Armenien Resolution – Europas Monopol auf Völkermord vor dem Aus?

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Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aidan Özoğuz, kritisiert die geplante Armenien-Resolution, will ihr aber dennoch zustimmen.

Auf Telepolis schrieb Peter Novak vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts:

„Der Bundestag will den Völkermord an den Armeniern verurteilen, der zuvor von Deutschen begangene an Hereros und Nama in Namibia wird weiter geleugnet.“

Natürlich, wenn es um Völkermord geht, sollte man vor der eigenen Haustür kehren. Herrn Novak mag es entgangen sein, aber die Bundesregierung hat bereits 2015 das Massaker an den Hereros als Völkermord bezeichnet.

Sind mit Islamistenschwester Özoguz und anderen wieder Lobbyisten am Werk, die die Monopolstellung weißer Europäer in Sachen Völkermord auf gar keinen Fall gefährden wollen? Deutschland liegt mit dem Holocaust in dieser Schuldparade selbstverständlich uneinholbar vorne, Leugnung oder Relativierung dieses Verbrechens steht unter Strafe. Mit der Armenien-Resolution werden solche Fakten aber gar nicht geschaffen, sondern nur eine Basis für „Aufarbeitung und Aussöhnung“ bereitet – Letzteres liegt freilich in weiter Ferne, wie der empörte Gegenwind aus der Türkei beweist.

Nach dem Völkermord in Ruanda (ehemals Deutsch-Ostafrika), an dem natürlich auch die Europäer schuld sind, würde mit den schuldig gesprochenen Osmanen erstmals die Legende von den bösen weißen Europäern deutliche Risse bekommen. Aber Halt –  war da nicht dieser Militärpakt zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich? Oh – schon wieder haben die Deutschen ihre Finger mit drin.

Das Mutterland der „Europäischen Union“ – die gespaltenene Nation Belgien – wird nach wie vor von einem Königshaus regiert, das sich für eines der schrecklichsten Verbrechen auf dem afrikanischen Kontinent verantwortlich zeigt. Durch den sogenannten „Kongo-Greuel“ wurde die Bevölkerung der belgischen Kolonie von 20 Millionen auf 10 Millionen Einwohner halbiert. Der Kongo Freistaat war die Privatkolonie von König Leopold II.  aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha. Ein Name, der wiederum verdächtig Deutsch klingt.

kongo hände abhacken
Foto: Gemeinfrei

Die Truppen des Königs bestanden aus weißen Offizieren und schwarzen Soldaten. Für jede verschossene Gewehrkugel mussten sie eine abgeschlagene rechte Hand vorweisen, da man Angst hatte, sie könnten Munition für einen Aufstand sammeln. Da sie nicht immer trafen, hackten sie auch lebenden Volksgenossen die Hände ab, damit ihnen nicht das gleiche Schicksal drohte. Dazu wurden die Dörfer versklavt –  die Männer mussten Zwangsarbeit leisten und Kautschuk schlagen, wenn sie die Quoten nicht erfüllten, brachte man ihre Frauen und Kinder um.

Die grausamen Praktiken wurden von christlichen Missionaren aufgedeckt, der amerikanische Schriftsteller Mark Twain verfasste ein Pamphlet gegen den belgischen König und ein Angestellter einer belgischen Reederei, die den Handel in der Kolonie abwickelte, Edmund Dene Morel, gründete die erste internationale Menschenrechtsbewegung, um die Greueltaten zu beenden.

Es bleibt also dabei: Das Elend der Welt liegt im Westen begründet, so will es die moderne Geschichtsschreibung.

Der Kapitalismus und die Gier, die Ausplünderung der Kolonien, Sklavenhandel, die beinahe vollständige Ausrottung der Indianer oder der Aboriginees in Australien tragen die Handschrift des Weißen Mannes.

Da muss schon ein Afrikaner daher kommen und Korrekturen einfordern.

„Es wäre an der Zeit“, schrieb 2008 der afrikanische Anthropologe und Wirtschaftswissenschaftler Tidiane N’Diaye, „dass der araboislamische Sklavenhandel, der einem Völkermord gleichkommt, näher untersucht wird und gleichermaßen zur Sprache kommt wie der transatlantische Menschenhandel.“ WELT

Freilich haben auch die Araber die Sklaverei nicht erfunden, gab es sie nicht schon zu biblischen Zeiten? Waren nicht die Israeliten in ägyptischer Gefangenschaft bis sie Moses ins gelobte Land führte? Auch die Griechen der Antike, die angeblichen Erfinder der Demokratie, waren Sklavenhalter, bis sie selbst unter römische Herrschaft gerieten. Doch entstand nicht im späteren christlichen Abendland durch die Aufklärung der Widerstand gegen die Sklaverei, der letztlich zu ihrer Abschaffung führte?

