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Seit dem Update auf 5.0 ist WordPress nicht mehr das, was es einmal war. Viele Nutzer sind über den neuen Gutenberg-Editor verärgert. Einige Entwickler haben mit ClassicPress eine Fork herausgebracht, zu der man mit einem einfachen WordPress-Plugin konvertieren kann. CP ist das gute alte WP vor Gutenberg und mit allen Plugins und Themes kompatibel, die unter WordPress 4.9 funktionierten.

Aber wie es weiter geht, kann keiner wissen. Für große Projekte mit Woocommerce und weiteren, teils teuren Plugins wäre mir ein Umstieg zu gewagt. Ich kann mir derzeit kaum vorstellen, dass die leidgeprüften Entwickler ihre Plugins künftig auf Kompatibilität mit zwei CMS testen, dafür ist ClassicPress einfach zu klein und wird am Ende nur für „echte Blogger“ interessant bleiben. Hoffentlich täusche ich mich, denn mir gefällt der Weg, den WordPress eingeschlagen hat überhaupt nicht. Aber das ist Geschmacksache.

Wer einfach nur bloggen will, findet heute bessere Alternativen als das schwerfällig gewordene WordPress. Flat CMS, wie „Bludit“ kommen ohne Datenbank aus und lassen sich einfach und voll „Oldschool“ per ftp-Upload installieren. Auch „Gravis“, Kirby und weitere Systeme sind vielversprechend, doch „Bludit“ gefällt mir derzeit am besten.

Zum Vergleich: Mit dem Fotografen-CMS „Koken“ habe ich mich lange und ausgiebig beschäftigt. Leider geht die Entwicklung nicht voran, es gibt nicht mal ein Datenschutz-Plugin und nur wenige Themes, die auch noch überteuert angeboten werden. So wird das nichts, obwohl mir Koken in seiner simplen Art super gefallen hat.

Mit Bludit sieht das anders aus. Die Installation ist für Anfänger kein Problem, sofern sie ein ftp-Programm bedienen können und wissen, wie sie bei ihrem Provider die Domain auf den richtigen Ordner verweisen.

Es gibt auch für Bludit nur wenige Themes, aber schon recht brauchbare Plugins, die einfach per ftp in den entsprechenden Ordner hochgeladen werden müssen, damit man sie im Dashboard aktivieren kann.

Die Dokumentation gibt es auch auf Deutsch, was selten ist für nicht so verbreitete Open source Software. Es gibt sogar eine reine deutschsprachige Seite: planet-bludit.ch. Die wenigen Schritte sind einfach zu bewerkstelligen. Man lädt die aktuelle Bluditversion herunter, entpackt sie und dann muss man den entpackten Ordner mit den Dateien und Unterverzeichnissen per ftp auf den Server hochladen. Die Domain sollte auf diesen Ordner verweisen, aber das weiß natürlich jeder, der ein ftp-Programm benutzt. Alternativ kann man auch die Zip-Datei hochladen und auf dem Server entpacken, manche Provider – z.B. All-inkl unterstützen das über web-ftp.

Dann ruft man die Domain auf und der einfache Installationsprozess beginnt. Fertig!

Im Dashboard (man erreicht es über meinedomain.tld/admin) findet man sich leicht zurecht. Als erstes habe ich aus Sicherheitsgründen den Standardnutzer „admin“ gelöscht. Dazu legt man zunächst einen neuen Benutzer mit Adminrechten an, meldet sich mit den neuen Daten ein weiteres Mal an und löscht den „admin“.

Plugins und Themes kann man über das Dashboard aktivieren, aber nicht wie bei WordPress installieren. Man muss sie erst herunterladen, entpacken und dann die jeweiligen Ordner in die Ordner bl-themes bzw. bl-plugins hochladen. Dann werden sie im Dashboard erkannt und man kann sie aktivieren und einrichten.

Die Plugins findet man auf der offiziellen Bludit-Seite, ebenfalls mit deutscher Beschreibung. Besonders wichtig ist natürlich dieses hier: https://plugins.bludit.com/de/plugin/cookie-consent. Wenn dann noch Impressum und Datenschutz angelegt sind, ist man bereits auf der abmahnsicheren Seite.

Ja – es gibt ein Plugin zum einfachen Import von WordPress-Beiträgen. Für die ältere Version von Bludit gibt es ein XML-Converter-Plugin. Für die aktuelle Version geht der Import direkt über die URL.

Beschrieben wird das Plugin in diesem Video:

Für den klassischen Ein-Themen oder Ein-Mann-Blog ist Bludit perfekt geeignet, wenn man nicht zu hohe Erwartungen hat. Man kann einen Feed ausgeben, doch beim Design muss man selber etwas Hand anlegen, wenn die wenigen Themes nicht gefallen. Wer den Entwickler unterstützen möchte, kann das über Patreon machen. Wie das geht, erfährt man hier. Zwei Dollar im Monat sind mir die Sache auf jeden Fall wert.

Im nächsten Beitrag beschreibe ich, wie man sein Bludit monetarisieren kann.

Quelle: Blogpusher

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1 KOMMENTAR

  1. Hatte bisher keinerlei Probleme mit WordPress 5+ und Gutenberg.
    Auch die Website Builder, wie Elementor oder Thrive Themes laufen bei mir problemlos.
    Das Gute an WordPress ist die riesige Community, hier gibt es eigentlich für alle Probleme, die auftreten können, schon eine Lösung.
    Außerdem ist die Auswahl an Plugins/Themes wirklich riesig.
    Also ich würde das nicht missen wollen. Ich habe das schon bei verschiedenen Shopsystemen erlebt, das es kaum Addons gibt und spezielle Programmierung ist kaum bezahlbar.

    Die WP Community ist halt unschlagbar und bei „kleineren Nieschen“ Produkten ist die Gefahr größer, dass es irgendwann nicht mehr weiterentwickelt und supported wird.

    Sollte man bedenken.

    Aber ich finde solche Sachen auch immer interessant. Ich bin vor kurzem auch auf ein Tool gestoßen, dass aus WordPress eine statische Webseite erstellt (wird aber erst noch veröffentlicht, ist noch in Entwicklung).

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