Baergida oder Herr Lehrer, ich weiss was!

Post aus dem Tugendamt

Am Montag fand offenbar eine Massenveranstaltung von ca. 80 Millionen Bundesbürgern vor dem Brandenburger Tor statt. Aufgerufen hatte Baergida,  der Pegida Ableger zu Berlin – oh Scheisse, ich hab mich verlesen, es waren nur 80 Leute, sonst könnte ich jetzt ein reicher Mann sein…

Dennoch erreichte mich in dieser äußerst brisanten Angelegenheit eine Mail aus dem Tugendamt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Journalist habe ich mir heute einen Eindruck über den PEGIDA-Ableger „Bärgida“ verschafft.

Ich wüsste gern, ob Sie mit der Verwendung des Liedes „Lügenpack“, wie am 07.09.2015 in Berlin durch Bärgida geschehen einverstanden sind.

Viele Grüße
Daniel Lücking
Ich bin ein Mensch!: Ja

Zeit: 8. September 2015 um 0:23

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Herr Lehrer, ich weiß was!

Bitte recherchieren Sie doch mal anhand Ihres Foto und Videomaterials, welche Herstellerlogos und Markenschriftzüge an den verwendeten Kleidungsstücken der Demonstrationsteilnehmer erkennbar waren und stellen Sie diese Frage an die entsprechenden Geschäftsleitungen dieser Konzerne, damit diese umgehend eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr an ihre Aktionäre herausgeben können.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich auf dem Laufenden halten würden, dann kann ich meine Jack Wolfskin Aktien noch rechtzeitig verkaufen und bei Thor Steinmeyer investieren, oder wie diese andere Firma heisst.

Dann schrieben Sie auch in Ihrem Artikel, dass die Musiker von den Ärzten, Rheinarzt Mey und Helene Fischer durch die Verwendung ihrer Musik zu Schaden gekommen seien.

Sie meinten sicher nicht den finanziellen Schaden, denn für die öffentliche Aufführung von Musikstücken sind natürlich GEMA Gebühren zu entrichten, sofern die Musik bei dieser mafiösen Vereinigung gelistet ist. Das sind bei dieser Publikumsstärke 100 – 200 Euro, von den Anteilen daraus kann man als Eintagsfliege ziemlich lange leben.

Sie befürchten viel eher einen immateriellen Schaden für die zarten Künstlerseelchen. Das macht mir auch ernsthafte Sorgen.

Am besten Sie gehen alle zusammen zu einem Therapeuten, der kann sicher helfen.

In unserer offenen, toleranten Gesellschaft kann man ja über alles reden und so frage ich mich, ob Sie als Mann auch regelmäßig masturbieren.

Das ist jetzt ungefähr so eine Art von Frage, die Sie mir gestellt haben, ich hoffe, Sie können mir noch folgen.

Ich möchte nicht allzu penetrant erscheinen, aber gesetzt den Fall, Sie würden sich dabei jemand ganz Bestimmtes vorstellen, zum Beispiel Angelina Jolie oder vielleicht auch Brad Pitt, kann ich dann davon ausgehen, dass Sie sich jedes Mal zuvor bei diesen Personen deren Einverständnis einholen?

Viele Grüße
Fantareis

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

Freier Journalist – Autor – Musiker

5 Kommentare

  1. Keule, dit is keene Antwort uff meene Frage!

    Mag ihnen gegen den Strich gehen und wie Gesinnungsschnüffelei wirken.
    Fein. Aber wenigsten Nachfragen bin ich schuldig, ob das jeder Gespielte
    so kritisch oder unkritisch sieht.

    Mir geht die Hetze gegen den Strich, die da pauschal gegen alle
    geflüchteten Muslime gemacht wird, weil ich auch nicht den Mist
    unterstellt bekommen mag, der im Namen der hier üblichen Religion schon
    begangen wurde und begangen wird.

    Den Lehrer nehm ich ihnen krumm – als Liedermacher sind sie da kaum
    weiter von entfernt – besonders, wenns politisch wird.

    Thema Masturbieren – Bezug 1: ‚türlich! Alles andere wäre deppert und
    fördert wohl auch Prostatakrebs.

    Thema Masturbieren – Bezug 2: nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich.
    Damit das hier passen würde, müsste ich wohl nackt durch Berlin laufen
    und auf Poster oder Puppen des Paares aktiv werden. Das wäre dann für
    die umstehenden wohl ebenso erbaulich, wie der Zug dort.

    Und nun helfen sie mir mal auf die Sprünge:

    Ist es ihnen scheiß-egal wer ihre Lieder für seine Zwecke
    instrumentalisiert? Hauptsache Anarchie? Da kann ich mit Leben. Bloß aus
    den Gidas wird ungefähr so viel Anarchie hervorgehen, wie aus der
    aktuellen Regierung Demokratie.

    Also? Wat sachste?

    Gruß aus Berlin

  2. Kann mir bitte jemand das Wasser reichen!

    Herr Daniel Luecking!
    Wem sie was schuldig oder nicht sind, ob’s gespielt bzw. vorgegaukelt ist, wen interessierst? Was ist ihre Motivlage? – Was arbeiten sie da für ein inneres Trauma ab, wenn ihnen das alles ihre Aufmerksamkeit wert ist – haben sie keine Kinder?

    Man kann sie beruhigen, sie sind allein dem Finanzamt was schuldig.

    Was ist das für eine Frage – „Ist es ihnen scheiß-egal, wer ihre Lieder für seine Zwecke instrumentalisiert?“ – Was ist die Nachricht, die Gesinnung des Künstlers – Quatsch, sie suchen Gründe, um giftig sein zu dürfen. Wie sind sie unterwegs? Sie sind anmaßend und selbstgerecht.

    Was wissen sie denn, sie instrumentalisieren den Künstler für ihre Zwecke. Wären sie am Liedermacher interessiert würden sie andere Fragen stellen, sind sie aber nicht! Wären sie ein Qualitätsjournalist, würden sie sich nicht mit einem Thema gemein machen, sei es gut oder schlecht, dann hätten sie um ein Interview gebeten und nicht, so eine saublöde Frage gestellt.

    In Wirklichkeit stellen sie sich mit in die Reihe der Wachhunde, die uns vorspielen wollen Journalisten zu sein. Sie suchen Gründe, um zu verteufeln – wer so unterwegs ist, dem rufe ich zu MYOB.

  3. Nochmals Herr Lücking: Butter bei die Fische. Was wollen Sie? Wollen Sie mehr über den Künstler wissen? Wissen in welchem Kontext der Song entstanden ist? Oder wollen Sie nur eine Suggestionsfrage bestätigt bekommen? – von Siegfried Lenz stammt der Satz – es ist keinesfalls festgelegt, dass bei einer Recherche nur die eine Seite Frage stellen darf. Sie wären längst weiter, wenn Sie sich selbst erklären würden, was sie eigentlich wollen.

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