Sonntag, 17 Januar 2021 07:00

Die seltsame Funktionsweise der Todeszähler

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BRDigung: Folgen wir der Ansage des Fachtierarztes Lothar Wieler, dann dürfen die politisch motivierten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie selbstverständlich nicht hinterfragt werden. Auch dann nicht, wenn die Richtung im Wochentakt wechselt. Schließlich hat die Regierung ein kleines aber schlagfertiges wissenschaftliches Beraterteam, sagt man.

Und weil diese Mannschaft so klein ist, hat es leider keine Möglichkeit die evidenten wissenschaftlichen Begründungen der Maßnahmen auch noch bedarfsgerecht zu dokumentieren. Da müssen die daraus folgenden politischen Ansagen der Entscheidungsträger ausreichen.

Um die Wege zu verkürzen und die Handlungsfähigkeit zu sichern, lässt man dazu eigens die Parlamente außen vor, so groß ist die Not bereits. Bedauerlicherweise hinterlässt die zelebrierte Form des Krisenmanagement immer mehr offene Fragen. Gut, der Bürger ist geduldig und wird innerhalb der kommenden fünf Jahre auf die eine oder andere Frage mal eine Antwort bekommen. Bis dahin muss er sich mit eigenen Betrachtungen über die Runden retten, was allerdings schnell zur Vertiefung der bereits bestehenden Konfusion beitragen mag.

“An” … “mit” … oder “wegen” Covid-19 gestorben

Wir haben diese Problematik nicht das erste Mal auf dem Schirm. In der Anfangszeit wurde zumindest in den Nachrichten noch “an oder mit verstorben” verkündet. Diese Differenzierung hört man länger nicht mehr, es gibt nur noch eine kompromisslose Gesamtschau der Corona-Toten. Dabei spielen weder Alter, Vorerkrankungen oder andere reale Todesursachen eine Rolle. Sobald sich auch nur der geringste Hinweis, sei es durch einen fragwürdigen Positivtest findet, gilt der Sachverhalt als geklärt und der Zähler kann entsprechend um Eins erhöht werden. Inzwischen sehen wir themenbezogen eine Gegenbewegung sobald es auf Tote im Zusammenhang mit der anlaufenden Impfung zu sprechen kommt.

In diesem Fall kann man nicht intensiv genug betonen, dass es keinerlei Zusammenhänge zwischen Todesfällen und Impfungen geben kann. Hier so ein Beispiel dazu: Tod nach Corona-Impfung in Weyhe: Obduktion zeigt keinen Zusammenhang[Butenunbinnen]. Generell sind und bleiben Obduktionen von Corona-Toten natürlich verpönt. Vermutlich passt das alles nicht ins beabsichtigte Konzept, das braucht stramme Todeszahlen. Allenthalben rechnet man etwaige Impftote eher noch den C-Toten hinzu. Dann sieht das Bild natürlich noch grausiger aus. Nur so lassen sich die Zügel straff angezogen halten. Mit etwas Glück kann das sogar ein irrer Selbstläufer werden, denn wenn “trotz” oder “wegen” der Impfung die Todeszahlen in die Höhe schnellen, wird man entsetzt argumentieren, dass schneller geimpft werden muss. Logischerweise darf dann noch weniger hinterfragt werden.

Darf man das auch mal nüchtern betrachten?

In der Folge bleibt der “Todeszähler” ein undurchdringliches Puzzle für den forschenden Geist. Quasi so eine Art “Betrübsgeheimnis”, weil wir in der Not keine Zeit haben genauer hinzusehen. Da helfen auch keine gut versteckten Analysen des Centers for Disease Control and Prevention (kurz CDC), wonach ca. 6 Prozent der Toten originär “an” Corona und rund 94 Prozent “mit” Corona versterben. Hier mehr dazu: Weekly Updates by Select Demographic and Geographic Characteristics[CDC]. Argumentativ benötigt wird stets die grausame Gesamtzahl.

Die seltsame Funktionsweise der TodeszählerSo sind genauere Analysen nach Altersgruppen nicht sonderlich beliebt, da der überwiegende Teil der Toten meist schon die durchschnittliche Lebenserwartung überschritten hat. Allein dieser Umstand ist geeignet die intendierte Vermarktung der Pandemie negativ zu beeinflussen. Sehen wir uns kurz das Massensterben in Deutschland an, wegen dem die gesamte Republik im Dauer-Ausnahmezustand verbleiben muss, siehe Tabelle rechts. Gelistet sind die Toten der Jahre 2016 bis 2020, jeweils bis zum 20.12. des Jahres, Quelle statistisches Bundesamt. Mittelwert aus diesen 5 Jahren 912.242.

Ja, da ist eine Übersterblichkeit

Und ja, da gibt es eine Übersterblichkeit von rund 29.000 Menschen oder rund drei Prozent. In Teilen allerdings auch eine erwartbare, aufgrund der demographischen Situation in Deutschland. Auch ausgebliebene Operationen und Behandlungen können dazu beigetragen haben. Dazu fehlen Untersuchungen und auch dazu, wie viele Menschen somit als “Kollateralschaden der Maßnahmen” ihren unrühmlichen Eingang in diese Statistik fanden. Die Suizid-Statistik für 2021 fehlt auch noch.

Jeder Tote ist einer zu viel. Nur werden wir den natürlichen Gang der Dinge kaum hindern. Auf Dauer dürfte es ganz hilfreich, bekämen wir einen differenzierteren “Todeszähler”. Soweit der nicht gewollt ist oder nach obigem Strickmuster Todesursachen gar verschleiert werden, ist leider zu konstatieren, dass der Corona-Todeszähler nach wie vor seinen politischen Beigeschmack behält. Subjektiv, aber durchaus logisch betrachtet, bleibt bei den vorliegenden Werten die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen im Raume stehen. Der kritische Blick auf das Sterbeverhalten in 2021, um die “Impfkomponente” erweitert, verspricht zusätzliche Spannung.


Quelle und Erstveröffentlichung: Qpress.de