von Peter Rösch

Der Klimagipfel COP25 in Madrid war nach Meinung der Klimaapokalyptiker ein großes Versagen. Immerhin, die Kernenergie-Lobbyisten der EU werden eher von einem Erfolg sprechen – geht doch auch die ansonsten EU-kritische AfD nunmehr auf Linie: „Es gibt viele Gründe, moderne Kerntechnik zu unterstützen, allen voran die hohe Effizienz und damit den minimalen Footprint in der Natur. Dass man im EU-Parlament die CO2-freie Kernkraft nun als Lösung der künstlichen ‚Klimakrise‘ ansieht, ist daher trotzdem zu begrüßen“, lautet der etwas kryptisch anmutende, letztlich aber doch eindeutige Kommentar des umweltpoltischen Sprechers der AfD-Fraktion im Bundestag, Kriminalhauptkommissar i. R. Karsten Hilse. Es ist nun an der Zeit, Zusammenhänge zu beleuchten.

Foto. Peter Rösch

Ein diabolisch-genialer Plan geht nach 50 Jahren auf. Nach der Reaktor-Havarie in Harrisburg (Three Mile Island) stoppten die USA den Reaktorbau, und es stand die Reaktorindustrie vor einem Rechtfertigungsproblem. Deren Public-Relations-Macher („James Hansen“) behaupteten flugs, die konkurrierenden carbonthermisch betriebenen Kraftwerke (Diesel, Gas, Kohle) würden ein Abgas produzieren, welches die Atmosphäre schädige (siehe auch „Ozonloch“, „saurer Regen“, „BSE“, „Vogelgrippe“ und andere Untergangsszenarien), und nur Kernenergie könne die Rettung bringen: Die CO2- und Klima-Lüge war geboren. Daß bei Förderung der Kernenergieträger ungeheure Umweltschäden angerichtet werden, und zwischenstaatliche Abhängigkeiten hier genauso wie bei den Carbonenergien gegeben sind, wird schlicht ignoriert.

Freilich gaben die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima – schon vergessen? – den amerikanischen Vorbehalten gegenüber der Kernenergie recht. Einen Ausweg schienen die „regenerativen Energien“ – Solardächer, Windräder – zu eröffnen. Zu deren Durchsetzung wiederum mussten auch von dieser Seite die Carbonenergien – Diesel, Gas, Kohle – schlechtgeredet werden. Praktischerweise konnte man argumentativ auf die bereits von der Kernkraft-Lobby injizierte CO2-Klima-Lüge zurückgreifen. Deren propagandistische Durchsetzung wurde immer mehr perfektioniert, wobei man sich interessanterweise weitgehend an derjenigen der Relativitätstheorie orientierte: Personenkult, phantastische Behauptungen, dreiste Faktenfälschungen, Medienrekrutierung und politisch-staatliche Eingriffe in allein wissenschaftlich angehende Fragen.

Nachdem das aus fachmännischer Sicht programmgemäße Scheitern der „regenerativen Energien“ schon absehbar ist, und andererseits die Erinnerung an die Harrisburg-Tschernobyl-Fukushima-Desaster jetzt generations- und psychenbedingt verblasst, können die Kernkraftlobbyisten wieder ungeniert ihre Orgien einleiten, und offenbar wiederum unter Darbietung und Instrumentalisierung von unüberprüfbar weit in die Zukunft greifenden Phantasmen. Und sogar noch mit dem Segen der besorgten Greta-Jünger, nachdem ihre Protagonistin die Kernenergie auf Betreiben des Vattenfall-Konzerns, fast wie versehentlich in einem Nebensatz, wieder ins Spiel gebracht hat.

Daß mit Herrn Hilse ein Vertreter der AfD sich bei der Lagebeurteilung auf eine dubiose naturgemäß regierungspolitische „Studie des BMWi“ stützt, und dem zutiefst unethischen Vorgehen bei einer angeblich notwendigen, nie schlüssig begründeten und auch unmöglichen Decarbonisierung zuwirkt, hat das Zeug zu einem veritablen innerparteilichen Skandal.

Peter Rösch