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Bislang wurde der Bitcoin skeptisch geliebäugelt. Er galt als hochriskantes Investment, mit starken Schwankungen, die nur schwer vorhersagbar waren. So gab es aber in der letzten Zeit immer wieder auch Gerüchte und veränderte Weltlagen, die den Bitcoin regelrecht angefacht hatten. Dabei konnte er sich aber erstaunlich gut behaupten. Der Kursverlauf in den letzten 2 Monaten führte dabei regelrecht zu einer kontroversen Diskussion. Dabei ging es weniger um das Risiko, als vielmehr um eine ganz bestimmte Frage.- Ist der Bitcoin nicht vielleicht auch ein Safe-Haven-Asset geworden?

Schon die Frage begeistert einige Anleger, die den Coin sogar mit virtuellem Gold vergleichen. Andere halten das jedoch für übertrieben und warnen regelrecht davor, den Bitcoin als sicheren Hafen zu bewerten.

Safe-Haven-Asset – Die Gründe

Warum wird der Bitcoin plötzlich als Safe-Haven-Asset von einigen Anlegern betrachtet? Es sind vor allem die jüngsten Krisen, die zum einem möglichen Umdenken geführt haben. Angefangen hat alles mit der Iran-Krise. Als sich diese zuspitzte, schossen Gold und Rohöl nach oben, während die Aktienmärkte nachgaben. Ein zunächst ganz normales Szenario bei Krisen dieser Art. Doch da war auch der Bitcoin, dessen Korrelation mittlerweile bei 0,14 zu Gold liegt und ebenfalls mit dem Goldkurs regelrecht nach oben schoss.
Genau dieses Beispiel zeigt, dass einige Investoren die Kryptowährung mittlerweile als sicheren Hafen betrachten und in Krisen umschichten. Der Bitcoin-Experte Willy Woo äußerte sich so positiv, dass er die Iran-Krise quasi als einen Beta-Test für den Bitcoin sah, der erfolgreich absolviert wurde. Während andere die virtuelle Währung als Spekulation nutzen oder Bitcoins in Online Casinos investieren beziehungsweise damit bezahlen, wird das Interesse als Safe-Haven-Asset zunehmend größer.

Iran-Krise machte Bitcoin zum Safe-Haven-Asset

Schon kurz nach dem Raketenangriff verdienten Spekulanten viel Geld, während vorsichtige Anleger ihr Geld in den Coin transferierten, um sich abzusichern. Das Plus lag bei 4,1 Prozent kurz nach dem Angriff. Der Kurs des Bitcoins lag zuvor bei 6.945 US-Dollar und stieg im Laufe der Krise auf 7.230 US-Dollar. Im weiteren Verlauf schaffte es die virtuelle Währung sogar, die Marke von 8.000 US-Dollar zu durchbrechen.
Aber die Iran-Krise ist nicht das einzige Beispiel. Der Corona Virus bescherte dem Bitcoin erneut einen Auftrieb, während die internationalen Aktienmärkte unter Druck gerieten. Kaum hatte sich die Iran-Krise verflüchtigt, fiel der Bitcoin wieder langsam. Erst durch den Virus schlug der Kurs abermals über die 8.000 US-Dollar und machte den Coin erneut zum Safe-Haven-Asset.

Sehr unterschiedliche Einschätzungen

Dennoch sieht nicht jeder den Coin als sicheren Hafen. Die Meinungen gehen weit auseinander. Unter den Analysten gibt es viele Kritiker, die sogar offen davor warnen, den Bitcoin als Safe-Haven-Asset zu bewerten. Deren Meinung nach sollte die virtuelle Währung bei Krisen sofort abgestoßen werden. So bewertet unter anderem Ryan Selkis, der als Analyst arbeitet, den Bitcoin.

Sicherlich ist die Kryptowährung nicht mit dem virtuellen Gold zu vergleichen. Dennoch ist es auch die staatliche Unabhängigkeit, die den Coin attraktiv macht. Denken wir nur damals an die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland, als die Bankautomaten nur noch 50 Euro pro Tag ausspuckten. Viele Griechen, so die Mutmaßung, hatten vor der Maßnahme ein Großteil des Geldes ins Ausland geschafft und dabei auch in virtuelle Währungen investiert.

Fazit

Ob der Bitcoin wirklich ein Safe-Haven-Asset ist oder sein kann, muss jeder Anleger für sich beantworten. Fakt ist, der Coin ist nach wie vor eine hochriskante Anlage. Allerdings mit einer erstaunlichen Korrelation zu Gold.

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