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Bilanz der Berliner Feuerwehr zur Silvesternacht

Der Jahreswechsel vom 31.12.2019 zum 01.01.2020 stellte die Berliner Feuerwehr wie auch in den Vorjahren vor eine große Herausforderung. In der arbeitsreichsten Nacht des Jahres galt es, das erhöhte Einsatzaufkommen, insbesondere im Rettungsdienst und in der Brandbekämpfung, zu bewältigen.

Zusammenfassung

Um 19:00 Uhr wurde der planmäßige „Ausnahmezustand Silvester“ ausgerufen. Die Einsätze wurden daraufhin nach Priorität und nicht nach Notrufeingang disponiert und das Einsatzmittelaufgebot angepasst. Zur Koordinierung der Maßnahmen wurde der Stab Feuerwehr einberufen. 15 Angehörige der Berliner Feuerwehr waren dabei tätig. Der Pressedienst berichtete die gesamte Nacht über die sozialen Medien von verschiedenen Dienst- und Einsatzstellen.

In der Silvesternacht befanden sich insgesamt 1.346 Einsatzkräfte in Dienst. Davon waren 857 Angehörige von der Berufsfeuerwehr, 489 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, 86 Kräfte der Hilfsorganisationen und der Bundeswehr (Rettungsdienst) und 36 Kräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Zum Vergleich: In einer „normalen“ Nacht befinden sich rund 520 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr ständig im Dienst.

Zur Absicherung der Veranstaltung „Welcome 2020“ an der Festmeile am Brandenburger Tor wurden 2 temporäre Feuerwachen und 6 Sanitätsstellen des Deutschen Roten Kreuzes eingerichtet. In diesem Bereich kam es zu 134 Hilfeleistungen des Sanitätsdienstes. 15 Personen mussten von dort in umliegende Kliniken transportiert werden. Im Stadtgebiet behandelten wir 33 Personen mit Verletzungen, die durch Pyrotechnik verursacht wurden.

Der „Ausnahmezustand Silvester“ konnte um 04:10 Uhr beendet werden.

Einsatzzahlen 19:00 bis 06:00 Uhr

Gesamteinsätze: 1.523 Brände: 617 Rettungsdienst: 806 sonstige: 100

zum Vergleich 2018/2019:
Gesamteinsätze: 1.448 Brände: 446 Rettungsdienst: 940 sonstige: 62

An regulären Tagen bewältigt die Berliner Feuerwehr rund 1.400 Einsätze in 24 Stunden.

Bei der Notrufannahme mussten sich die Hilfeersuchenden besonders in den ersten 2 Stunden des neuen Jahres länger gedulden als üblich. Aus etwa 1.040 Notrufgesprächen wurden 540 Einsätze disponiert. An einem durchschnittlichen Tag löst nur jeder dritte Anruf tatsächlich einen Einsatz der Berliner Feuerwehr aus.

Übergriffe und Pyrotechnik

Leider kam es auch in dieser Silvesternacht teilweise zu gefährlichen Angriffen auf Einsatzkräfte und -fahrzeuge durch pyrotechnische Erzeugnisse. Die Auswertung ergab 24 Übergriffe auf Einsatzkräfte, davon 20 mittels Pyrotechnik. Dabei wurden 3 Einsatzkräfte verletzt. 2 besonders negative Ereignisse trugen sich in Neukölln und Pankow zu. Dort wurde ein Löschfahrzeug massiv mit Pyrotechnik beschossen. Mehrere Personen versuchten weiterhin sogar die Fahrzeugkabine zu öffnen und mit Schreckschusswaffen hineinzuschießen. An einer anderen Einsatzstelle wurde ein Rettungswagen durch Beschuss mit einer Schreckschusswaffe beschädigt.

Überblick über besondere Einsätze

22:50 Uhr, Kaiserin-Augusta-Allee, Charlottenburg

Es brannte im Dachbereich eines Wohngebäudes. 1 Person wurde durch die Berliner Feuerwehr in Sicherheit gebracht. 26 Einsatzkräfte waren an der Bewältigung der Lage beteiligt.

23:48 Uhr, Budapester Straße, Charlottenburg

Ein Feuer auf dem Balkon im 7. Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses forderte 41 Einsatzkräfte heraus. Die Brandbekämpfung erfolgte mittels Drehleiter. Eine Brandausbreitung in die Wohnung konnte verhindert werden.

00:32 Uhr, Belziger Straße, Schöneberg

Eine Dachgeschosswohnung brannte in voller Ausdehnung. Der Einsatz zweier Drehleitern und ein Großaufgebot der Berliner Feuerwehr mit 77 Einsatzkräften konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindern. Über 20 Anwohnende, welche ihre Wohnungen vorerst nicht betreten konnten, wurden von der Berliner Feuerwehr betreut und teilweise im Betreuungsbus untergebracht. Auch der Landesbranddirektor Herr Dr. Karsten Homrighausen verschaffte sich einen Überblick an dieser Einsatzstelle.

00:39 Uhr, Quickborner Straße, Märkisches Viertel

Ein Wohnungsbrand im 5. Obergeschoss konnte sich bis in das 8. Obergeschoss ausbreiten bis dieser schließlich von unseren insgesamt 67 Einsatzkräften gestoppt werden konnte.

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