Es geht mal rauf und dann wieder runter. Man möchte meinen, alles wie im richtigen Leben, wenn da nicht diese dunkle Wolke namens Pandemie über uns verweilte. Aber auch die ist Teil des Spiels und Garant dafür, dass irgendwann die Luft aus der Blase ganz gründlich abgelassen wird. Derzeit sind die DAX-Wetter Propheten uneins, wann uns das Mega-Gewitter ereilen wird. Im Moment stockt die Blähung. Allein das ist für viele Börsianer bereits ein schlimmes Zeichen, als wolle Mammon die Bullen ausnahmslos auf die Hörner nehmen, aber keine Sorge, schlimmer geht immer.

Aber auch für den Wochenbeginn fanden sich passende Aspekte die schwächelnde Blasenbildung standesgemäß zu charakterisieren: Dax fällt und fällt – die Corona-Angst ist an der Börse zurück. Noch düstere Szenarien wagt man schon gar nicht mehr zu beschreiben, könnten sie doch Anlass geben, dass sinkende Schiff vorzeitig zu verlassen. Das weitere Auseinanderdriften, einerseits der verendenden Realwirtschaft und andererseits dem Drang, an der Börse völlig losgelöst davon, weiterfeiern zu wollen, ist ungebrochen.

Realitätsferne ist auf der Party kein Thema

Dem weniger bemittelten Durchschnittsmenschen, der ohnehin kaum einen Cent für diese Form der Geldanlage entbehren kann, macht es keine all zu großen Sorgen, er hat schlicht existentielle Nöte. Das große Fieber befällt in der Regel die Habenden oder die Glücksritter, die meinen, es würde ewig aufwärts gehen. Wer, einem Wetterbericht gleich, stets im Sekundentakt auf neue Höhenflüge setzt, kann sein Nervenkostüm mit diversen Apps vom Aktienboard elektrisieren. Zwar wird er dort auch nur Zuschauer großer Ereignisse bleiben, aber im Einzelfall mag es zur Nutzung bestimmter Gelegenheiten taugen. Das ist Information im Sekundentakt, da verpasst man keinen Einschlag mehr.

Die klassische Betrachtung zur Börse war stets die, dass dort ein Abbild von Angebot und Nachfrage, mit gestrengem Blick auf die Realwirtschaft, entstehen sollte. Das ist inzwischen Schnee von gestern. Die Börse, sprich die Finanzmärkte haben sich mehr oder minder vollständig von der Realwirtschaft entkoppelt. Die aktuellen Gelddruckorgien der Notenbanken wirken nicht auf die Realwirtschaft. Dazu hätte man statt Unternehmensrettungen en gros, die menschliche Basis damit füttern müssen, um ein Produktions- und Konsumwunder loszutreten.

Ist das strukturelle Versagen der Plan für den Reset?

Bei den soeben beschriebenen Rettungsaktionen für das Großkapital, auf Kosten der kleinen Fische, tut sich ein gravierendes Problem auf. Wer bei finanziellen Fütterungs-Eingriffen die Basis der kommerziellen Nahrungskette im Konsumteich übergeht, muss damit rechnen, dass die Basis verstirbt. Die Natur lehrt uns aber, dass beim Auslassen und späteren Ausfall der niederen Ebene der Nahrungskette, die großen Fische auf lange Sicht auch nicht überleben werden. Kurzum, das was da gerade im Namen der Pandemie praktiziert wird, widerspricht allen bisherigen ökonomischen Grundwerten.

Jetzt wäre es verwegen zu behaupten: „Sie wissen nicht was sie tun“. Das wissen die Macher nur zu genau. Die These, dass jedes Wirtschaftssystem, welches auf Wachstum und nicht auf Erhalt ausgerichtet ist, eines Tages implodieren muss, ist nicht neu. Der Blick in die Geschichtsbücher liefert die besten Belege dafür. Alles weist untrüglich darauf hin, dass es derzeit nur noch um den letzten Umverteilungsturbo geht. Der wird zugeschaltet, um maximal viel an Produktionsgut, Ressourcen und Grundbesitz von unten nach oben zu delegieren.

Der Crash ist fix, nur der Zeitpunkt nicht

Nach dem Zusammenbruch aller Währungen, kann es den Eigentümern dieser Güter egal sein, wie sich eine neue Währung nennt. Qua der Sachwerte ist ihr Reichtum gesichert, wohingegen die Mehrheit der Menschen mit ihren verbrieften/virtuellen kleinen Reichtümern turnusgemäß vor dem Nichts stehen. Die Frage: „Kommt der Euro-Crash?“, stellt sich längst nicht mehr. Letzteres ist die eigentliche Botschaft, die aber auch niemand hören will oder soll, bis das Spiel nicht gesichert zu Ende ist. Bislang sieht der Plan vor, dasselbe Spiel für weitere drei Generationen anzusetzen. Mal sehen, welche Krise dann inszeniert wird, um den Spieltisch zum x-ten Male abzuräumen.

1 KOMMENTAR

  1. Um die übereilte Flucht aus den weltweiten Börsen zu stoppen, haben die Zentralbanken riesige Mengen an Papiergold ETF in die Märkte gepumpt. Das hält eine Zeit lang die Börsenjunkies vom Liquidieren ab, Es folgen aber Massenentlassungen nicht nur in Deutschland sondern vor allem in den anderen großen Industriestaaten. Bankrotte von Schlüsselindustrien werden auch in Europa unvermeidlich sein. Automibil-, Stahl und andere Metallverarbeiter oder -Erzeuger.

    Nichts wird nach dem Affentanz um den Coronavirus so sein wie vorher.

    Oma meinte immer: Leute, kauft Kämme. Es kommen lausige Zeiten.

Comments are closed.