Der #Bitcoin-Betrug: Wenn aus einer „Währung“ plötzlich zwei werden

Ausgerechnet jetzt macht die wichtigste deutsche Seite für Kryptowährungen, der Bitcoinblog, Urlaub. Das sei jedem gegönnt und muss nichts übles bedeuten, seit dem Bitcoin-Hype befasst sich ja auch die klassische Finanzpresse mit den total hippen Kryptowährungen.

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Foto by zcopley

Es tobte schon länger ein „Bürgerkrieg“ in der Bitcoin-Gemeinde, dessen Hintergründe für die meisten Normalsterblichen wohl genauso unverständlich bleiben, wie die Blockchaintechnologie. In diesem Sinne kann man den Bitcoin tatsächlich „kryptisch“ nennen, ansonsten aber handelt es sich um ganz normales Betrugsgeld, wie alle Währungen, die im Umlauf sind, natürlich mit Ausnahme von Edelmetallen oder KKK (Kippen, Kaffee, Kartoffeln).

Bei den Streitigkeiten um den Bitcoin ging es darum, wie die Blockchain, auf der jede „Kryptowährung“ basiert, technisch beschaffen ist und wer die Kontrolle über die Währung hat.

Bitcoin-Nutzer wurden in den letzten Tagen, sofern sie es noch nicht wussten, durch Fehlermeldungen in ihren „Wallets“, den digitalen Geldbörsen, aufmerksam gemacht, dass etwas vor sich geht. Gestern wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Plötzlich gibt es zwei Bitcoins. Den „Bitcoin cash“ und den „normalen“ Bitcoin. Man stelle sich vor, der Euro wäre über Nacht in einen Nord- und Südeuro gespalten worden. Griechische und italienische Münzen wären auf einmal nur halb so viel wert, wie niederländische und deutsche Euro.

Die Mehrheit der Bitcoiner befürwortet für die Blockchain die traditionelle Blockgröße von 2 Megabyte. Da schon so viele Bitcoins „geschürft“ wurden, dauert es immer länger, um neue Münzen zu zaubern. Deshalb wollte ein Teil der „Gemeinde“ die Technik modernisieren und auf eine Blockgröße von 8 Megabyte setzen, um die Geldmenge dem „Bedarf“ entsprechend erhöhen zu können. Das nennt man auch „Inflation“ oder schlicht und ergreifend Betrug – nichts anderes machen Draghi oder die FED, nur können sie unbegrenzt ihr Falschgeld unters Volk bringen. Kryptoenthusiasten, die tatsächlich an den Erfolg und die Sache geglaubt haben, dürften irgendwo zwischen Entsetzen und Ernüchterung taumeln. Wieder einmal hat die Gier gesiegt und ein gutes Projekt zerstört, ach! Dass sie einem Selbstbetrug erlegen sind, darauf werden die wenigsten kommen und die Schuld den bösen Kapitalisten unter den Bitcoinern in die Schuhe schieben. Die Spaltung des Bitcoins kann man in etwa mit der Abkehr vom Goldstandard vergleichen, der die heute üblichen Gelddruckorgien erst ermöglichte. Das dezentrale „Geld“ ist Geschichte, wie die Entwicklung gezeigt hat. Das liegt nicht an der Gier oder dass man es bei der nächsten Kryptowährung einfach besser machen muss, sondern an der Grundidee – sie ist nichts als heiße Luft. Der Bitcoin ist nichts wert und noch dazu wird für seine „Schöpfung“ sinnlos Energie verbraucht – anders als Papiergeld ist er also auch noch umweltschädlich.

Überzeugte Linke denken auch heute noch ähnlich über Sozialismus und Kommunismus, den eben noch nie einer richtig umgesetzt habe, wie jetzt die enttäuschten Bitcoiner über den Verrat aus den eigenen Reihen. Der Rheinländer sagt: „Von Nix kommt Nix!“ – daran hat sich nichts geändert. Begreifen werden es nur wenige, Betrug und Selbstbetrug mit dem Kryptowahn werden also weiter gehen. Wenn der Bitcoin das Bargeld als angeblich bessere Alternative ablösen soll, dann muss der Kurs fallen und fallen und die Geldmenge steigen. Noch lässt sich mit Spekulation und etwas Glück eine Menge Geld verdienen, aber erst wenn sich für Normalbürger relativ einfach zwischen Euro, Dollar und Bitcoin umrechnen lässt, können sie mit der neuen Währung kalkulieren und werden sie akzeptieren. Wie immer, ist dabei Psychologie im Spiel – die Psychologie der Massen. Wenn es soweit ist, sind die meisten Kryptopioniere der ersten Stunde längst von Bord und die üblichen Bankster haben die totale Kontrolle erlangt.

