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Harald Dettenborn [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons

Kaum wurde bekannt, dass Angela Merkel nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren „wolle“, womit sie ihrer eigenen Doktrin widerspricht, nach der Parteivorsitz und Kanzlerschaft zusammengehören, meldet einer ihrer parteiinternen Widersacher Anspruch auf das Amt an. Nicht Spahn, nicht Klöckner, auch nicht Kramp-Karrenbauer, die mit dem Kürzel AKK besonders hipp erscheinen soll, sondern Bierdeckelsteuer-Mann Friedrich Merz. Der Kampf um das Erbe ist also eröffnet, Merkels Abgang eine beschlossene Sache.

Merz hatte seinerzeit gegen Merkel den Kürzeren gezogen, mit seinen Plänen zu einer Steuerreform konnte er sich im Land der Staatsgläubigen nicht durchsetzen. Er ist seit 2009 Vorsitzender des „Netzwerks Atlantik-Brücke“, außerdem Mitglied der Trilateralen Kommission von Europa und zudem Aufsichtsratschef für den deutschen Ableger des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock.

Merz hat die alten Machtstrukturen hinter sich, die schon Hillary Clinton nicht ins Weiße Haus bringen konnten, wohl aber mit Macron in Frankreich den Front Nationale in die Schranken verwiesen haben. Für einen medialen Begeisterungshype, wie um Österreichs Bundestrojaner Sebastian Kurz ist Merz allerdings zu alt. Der spröde Politiker konnte sachlich durchaus überzeugen, doch für einen Kurswechsel der Union dürfte er nicht der richtige Mann sein.

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