Bekam der Amokläufer von Würenlingen gefährliche Psychopharmaka?

Semun A. hat am 9. Mai 2015 in Würenlingen (Schweiz) seine Schwiegereltern und seinen Schwager erschossen. Anschließend tötete er sich selbst

Nachbarn und Bekannte schilderten ihn als aggressiv, berichtete die Presse, ein Nachbar hatte gar die Tür seinetwegen mit einem Balken verrammelt.

Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen, doch über das Motiv ist man sich noch immer nicht im Klaren. Bekannt ist aber, dass der Täter in psychiatrischer Behandlung war. Neun Tage vor der Tat war er erst entlassen worden. 

Ein Gutachten soll klären, ob die behandelnden Ärzte gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht verstoßen haben. Im Blut des Killers haben die Rechtsmediziner ein Medikament nachgewiesen, das gegen Psychosen eingesetzt wird. 

Der Fall wirft natürlich Fragen auf. Es ist unüblich, dass Patienten in psychiatrischen Fachkliniken nur ein einziges Medikament bekommen. Meist wird mit einer Kombination verschiedener Medikamente behandelt. Stark wirksame Antipsychotika vermindern häufig den Antrieb so stark, dass mit Antidepressiva dagegen gesteuert wird. Bei auftretenden Nebenwirkungen kommen häufig noch weitere Mittel dazu. 

Bei einer Entlassung muss sichergestellt werden, dass der Patient, vor allem wenn er zu starken Aggressionen neigt, so einsichtig ist, und die Medikamente selbständig weiter nimmt. Plötzliches Absetzen kann zu schweren psychotischen Reaktionen führen.

Ebenso aber ist bekannt, dass viele Medikamente bei manchen Patienten eine paradoxe Wirkung entfalten können. Bei aggressiven Patienten kann dies zu extrem gefährlichen Zuständen führen. Aber auch bei harmlosen Erkrankten können nach Einleitung der Behandlung mit antriebssteigernden Mitteln plötzliche Aggressionen und Verwirrtheitszustände auftreten, die vorher nie bei ihnen beobachtet wurden. All das ist bereits durch seriöse Studien in den USA belegt. 

Vielleicht verhält es sich bei Semun A. ähnlich – um welches Präparat von welchem Hersteller es sich genau handelt, wurde übrigens nicht bekannt gegeben. Ein Schelm, wer Bösen dabei denkt …

Auch deutsche Ärzte sind nicht immer ausnahmslos Anhänger der Behandlung mit den gefährlichen Psychopillen.

Studie zu Antidepressiva – „Diese Berichte werden Menschenleben kosten“

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1 Kommentar

  1. Ich verweise nochmal auf 6000 dokumentierte Fälle, in denen Amokläufer und Gewalttäter oder sonstige ungewöhnliche Täter unter Einfluss von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern unterwegs waren.

    http://ssristories.org/

    Man sollte die Beipackzettel genau lesen und nichts nehmen, was als mögliche Nebenwirkung Selbstmord, Mord oder ähnliches beinhaltet.

    In den USA gibt es leider auch viele Fälle, wo die Leute nachweislich unter diesen Medikamenten unterwegs waren und trotzdem zu langen Haft- oder gar Todesstrafe verurteilt wurden, weil man die Verantwortung der Pharmaindustrie und der Medikamente runtergespielt hat und denen diese lukrativen Geschäftsfelder nicht nehmen wollte.

    Denn die Pharmaindustrie setzt 4x soviel um wie die Waffenindustrie und ist von ihrer Lobbystärke und Einfluss auf die Politik ein ganz anderes Kaliber.

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