Der Derivatemarkt – das Billionen-Wettbüro

Wetten kann ja jeder und bei den Pferde- und Sportwetten hat man zumeist noch eine Vorstellung davon, was da gerade abgeht. Entweder kennt man die Sportler vom Ansehen oder man hat zumindest die zugehörigen Pferde schon einmal gestreichelt … ist mit ihnen womöglich sogar per DU. Apropos „Perdu“ (französisch), das wiederum kann durchaus ein Ergebnis vom Wetten sein, nämlich wenn alles weg ist. Der Derivatemarkt gilt heutzutage als Kür der Wettleidenschaft. Er ist für „Uneingeweihte“ recht abstrakt, was sich beim Wetten aber nicht als hinderlich erweisen muss.

Die überwiegende Zahl der umherwandelnden Menschen hat keine wirkliche Vorstellung davon, was in diesem Markt abgeht. Einen regelmäßigen Bericht dazu gibt es in der Schweiz, an dieser Stelle: OTC derivatives statistics at end June 2017 … [bis.org]. Die „Bank for international Settlements“ weiß sehr wohl was da läuft. Der verlinkte Bericht ist nicht gerade einfach zu lesen, er strotzt vor Fachvokabular. Deshalb findet der auch nur in Fachkreisen eine entsprechende Verbreitung.

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang sind die Größenordnungen über die wir reden. Das Weltsozialprodukt beläuft sich auf rund 70 Billionen Dollar pro Jahr. Das ist exakt der Wert, den die gesamte Menschheit im Verlaufe ein Kalenderjahres erarbeitet. Der sogenannte Derivatemarkt erreichte im Jahr 2013 seinen bisherigen Höchststand mit nominell 693 Billionen Dollar. Also fast das zehnfache dessen, was die Menschheit im Verlauf eines Jahres zu leisten imstande ist. Selbstverständlich ist das ein Bruttowert aber die dahinter stehenden, tatsächlich bewegten Zahlungsströme, sprich der Marktwert dieser Wetten, betrug immer noch 20 Billionen Dollar.

Jetzt ist das vorzugsweise eine Domäne der Banken. Besonders die Deutsche Bank steht seit Jahren mit beiden Beinen schwer im Feuer. Hier ein Bericht dazu: Die Deutsche Bank sitzt auf einem Billionen-Berg komplizierter Papiere. Wie bedrohlich ist das? … [ZEIT]. Zusammenfassend kann man sagen, solange die Wetten immer mit einer passenden Gegenseite abgesichert sind gibt es in aller Regel gut. Bis irgendwo eine größere Position tatsächlich einmal vollends anbrennt, die sich völlig unerwartet entwickelt. Dann kann es in dieser „Welt-Weit-Wettbude“ zum ungeregelten Kollaps kommen. Kritiker behaupten, dass dieser Zeitpunkt gar nicht mehr so fern ist.

Wie viele andere Marktsegmente auch, hat der Fortschritt mitsamt online-Verfügbarkeit im Internet auch hier einen signifikantem Wandel bewirkt. Heute kann quasi jedermann seiner Wettleidenschaft auch in diesem Bereich nachgehen. Da beginnt die Qual der Wahl meist bei der Auswahl geeigneter Wettanbieter für den kleinen Mann. Hier ein Vergleichsportal: https://www.qomparo.de/vergleiche/finanzwetten/ … wobei man damit sicherlich die Kosten ein wenig drücken kann, nicht aber das Risiko.

Insgesamt hat dieser Markt derzeit einen rückläufigen Charakter, was aus dem oben verlinkten PDF-Bericht (2017) gut zu erkennen ist. Das Jahr 2013 markierte den bisherigen Höchststand. Das lässt sich vielleicht als Nachwirkung der Finanzkrise aus dem Jahre 2007 begreifen, als die Banken verzweifelt versuchten alles und jedes in irgendeiner Weise abzusichern. Inzwischen hat sich herumgesprochen dass diese Positionen in der Bilanz nicht mehr so gut gelitten sind und infolgedessen werden sie nach Kräften abgebaut. So ist das Gesamtvolumen des Derivatemarktes im Jahre 2017-Mitte auf 542 Billionen Dollar geschrumpft und dessen Marktwert beträgt derzeit rund 13 Billionen Dollar. Das Verhältnis dieses Finanzmarktes zur Realwirtschaft ist und bleibt dennoch recht ungesund. Es ist nicht unrealistisch anzunehmen, dass das Platzen dieser Blase die Weltwirtschaft mit in den Ruin treibt.

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