Arzt soll Zusammenarbeit mit Frauen verweigert haben: Klinikleitung bestreitet Vorwürfe von Presse und AfD

Symbolbild

Minden. Zwei Mitarbeiter des Johannes Wesling Klinikums Minden werfen der Klinikleitung Geschlechterdiskriminierung vor, berichtet die Neue Westfälische. Weiter heißt es, der betreffende Arzt, bei dem es sich um einen „ausländischen Arzt aus dem Nahen Osten“ handele, werde von der Klinikleitung unterstützt, indem die Dienstpläne entsprechend angepasst würden.

„Ich habe mehrfach erlebt, wie der Arzt mich und weitere operationstechnische Assistentinnen aus dem Operationssaal geworfen hat, weil er nicht mit Frauen zusammenarbeiten möchte“, wird eine Mitarbeitern von der Zeitung zitiert. Die Klinikleitung könne die Vorwürfe nicht bestätigen, soll die Antwort darauf gewesen sein.

Wir haben deshalb noch einmal nachgefragt, konkret, ob es sich bei dem betreffenden Arzt um einen praktizierenden Moslem handelt und dieser die Zusammenarbeit mit Frauen aus religiösen Gründen ablehne. Darüber hinaus wollten wir wissen, ob den Anschuldigungen der Mitarbeiter möglicherweise fremdenfeindliche Motive zugrunde liegen könnten und ob in der Vergangenheit bereits gegen den Arzt Anschuldigungen erhoben worden seien.

Weiterhin fragten wir auch nach der fristlosen Entlassung eines Chefarztes über die ebenfalls in der Neuen Westfälischen berichtet wurde. Hintergrund soll dabei die Weigerung des Mediziners gewesen sein, einem jungen Arzt ein „positives Arbeitszeugnis“ auszustellen. Auch hier wollten wir wissen, ob es sich bei diesem jungen Arzt um einen Angehörigen des Islams handelt und möglicherweise ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen besteht.

In der Stellungnahme heißt es:

„Die Mühlenkreiskliniken verwehren sich gegen die in der Presse und von der AFD erhobenen Vorwürfe der Geschlechterdiskriminierung im OP. Die Mühlenkreiskliniken lehnen Diskriminierungen jeglicher Art ab. Jegliche Diskriminierung von Mitarbeitenden ist unakzeptabel und würde zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.

Es ist nach unseren jetzigen Informationen zu keiner Beeinflussung des Dienstplanes durch einen Arzt gekommen. Es ist auch kein entsprechender Wunsch an einen Dienstplanverantwortlichen herangetragen worden. Die Belegschaft im Pflege- und Funktionsdienst besteht zu 85 Prozent aus Mitarbeiterinnen. Ein Operationsbetrieb ohne Frauen ist unmöglich. Bei der Erstellung eines Dienstplanes spielt das Geschlecht keine Rolle.

An keiner internen oder externen Stelle – weder bei einem Vorgesetzten, der Betriebsleitung, dem Personalrat noch bei einem externen Vertrauensmann des Klinikums – ist ein entsprechender Vorfall gemeldet worden. Die gegenüber der Presse geäußerten Empfindungen der beiden Mitarbeitenden nehmen wir dennoch sehr ernst. Wir recherchieren, führen Gespräche mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im OP – bislang ohne jeden Hinweis auf ein individuelles Fehlverhalten eines Arztes. Die Recherchen sind noch nicht abgeschlossen.“

Trotz intensiver Bemühungen und „vieler, vieler Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ in den vergangenen Tagen sei ein solcher Vorfall nicht zur Kenntnis gebracht worden. Fremdenfeindliche Motive der Mitarbeiter vermutete man aber nicht hinter den erhoben Vorwürfen, heißt es weiter. Zu dem Fall des entlassenen Chefarztes könne man sich derzeit nicht äußern, so die Pressestelle.

1 KOMMENTAR

  1. Also die Erklärung der Klinikleitung ist Wischiwaschi es bedarf eigentlich nur eines einzigen klärenden Satz, nämlich die Einsichtnahme in die Dienstpläne der Vergangenheit die den Arzt betreffen, dort ließe sich ja nachweisen ob sein Operationsteam rein aus Männern Bestand oder gemischt war ,das wäre die einfachste Lösung.

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