren kurz von der Unabhängigkeit Bayerns die Rede war, bekam Seehofer zur Antwort, so ein Austritt aus dem deutschen Staat sei nicht vorgesehen. Was meinen Sie, wäre passiert, wenn Seehofer im Landtag daraufhin die Unabhängigkeit erklärt hätte? Genau das ist in Katalonien passiert.

    Katalanische Separatisten lügen unter anderem, was die Unterdrückung ihrer Sprache betrifft. Tatsächlich sprechen Schüler staatlicher Schulen überhaupt nicht mehr korrekt die Weltsprache Spanisch, sondern das völlig unnütze Katalan, weshalb sie keiner versteht, wenn sie knapp zwei Autostunden entfernt sind. Besitzer von Läden und Lokalen in Katalonien riskieren Strafen, wenn Sie ihren Geschäften Namen in anderen Sprachen geben. Ist das die Freiheit, für die Minderheit katalanischer Separatisten kämpft?

    Separatisten argumentieren gern, Madrid würde sie ausrauben. Wer die Menschen in Katalonien wirklich ausgeraubt hat, wurde jetzt bekannt. Der frühere Katalonien-Präsident Jordi Pujol hat 30 Jahre lang auf alles, was im Land passierte, illegale Provisionen kassiert. Die gesamte Beute hat sich umgerechnet auf flotte 290 Millionen Euro summiert, die der damals beliebte Politiker den Menschen im Land gestohlen hat. Die Millionen hat der Pujol-Clan zum Teil in Andorra und anderen Steueroasen versteckt, zum Teil wurde damit aber auch der Separatismus finanziert.

    Die entscheidende Frage ist, was hätten die Menschen in Katalonien von der Unabhängigkeit. Die Antwort: Gar nichts! Die einzigen Profiteure wären Politiker, Beamte und sonstige Funktionäre, die dann mit eigener Justiz ihre eigenen Schweinereien besser unter den Teppich kehren könnten. Von ihrer höheren Wichtigkeit sowie mehr und besser bezahlten Posten ganz zu schweigen.

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