In der arabischen Welt besteht die Sklaverei bis heute in Form der Kafala fort, beispielsweise in Saudi Arabien.

Heute lautet die politisch korrekte Formel Sklave = Schwarz – Sklavenhalter = weiß! Dass es auch weiße Sklaven gab, Englands verhasste Iren, das passt nicht so ins Konzept.

Die islamische Invasion vernichtete jahrhundertelang ganze Städte, tötete alle Männer und verschleppte die Frauen in die Sklaverei. Die Mauren fluteten den afrikanischen Sklavenmarkt geradezu mit Weißen vom europäischen Festland, dass die Preise fielen. Als sich im Jahr 1099 der erste Kreuzzug auf den Weg machte, tobte dieser Schrecken schon seit 470 Jahren. Mit dem Aufstieg des Osmanischen Reichs ab 1299 wurden die islamischen Greueltaten von anderen Herrschern verantwortet, an den Praktiken änderte sich nichts.

Noch heute verehren die Türken Mehmet II, den brutalen Eroberer und Christenschlächter von Konstantinopel. Die Moscheen der Kulturvereine sind mit Fatih Sultan Moschee nach ihm benannt. Würden die Türken etwa eine Gottfried-von Bouillon Kathedrale gestatten?

fatih sultan moschee photo
Photo by opposition24.de

Die Geschichte der Osmanen hat noch mehr dunkle Kapitel, als den Völkermord an den Armeniern. Neo-Osmane Erdogan versucht sich gerade als Kurdenvernichter und spielt abscheuliche Spielchen mit dem „Islamischen Staat.“

Von Aufarbeitung und Aussöhnung ist man in der Türkei so weit entfernt, wie Hitler und Stalin beim Unterzeichnen des Nicht-Angriffspakts.

Wer Armenien sagt, muss auch Auschwitz sagen und alles andere unter den Tisch fallen lassen? Keines dieser Ereignisse hält dem direkten Vergleich stand, gemordet, geschändet, versklavt und vernichtet wurde seit Anbeginn der Menschheit durchweg durch alle Völker und Kulturen.

Mit dem Auftauchen des modernen Menschen in Europa wurde auch der Neandertaler verdrängt. Handelt es sich hierbei nicht um den ersten historisch erwiesenen Genozid? Woher kam der Neue Mensch? Etwa aus Afrika? Welcher Kontinent muss nun welchem Reparationen zahlen? Haben die Weißen nicht aufgrund ihrer Wurzeln in der Wiege der Menschheit sogar ein Anrecht auf Heimstätten in Afrika?

Was haben in Deutschland geborene Türken oder Armenier der dritten Generation mit dem Völkermord zu tun? Waren sie dabei? Weshalb streiten sie wie die Kesselflicker darum? Wer die Vergangenheit nicht aufarbeitet, wird von ihr heimgesucht und läuft Gefahr, sie zu wiederholen. Die Konflikte aber spielen sich mit all ihren dramatischen Folgen in der Gegenwart ab, in der sie auch gelöst werden müssen, wenn man sich nicht weiter verstricken will.

Paradoxerweise muss man dann aber nach dem Anschauen der Konflikte bereit sein, die Vergangenheit wieder zur Ruhe kommen zu lassen. All die Jahrestage (als wären es Geburtstage), Stolpersteine und Denkmäler bewirken häufig das Gegenteil. Die Vergangenheit wird lebendig und mit ihr die Konflikte.

Und mit diesem Stoff lässt sich bestens Politik betreiben. Wer’s glaubt, wird entweder selig oder fühlt sich schuldig, je nachdem auf welcher Seite er steht. Jetzt ersetzen wir die Worte „selig“ durch „reich“ und „schuldig“ durch „arm“. Darum geht es.

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3 Kommentare

  1. Warum sollen die nicht-deutschen Völker für die Verbrechen ihrer einstmaligen Regierungen eintreten; gar Buße tun. Wenn es am deutschen Volk so bewährte Schuldige gibt. Denen jede Untat bequem aufzuladen ist?

  2. Was war denn mit den Christen in der Türkei… Immerhin 15 Mio, die es heute nicht mehr gibt.

    Zum Herero Aufstand mal dieses Video als Gegenrede des von einem DDR-Historiker frei erfundenen Holocaust an den Herero.

    https://www.youtube.com/watch?v=gWn_g1aBsAU

    Übrigens hatte eine der ehemaligen deutschen Kolonien zu Zeiten von Fischer angefragt, ob es nun nach der „Wiedervereinigung“ nicht wieder deutsches Schutzgebiet werden könnte…

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