Arundhati Roy rüttelt am Denkmal Gandhi

im Vorwort ihres auch auf Deutsch erschienen Buches heisst es:

Indiens Stimme des Gewissens

Vor einem halben Jahr stieß ich im Internet auf Arundhati Roys Artikel „Wandern mit den Genossen“, den ich ausgezeichnet fand und für unsere Asienseite im Web (http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=1954) übersetzte.

Erst im Laufe der Arbeit bemerkte ich, dass es sich um eine Frau handelte. Googelte und sah, was sie sonst noch alles geschrieben hatte und auch ihr Bild. Nun, Intelligenz gepaart mit Schönheit ist immer faszinierend.


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Natürlich besorgte ich mir auch gleich „Der Gott der kleinen Dinge“ (1999 in Deutschland, 1997 in England, 1998 in Schweden und diese Ausgabe, von Gunilla Lundberg glänzend übersetzt, habe ich gelesen). Und die Lektüre war umwerfend. Die Charaktere mit feinem Strich gezeichnet – keine grobe Schwarz-Weiß-Malerei – und doch werden sie außerordentlich lebendig. Sie zeigen ihren wahren Charakter durch ihr Tun. Innere Monologe und Dialoge, Vor- und Rückblenden, Totale und Vogelperspektive, zarte Natur- und Landschaftsbilder wechseln mit der Turbulenz auf Straßen und Märkten. Vor unseren Augen entsteht ein Bild von Indien mit seinen inneren und äußeren Widersprüchen,wie es lebendiger nicht sein könnte.

Eine zentrale Stellung nimmt das Kastenwesen ein, im Grunde natürlich eine Frage von Arm und Reich, Herren und Knechten, aber dennoch so viel mehr. Seine Brutalität, seine menschenverachtende, menschenzerstörende und vergiftende Natur wird einem erschreckend nahe gebracht. Vor allem auch die Tatsache, wie tief es sitzt, wie es quasi mit der Muttermilch eingesogen wird, wie irrational und in seinen Auswirkungen so verheerend real es ist.

Mir ging es ähnlich, wie dem Übersetzer ihrer Texte, nur gehört Arundhati Roy schon ziemlich lange zu meinen Lieblingsautorinnen, deren Bücher ich meist in der englischen Ausgabe gelesen habe. In der letzten Zeit wurde auch bei uns die Unterdrückung der Frauen in Indien, die hohe Zahl der Vergewaltigungen von den Medien aufgegriffen – unverständlich, dass Arundhati Roy in Deutschland so wenig bekannt ist.

In ihrem Vortrag an der Kerala Universität räumt sie auf mit den Legenden über das indische Nationalheiligtum Mahatma Gandhi. Sie bezieht sich ausschließlich auf seine eigenen Texte, entlarvt dabei seinen Rassismus und seinen Fanatismus. Eine faszinierende Frau aus der “größten” Demokratie der Welt, die nicht müde wird, Missstände in ihrer Heimat offen anzusprechen und sich aktiv für gesellschaftliche Veränderung einzusetzen.



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Wolfgang van de Rydt
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