Deutsche Abtreibungsstatistik: #FakeNews? Aus politischen Gründen geschönt?

Experte meldet massive Zweifel an präsentierten Zahlen an. Dunkelziffer könnte bei bis zu 200% liegen

Wien/Wiesbaden  – Soeben hat das Statistische Bundesamt die aktuellen Zahlen zu den nach offizieller Version seit Jahren sinkenden Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland veröffentlicht. Doch es gibt berechtigte Zweifel, ob diese Zahlen überhaupt stimmen – die verfügbaren Daten legen nahe, dass diese tatsächlich sehr viel höher und aus politischen Gründen geschönt ist.

Offiziell gab es im Jahr 2016 mit 98.700 Abbrüchen ein Minus von 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Deutschland hat damit offiziell nicht nur die geringste Rate an Schwangerschaftsabbrüchen in Europa, sondern ist auch das einzige Land, welches seit 12 Jahren einen ununterbrochenen Rückgang an gemeldeten Abbrüchen verzeichnet. (http://www.destatis.de) „Leider gibt es keinerlei Interesse daran, die tatsächliche Situation zu erheben, um daraus effiziente Präventionsmaßnahmen abzuleiten“, sagt DDr Christian Fiala vom Wiener Gynmed Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch.

 

Zwtl.: Beispiel Frankreich

Denn die verfügbaren nationalen und internationalen Daten deuteten darauf hin, dass rd. 1/3 bis 50% der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gar nicht gemeldet werden. In anderen Ländern werden die Meldungen der Ärzte penibel mit anderen Datenquellen abgeglichen, wie z.B. der Kostenübernahme. In Frankreich gibt es sogar eine eigene Arbeitsgruppe, welche die Daten aus den verschiedenen Datenquellen zusammenträgt und auf Vollständigkeit prüft. Daraus wird eine Dunkelziffer an fehlenden Meldungen geschätzt und erst dann eine Gesamtzahl veröffentlicht. Diese realistische Einschätzung der Abtreibungsrate in Frankreich liegt mehr als zwei Mal so hoch wie die offizielle Rate aus Deutschland.

Zwtl.: Willkür ohne Kontrolle

„Demgegenüber werden in Deutschland die anonymen und nicht überprüfbaren Meldungen der Ärzte seit Jahren unhinterfragt als Jubelmeldung übernommen“, so Fiala. Dabei bestätigt sich bei dem Vergleich unterschiedlicher Datenquellen aus Frankreich, dass die Meldungen von Ärzten am unvollständigsten sind. Die Anzahl dieser Meldungen wird in Deutschland nicht einmal mit der Zahl an ausgestellten Beratungsscheinen verglichen. Ein derart unzuverlässiges Meldesystem, welches ausschließlich auf den nicht überprüfbaren Meldungen von Ärzten basiert, wurde bei sexuell übertragbaren Infektionen bereits 2001 auf Empfehlung der Experten beendet, weil es unbrauchbar ungenaue Daten liefert.

Zwtl.: Hohe Dunkelziffer

Außerdem handelt es sich um ein Tabu-Thema, vergleichbar der Meldung von Geschlechtskrankheiten, wo die Dunkelziffer bekanntermaßen sehr hoch ist. Daneben gibt es auch noch einen Abtreibungstourismus insbesondere nach Holland und in geringem Ausmaß auch nach Österreich, wie Fiala, der in Österreich zwei Ambulatorien für Schwangerschaftsabbruch leitet, aus eigener Wahrnehmung bestätigen kann.

Der Gynäkologe und Verhütungsexperte DDr. Christian Fiala ist auch im Vorstand der Internationalen Berufsvereinigung von Fachkräften zu Schwangerschaftsabbruch und Kontrazeption, www.fiapac.org und Mitglied der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zu Reproduktiver Gesundheit an der Karolinska Universität in Stockholm.

Fast 100.000 Babys wurden 2016 abgetrieben – nur 4 Prozent medizinisch begründet

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