Weißkittel im Wahn: Bewerbung in der Schwarzwaldklinik

Machen die Massenmedien dumm oder verhält es sich andersherum? Als 1985 die erste Folge der „Schwarzwaldklinik“ ausgestrahlt wurde, gab es in den meisten Haushalten nur drei Fernsehsender und keine Ganztagsbetreuung vor der Mattscheibe. Lustigerweise wurde damals schon im Fernsehen vor zu viel Medienkonsum gewarnt. Der Hype um die Kitschserie förderte Erschreckendes zutage, was zwar keine Erklärung dafür liefert, warum eine Gesellschaft das mit sich machen lässt, was gerade mit ihr geschieht, aber zeigt, dass Mediziner, nur weil sie einen Doktortitel vor sich her tragen, damit nicht automatisch zur Intelligenzia gehören.

Carlsbau im Glottertal aka Die Schwarzwaldklinik / Foto via MatzeTrier in der Wikipedia auf Deutsch / CC BY-SA

Bald rankten sich Anekdoten um Hauptdarsteller Klausjürgen Wussow, der keinen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen konnte, ohne mit Professor Brinkmann angesprochen zu werden. Das war gut für die Quote, die Serie wurde in etliche Länder verkauft. Bis heute gilt „Die Schwarzwaldklinik“ als erfolgreichste Fernsehserie aller Zeiten. Doch nicht nur das einfache Volk unter den Zuschauern hatte offenbar Schwierigkeiten damit, Realität und Fernsehwirklichkeit auseinanderzuhalten, auch Mediziner und Pflegepersonal bombardierten „Die Schwarzwaldklinik“ mit Bewerbungen. Dabei befand sich im Innern kein einziger OP, bei dem Drehort handelt es sich um eine popelige Reha-Klinik der Landesversicherungsanstalt. Ab 1987 wurde das Haus von Professor Jörg Michael Herrmann geleitet.

1995 berichtete der FOCUS:

Auf einem Ärztekongreß in den USA wurde der Spezialist für Bluthochdruck als „Chief of the Blackforest Clinic“ vorgestellt. 200 amerikanische Mediziner waren vor Entzückung aus dem Häuschen und jubelten dem Gast zu.

Als vermeintlicher Professor Brinkmann sei Herrmann immer wieder um Autogramme angebettelt worden, und das nicht nur von schlichten Lieschen-Müller-Gemütern.“

[…]

„Dutzende von Herzchirurgen und Anästhesisten wollen bei uns arbeiten, bewerben sich offiziell bei der Schwarzwaldklinik, weil sie Herrn Wussow im Fernsehen operieren sahen. Dabei verfügt unsere Einrichtung nicht mal über einen Operationssaal.“

Vielleicht haben einige dieser Experten beim Robert-Koch-Institut mehr Erfolg gehabt ….


4 KOMMENTARE

  1. Was falsche oder falsch interpretierte Informationen anrichten können, ist eigentlich ungeheuerlich. Als 1936 eine Invasion vom Mars über den Rundfunk der USA ausgestrahlt wurde, haben sich tatsächlich Menschen vor lauter Angst aus den Fenstern gestürzt. Damals hatten die noch nicht die Erfahrung der Fake-News oder Fals-Flag-Operations, die ja tatsächlich über die Dreyfuz Affaire zu zwei Weltkriegen und weiteren Kriegsverbrechen geführt haben.
    Die Sehnsucht nach einer heilen Welt kann man dann schon als Ursache sehen, daß manche an das Märchen Schwarzwaldklinik glauben wollten.

  2. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Bewerbungen einfach nur ein ausprobierender Zeitvertreib sind, und dass ansonsten einfach nur ein Faible für den momentanen Gag besteht.

  3. Danke, danke Opposition24, dass ihr den herzerwärmenden „Black Forest Clinic“ Clip bringt !!!

    Den habe ich mir gerade reingezogen und fühle mich jetzt absolut immun gegen „Corona“, Fusspilz, Sack-Ra … , Rinderwahnsinn und auch sonst so ziemlich alles !
    Den Clip in Dauerschleife im öffentlich-unrechtlichen abzuspielen könnte gigantische Kosten im Gesundheitswesen einsparen.

    Interessanter Gedanke übrigens, dass die vergeblichen Bewerber für einen Job in der Schwarzwald-Klinik jetzt beim RKI gelandet sein könnten.
    Das würde so manches erklären.
    Könnte mir aber auch denken, dass Merkels Leibarzt im Bundeskanzleramt, Dr. med. Helge Braun (offensichtlich Experte für Adipositas per magna und Tranquilizer) sich vorher vergeblich bei Prof. Brinkmann beworben hatte.

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