Machtkampf: Nach #HöckeRaus jetzt auch #WeidelMussWeg?

Foto: O24

Merkel-muss-weg war gestern. Die Bundeskanzlerin hat unverkennbar schwere gesundheitliche Probleme, die sich nicht länger verbergen lassen. Ihr Rückzug aus der Politik ist nur eine Frage der Zeit. Wer ihre Nachfolge antritt, ist dagegen noch offen. Merz oder AKK? Vielleicht auch Bilderberger Spahn? Merz buhlt jedenfalls kräftig um AfD-Wähler, ebenso der ehemalige Verfassungsschützer Maaßen. Der Union kommt der Machtkampf in der AfD gerade recht. Schafft die Partei noch rechtzeitig vor den richtungsweisenden Landtagswahlen in drei Bundesländern, den Laden wieder unter Kontrolle zu kriegen?

Es sieht nicht danach aus. Die Springerpresse frohlockt, dass nach Höckes Auftritt beim Kyffhäusertreffen zahlreiche Parteifunktionäre gegen den Thüringer protestieren. Weidel, Meuthen und Gauland befinden sich allerdings nicht unter den Unterzeichnern des Aufrufs.

Auf Tychis Einblick wird Höcke ebenso kritisiert wie bei der Jungen Freiheit. Zuvor hatte Philosophia Perennis mit mehreren Artikeln für Verwirrung gesorgt, sich von Rechtsextremen distanziert, einen Schlagabtausch mit Sezession / Schnellroda geliefert und spätestens der Rücktritt von David Berger aus dem Kuratorium der Erasmus-Stiftung markiert einen Wendepunkt.

Nun hat David Berger Strafanzeige nach erhaltenen Morddrohungen erstattet, der Staatsschutz ermittelt. Und Berger kritisiert nach Höcke, Steinbach und Kubitschek jetzt auch Alice Weidel, weil diese im September einen Auftritt als Rednerin bei der IfS-Sommerakademie in Schnelloda zugesagt hat.

Derzeit befinden wir uns im Sommerloch – es ist gut gefüllt, dank Greta-Jugend, Flügelkämpfen und Zitteranfällen der Kanzlerin. Es geht um Köpfe, nicht um Inhalte. Dem Führerkult um Merkel als angeblich mächtigste Frau der Welt hatte die Professorenpartei mit dem blassen Lucke nicht viel entgegen zu setzen. Die Eurokritik verpuffte schlussendlich vor dem Verfassungsgericht, als Voßkuhle den ESM durchwinkte. Wie viel Prozent der Wähler wussten überhaupt, was die drei Buchstaben bedeuteten und wie unverfroren Merkels kalter Putsch die Haushaltshoheit des Parlamentes aushebelte? Erreicht man die Masse etwa mit Fakten? Wer glaubt denn an solche Märchen?

Zweifellos hat Götz Kubitschek insofern nicht unrecht, wenn er von Höckes Perfomance schwärmt und dazu bemerkt, dass es die Grünen mit Habeck nicht anders machen. Wem aber nützt der Flügelkampf in der AfD, wenn daraus ein irreparabler Schaden entsteht? Sicher nicht den Wählern, den einfachen Bürgern, auch nicht den Besserverdienern, von denen sich bald immer mehr unter den #futschi-Opfern befinden werden. Es geht abwärts mit Deutschland. Immer mehr Firmen machen dicht!

Wer nicht mehr weiß, wie er Miete und Kreditschulden bezahlen kann, dem sind Köpfe und Inszenierungen voller Pathos oder „Internationale Solidarität“ egal, er wählt rechts oder links, je nachdem wie glaubhaft die entsprechenden Parteien Wählergeschenke anpreisen – von Mietpreisbremsen und Enteignungen bis hin zu Grundrenten, Extra-Kindergeld oder dem Stopp der Masseneinwanderung, der die Sozialkassen entlastet. Die Mitte wird mit Anstieg der Zumutungen in gleichem Maße irrelevanter. Abgesehen von Stil und Inhalt hat Höcke diesen Aspekt verstanden, der Bundesvorstand der AfD will das jedoch genauso wenig wahrhaben, wie die Gegner von Sarah Wagenknecht bei den Linken oder die Schreiberlinge von Springer, FAZ und Co., die ihren Leserschwund ignorieren und der AfD, ihren Wählen und sonstigen „Wutbürgern“ in die Schuhe schieben.

Ein kaputtes System kann sich nicht selbst reparieren und Politik keine Probleme lösen, die sie selbst mit angerichtet hat. Ob Merkel, Höcke oder nun eventuell Weidel endlich weg oder endlich dran kommen – eine Besserung ist nicht in Sicht!

Das Prinzip des Scheiterns: (K)ein Erfolgsmodell

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