Noch hat sich das digitale Betrugsgeld nicht etabliert, aber der Bitcoin ist und bleibt in aller Munde, dafür sorgen die Medien schon, bis er endlich in den leeren Taschen der digitalen Analphabeten landet, die nicht merken, dass man ihnen des Kaisers neue Kleider teuer verkauft und das Fell über die Ohren gezogen hat.

P.S. – hier noch ein Lesehinweis für Klugscheißer mit Bezug auf die Einleitung des Artikels: DER, DIE oder DAS Blog?  Wie heißt es eigentlich richtig? Für mich heißt es schon aus politischen Gründen „DER BLOG“ – weil Schreiben männlich und Quasseln weiblich ist. Das sollte doch jedem einleuchten …

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

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4 Kommentare

  1. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters diskutieren EU-Staaten aktuell darüber, europaweit Privatanlegern den Zugriff auf ihre Bankkonten zu sperren. Diese Informationen stammen aus einem Dokument der EU-Ratspräsidentschaft, das kürzlich von Reuters untersucht wurde. Laut dem neuen EU-Vorschlag sollen erstmals Banken auch Spareinlagen unter 100.000 Euro einfrieren, um so einen Bankenkollaps zu verhindern. Diese Maßnahme hatte die EU-Kommission letztes Jahr noch abgelehnt, da dies „einen negativen Einfluss auf das Vertrauen in den Markt haben könnte.“ Zu dem neuen Vorhaben der estnischen Ratspräsidentschaft wollte die EU-Kommission sich nicht äußern.

  2. Ich begrüsse eine kritische Auseinandersetzung mit der Hard Fork und der Spekulation und Gier.
    Bitcoin ist dezentral und somit von den Usern und Minern geprägt. Sie User und Miner gierig, dann macht dies nicht Bitcoin „böse“ sondern ist einfach ein weiteres Abbild des aktuellen Macht- und Ressourcenkampfes auf unserer Erde.

    Ich gehe mit Ihnen einig, dass Bitcoin nicht nachhaltig sind. Proof of Work ist die falsche Angehensweise. Es gibt viele Altcoins, die über Proof of Stake minen, oder sogar komplett frei sind von Mining. Auch hier hat der Nutzer die Wahl.
    Der Name „Bitcoin Cash“ ist verwirrend. Der Coin dürfte sich nicht Bitcoin nennen dürfen, da er keine Mehrheit der „Gemeinde“ hinter sich scharen konnte.

    Für mich sind in diesem Text trotzdem einige Fehlinformationen vorhanden.
    1) Es gibt keine 2 Bitcoins. „Bitcoin Cash“ hat sich vom Bitcoin bewusst abgetrennt. Sie haben zwar die gleiche Geschichte aber sind NICHT Bitcoin.
    2) Es gibt auch keine Inflation im Bereich Bitcoin. Die Maximalmenge ist 21 Millionen BTC und diese wird nicht überschritten. Bitcoin Cash ist hauptsächlich eine Privatinitiative von Jihan Wu, der langezeit sehr aufwändig Bitcoin gemined hat; hauptsächlich aus kommerziellen Gründen. Natürlich gibt es jetzt auch noch 16.5 Millionen Bitcoin Cash, doch hat dieser ausser der Historie nix mit Bitcoin zu tun und hat momentan auch nur den Wert von 7% eines Bitcoin.
    3) Der User oder Besitzer von Bitcoin wurde NICHT verarscht. Im Gegenteil. Vor der Hard Fork hatte ein Bitcoin den FIAT-Gegenwert von 2900 US$. Nach der Hard Fork sank zwar der Bitcoin Kurs auf 2700 US$; aufgrund der gemeinsamen Historie der Blockchain mussten jedoch die „Gründer“ von Bitcoin Cash jedem Bitcoinbesitzer den gleichen Betrag zusprechen (Wert pro Bitcoin Cash aktuell 225 US$). Da sich der Bitcoin Kurs auch wieder erholt hatte, haben die User nun den höheren FIAT-Gegenwert als vor der Fork.
    4) Der Bitcoin wurde nicht über Nacht aufgeteilt. Wer sich bei einer seriösen Plattform Bitcoin gekauft hatte, der erhielt rund 1 Woche vor der Hard Fork einen Newsletter mit der Ankündigung. Jeder hatte die Wahl seine Bitcoin in Euro zurück zu tauschen, denn jeder war informiert. Bitcoin ist dezentral und genau deshalb geht es halt, dass sich eine Gruppe abspaltet. Natürlich wäre dies beim Euro eine lange politische Geschichte, so eine Trennung hinzukriegen, doch genau der dezentrale Aspekt und die Möglichkeit, dass sich eine Gruppe unabhängig loslösen darf, dies ist ja auch der Vorteil von Kryptowährungen.

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