„Ein Schwachsinn ohne Ende“, schimpft der Anwalt Florian J. Hoffmann. Er hält vor dem Düsseldorfer Landtag ein Plakat in die Höhe. Darauf steht eine kurze und prägnante Forderung an die Adresse der Bundesregierung: „Shutdown beenden“.
Hoffmann ist auf Wirtschafts- und Kartellrecht spezialisiert. Aber hier vor dem NRW-Landesparlament steht er in seiner Eigenschaft als Bundesvorsitzender des Mittelstandsforums für Deutschland. Viele seiner Klienten sind Mittelständler, er kennt aus erster Hand die dramatische Talfahrt vieler Firmen. Die Zahlen, die herum gereicht werden – zum Beispiel knapp 2,5 Mio. Kurzarbeiter und jeder 10. Mittelständler auf dem Weg in die Insolvenz – geben das ganze Drama nicht annähernd wieder, sagt Hoffmann. Die Enttäuschung vieler Menschen im Land über das Krisen-Management beschäftigt ihn.
„Die Leute sehen nur noch den Abstand der Politiker von ihrem eigenen Leben“, beschreibt er das Bild der politischen Kaste im Wahlvolk und in der Wirtschaft.
Hoffmann kann an diesem Tag seinen Protest wegen der Corona-Regeln nur mit einem weiteren Mitstreiter zum Ausdruck bringen. Es ist der Arnsberger Unternehmer Carsten Schulte-Müller, geschäftsführender Gesellschafter der SQW, die sich auf strömungs-dynamische Wasseraufbereitung spezialisiert hat und hauptsächlich das Wasser in gewerblichen Gebäuden von Viren und Bakterien befreit.
Schulte-Müller fordert wie Hoffmann, den Shutdown sofort zu beenden. „Wir müssen auch an unsere Zukunft denken und unsere Familien ernähren“, sagt er. Sein Unternehmen, das auch Krankenhäuser versorgt, sei wegen der Corona-Maßnahmen „absolut blockiert“, obwohl es mit seiner Technologie dem Land helfen könnte. In Deutschland, so kritisiert er, wolle zur Zeit niemand Verantwortung übernehmen, es werde am Ende nur Verlierer noch geben …