Ferguson: Amerikas Krieg gegen die Bürger

9051055921_8ac6a798b0_b_Amerikanischer-BürgerkriegDer amerikanische Bürgerkrieg liegt schon ein Weilchen zurück. Von 1861 – 64 kämpften Nord- und Südstaaten für oder gegen die Sklavenbefreiung. So steht es jedenfalls in den Geschichtsbüchern.
Komisch, dass die schwarze Bürgerrechtsbewegung erst Hundert Jahre später in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Kampf gegen die Rassentrennung u.a. mit dem Tod von Martin Luther King bezahlen musste, aber die vollen Bürgerrechte für die schwarze Bevölkerung durchsetzen konnte.

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Ein weiterer Witz der Geschichte sind auch die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und die „Entnazifizierung“ des kapitulierten Deutschlands durch die Siegermacht USA. Die schwarzen Bürger zweiter Klasse waren gut genug dazu, um in Uniform an die Front geschickt zu werden um das rassistische Naziregime zu bekämpfen. Dann kehrten sie vielleicht sogar ordenbehangen heim ins rassistische Amerika. Wenn sie mit dem Bus vom Militärflughafen nach Hause ins Schwarzenghetto fuhren, dann wahrscheinlich im Stehen, denn Sitzplätze waren den Weissen vorbehalten.

Heute ist die Rassentrennung offiziell überwunden, Farbige dürfen endlich wählen und sogar Präsident werden. Wenn aber, wie in diesen Tagen solche Bilder wie aus Ferguson um die Welt gehen, und auch die amerikanischen TV Sender löblicherweise darüber berichten, dann wird wieder einmal klar, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so gut wie nichts unmöglich ist.

In über 170 Städten gingen die Menschen auf die Straßen. Auch in London haben die Nachrichten aus den USA spontane Proteste ausgelöst:

Immer wieder wird fälschlicherweise von einem Freispruch gesprochen, wenn es um den weißen Polizisten geht, der den schwarzen, unbewaffneten Mike Brown erschossen hat. Nein, der Polizist wurde nicht freigesprochen, sondern gar nicht erst angeklagt. Die Wut der Menschen ist mehr als verständlich.

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Und es geht nicht nur um Rassismus, sondern auch um Armut. Diese trifft in allen Gesellschaften meist zuerst die Minderheiten, wenn es bergab geht. Und die USA befinden sich alles andere als in einem Aufschwung. Ähnliche Proteste hat es auch schon mehrfach in Frankreich und Großbrittanien gegeben.

Was sich in Deutschland allerdings in der letzten Zeit mehrfach auf der Straße hat blicken lassen, macht auch nicht gerade Mut für die Zukunft oder gäbe Anlass dazu, mit hoch erhobenem Kopf und ausgestrecktem Zeigefinger auf den BÖHSEN UNCLE SAM aus Übersee zu zeigen, wenn er es auch noch so sehr verdient hat.

Wie geht es weiter in den USA? Führt Amerika weiterhin Krieg gegen einen Teil seiner Bürger, oder wird den Bürgern langsam klar, dass dieser Krieg gegen sie alle gerichtet ist?

Und das nicht nur in Amerika, sondern weltweit – überall. Eben laufen die ersten Tweets über Proteste in Hongkong ein – überall heisst es:

DONTSHOOTHANDSUP

NOJUSTICENOPEACE

Unterdessen wurde in Stuttgart der Wasserwerferprozess eingestellt. Auch in Deutschland gibt es Polizeigewalt und vor Gericht ebenso Menschen zweiter Klasse. #Ferguson und #S21 sind überall möglich…


Bildquellen

Titelbild:Photo by World Can’t Wait Ferguson Protest

Amerikanischer Bürgerkrieg: Photo by ohallmann

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