XY fordert, Dr. Sowieso hat mal gesagt und der Dalai Lama ist doch kein Nazi, oder?

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Da sitzt sie, die in gefärbte Bettlaken gehüllte Grinsekatze, und hält ein Schwätzchen mit Drohnenmörderpräsident Obama. Neulich hat der „Dalai Lama“ eines seiner alten Zitate aufgewärmt, dass Europa bald zu Afrika würde, wenn das mit der Massenmigration so weiter ginge, oder so. Und wenn der das sagt, dann kann man doch nicht „Nazi“ sein, wenn man auch so denkt. Doch! Einer der Lehrer „Seiner Heiligkeit“ war der Österreicher Heinrich Harrer. Sein Buch „Sieben Jahre in Tibet“ wurde zweimal verfilmt, zuletzt mit Brad Pitt. Später stellte sich heraus, dass Harrer bereits lange vor dem Anschluss Österreichs der SA angehört hatte. Also doch Nazi. Ätsch, reingelegt!

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Auch nicht um das Frauenbild der Tibeter, die als „Niedergeborene“ betrachtet und auch so genannt werden. Oder um manche Praktiken im tibetischen Buddhismus, bei denen achtjährige Mädchen … lassen wir das! Ebenso gut könnte man den Dalai Lama in die Nähe von Ursula von der Leyen rücken, gestern noch Flinten-Uschi, davor Zensursula und morgen vielleicht schon „EUschi“. Der Nepotismus, der von der Lügen vorgeworfen wird, ist dem lächelnden Mönch nicht fremd. Alle wichtigen (und lukrativen) Ämter werden von Familienmitgliedern besetzt. Hat die Findungskommission eigentlich irgendwann einmal die soundsovielte Wiedergeburt des immerselben Lamas bei einer armen Bauernfamilie entdeckt? Und die Preisfrage schlechthin: Schützen ein tibetischer Talisman oder ein Dalai Lama T-Shirt vor politischer Verfolgung – und wenn ja, welchen Zauberspruch muss man dabei aufsagen? Ommmmm?

Bohemian Grove Helmut Schmidt hat auch mal was über „zu viele Ausländer und Mord und Totschlag“ gesagt, na und? Das hinderte ihn nicht daran, bei der Teheran-Konferenz, die Rückkehr Ayatollah Khomeinis aus dem Exil mit einzufädeln oder im Zuge des „RAF“-Terrors, die Rasterfahndung und Entwaffnung der Deutschen voranzutreiben. Manche meinen gar, er würde sich angesichts der heutigen Politik im Grabe herumdrehen, dabei ist er noch gar nicht so lange tot. Zu Lebzeiten hat er nichts dagegen unternommen, als Verleger hätte er durchaus die Möglichkeit dazu gehabt. Der Mann, der nicht an Visionen glaubte, sondern sie für behandlungsbedürftig hielt, kommt bestimmt nicht als Zombie zurück, um Merkel zur Hölle zu schicken. Diese Art der Totenbeschwörung ist sinnlose Zeitverschwendung.

Zurück zu den Lebenden. Der von der Schwerkraft etwas benachteiligte Erzengel Sigmar hat Merkel einst als „Geschäftsführerin einer neuen Nichtregierungsorganisation“ bezeichnet und die Existenz einer Bundesregierung geleugnet. Weder der Verfassungsschutz noch die Weight Watchers wollten ihn anschließend beobachten. Und zuletzt hat sogar Oskar Lafontaine davon gesprochen, dass die Bundesrepublik kein souveränes Land sei. Sind das jetzt Nazis oder Reichsbürger? Nein, aber du! Erstens sagst du doch immer, dass die Nazis Linke waren und zweitens liest du gerade einen Artikel auf einer Seite, die nicht links ist, also bist du rechts, ist doch logisch, oder?

Als ich klein war, hat Dr. Best Zahnbürsten empfohlen und ein Herr Kaiser die Hamburg-Mannheimer. Daran hat sich bis heute nichts geändert.