Angela Merkel, die schwarze Witwe der politischen Mitte

Der Katzenjammer ist groß, der Schock sitzt tief. Zum 16. Mal seit drei Jahren haben Merkels Christdemokraten fertig, wie man so schön sagt, sind gescheitert, haben verloren, sich atomisiert, sich selbst politisch wegradiert, wegrationalisiert, sind von der Bildfläche verschwunden, vermodern in der Gruft der deutschen Innenpolitik. Den zwei schwarzen Witwen der bürgerlichen Mitte, Frau Merkel und Frau Annegret Kramp-Karrrrrrrrenbauer, herzliche Gratulation zu diesem Meisterstück politischer Erfolgsgeschichte, zu dieser Weit- und vor allem Tiefsicht. Nur weiter so, dann wird es diese Volkspartei schlichtweg nicht mehr geben. Geopfert wie das Lamm für die tageweise Verlängerung der ungeliebten Amtszeit von „Wir schaffen das“-Angela, der zitternden Lame Duck Deutschlands und Europas.

Das Land tief gespalten, geografisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, sozial und politisch zerrissen, zwischen Rechts und Links aufgeteilt, die Mitte zur Unkenntlichkeit zerstört. Groß titeln die heutigen Zeitungen und Leitartikler: „Die Faschisten haben gewonnen“ und vergessen in ihrer blinden Wut, in ihrem Geifer nur allzu leicht, dass reziprok zum Abstieg der CDU und der SPD der Aufstieg der AfD und der Linken regelmäßig abgefeiert wird. Und das auch dank jener Medien, die bei jeder Gelegenheit die politischen Argumente des Anderen mit dem Zauberwort „Faschismus“ neutralisieren wollten. Die vielversprechende Nazikeule hat nicht mehr gewirkt, ist durch den inflationären Gebrauch abgestumpft, hat ausgedient. Jahrelang wurde jede und jeder mit dieser einfachen politischen Schubladisierung niedergeknüppelt, die nunmehr entsetzten Medien halfen eifrig mit. Jeder einzelfallenttäuschte Wähler der CDU wanderte von den Christdemokraten direkt zur Alternative für Deutschland. Jeder einzelfallenttäuschte Wähler der SPD wandert von den Sozialdemokraten, übrigens auch am Gängelband Merkels hängend, direkt zu den Linken. Sinnigerweise den politischen Nachfolgern Erich Honeckers. Angela Merkel, die Ur- und Gründermutter der AfD und deren Erfolgs, die Schutzmantelmadonna der Linken hat es tatsächlich geschafft. Zwei Parteien etabliert, zum Erfolg geführt, die eigene ruiniert. Und nun das eindrucksvolle Ergebnis: Die Deutschen wählen lieber vermeintliche Nazis und Kommunisten als noch einmal Merkel oder die SPD. Ach Herrje! Und statt sich mit der desaströsen Politik der etablierten Parteien zu beschäftigen, kauen alle leidlich am Knochen des Erfolgs der Anderen. Diskreditieren die Wähler, verleumden deren Entscheidung und legen so den Grundstein für den nächsten Wahlsieg. Deutschland im Jahr 2019, ein Land in dem man gut und gerne lebt.

4 KOMMENTARE

  1. Man entrückt der Realität täglich mehr.

    Die „atomisierte „CDU hat in Thüringen (Linkenland) lediglich 1,5% weniger als die größten Gewinner und geilste Partei aller Zeiten. Im Bund sieht es noch viel toller aus.

    Leide ICH unter Realitätsverlust oder drehen alle anderen völlig durch?

    Wenn sich trotz 22, 24 oder 27% nichts erreichen lässt (GARNICHTS!), wie soll dann mit bundesweit 14% etwas bewirkt werden? Mir erschließt sich dieser Jubel einfach nicht! Über was freut sich der gemeine AFD Wähler? Dass einige Funktionäre endlich die Futtertröge erreicht haben, die sie (absehbar!) mit dem patriotischsten Opportunismus aller Zeiten verteidigen werden?

    „Rechts“ wirkt auf mich weitaus verblödeter als „Links“.

    siehe Nick!

  2. Angela Merkel, die schwarze Witwe?
    Whatever.
    Jedenfalls sind sie und ihre Kramp-Knarrenbauer „the best ever“ Wahlhelfer der AfD!

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