Pulverfass Griechenland: Varoufakis, der Pokerspieler!

„Athen produziert Gläubigerhass der widerlichsten Art“

so titelt das Handelsblatt und produziert damit wahrscheinlich Griechenhass als Gegenreflex.

Was sollen die frisch gewählten Neu-Linken in Griechenland denn sonst machen, als Deutschland an seine nicht zurück gezahlten Schulden aus den griechischen Zwangsanleihen aus dem 2. Weltkrieg zu erinnern und ganz hoch zu pokern?

Das Kabinett Tsipras wird nicht ein einziges seiner vollmundigen Wahlversprechen einlösen können, wenn sich die Mitglieder nicht umgehend auf Beutezug begeben und schachern, was das Zeug hält. 

Bevor die kriminellen Oligarchen Griechenlands zur Kasse gebeten und entmachtet werden, müssen erst andere Quellen ausgeschöpft werden. Mit der kleinen Elite des Landes wird sich keine politische Kraft so schnell anlegen können, ohne dass sie ihre Macht zuvor gefestigt hat.


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Diaploki – das steht für die unausgesprochenen Übereinkünfte zwischen Politik und den mächtigen Familien, die die griechische Medienlandschaft dominieren und dadurch ihren Einfluss ausüben, wie ein Berlusconi in Italien.

Was selbst ein Putin in Russland nicht fertig brachte, wird auch Syriza in Griechenland nicht schaffen, ohne das Land vollends zu destabilisieren. An den Oligarchen kommt niemand vorbei.

Denn kampflos werden sich die Eliten nicht beugen. Sie werden alles versuchen, um Allianzen zu schmieden und ihre Macht zu erhalten. Notfalls verschieben sie ihre Vermögen ins Ausland und lassen das bißchen Wirtschaft noch mehr stottern.

Wer sich ihrer entledigen will, der weiss, dass dies einen hohen Preis fordern wird. Nicht nur finanziell. Der Gegner kann sich politisch rächen, aber auch Unruhen anzetteln. Man sollte nicht vergessen, dass in Griechenland der zweite Weltkrieg ein bißchen länger gedauert hat – bis 1949 befand sich das Land im Bürgerkrieg.

Gleich mehrere ausländische Mächte hatten natürlich ihre Finger mit im Spiel – denn es ging um Links gegen Rechts. Die Briten und die USA setzten sich gegen Jugoslawien durch und Griechenland wurde „konservativ“ und später Teil des westlichen Bündnisses. Der Ostblock hatte das Nachsehen.

Dieses Trauma ist tief in der griechischen Bevölkerung verwurzelt. Erst jetzt, wo die Realität immer trostloser wurde, hat die lange verteufelte griechische Linke wieder ein deutliches Votum. 

Und auch jetzt geht es nicht ganz ohne die Rechte – Mit der ANEL, der rechtskonservativen Partei musste Syriza eine Koalition eingehen, da die absolute Mehrheit knapp verpasst wurde. Das ist die Achillesferse, die die Oligarchen nutzen werden, wenn Syriza es übertreibt.

Und so bleibt den Syrizianern nichts anderes übrig. als zunächst einmal bei Schäuble auf den Putz zu hauen und ganz hoch zu pokern. Damit bedienen die Linken tatsächlich auch nationale Befindlichkeiten. Unberechtigt ist die scharfe Kritik im Handelsblatt trotz der reißerischen Aufmachung nämlich nicht.

Vielleicht ist der Linksruck in Griechenland am Ende gar kein echter Linksruck, nur ein gefühlter. Die Stimmung kann schneller kippen, als man vielleicht glaubt.

Varoufakis befindet sich auf einem Himmelfahrtskommando. Die Kassen sind leer und die Griechen werden nach der Pfeife ihrer Geldgeber tanzen müssen, dürfen es aber nicht so aussehen lassen. Falls die EU und die Deutschen nicht genügend Euros locker machen, mit denen die Versprechen bezahlt werden können, ist die Hoffnung schnell dahin.

Wer gibt ihnen Geld? Russland, China oder gar die Türkei, mit Zypern im Hinterkopf?

Wenn Syriza scheitert und die Regierung kippt, können nationale Kräfte das Machtvakuum nutzen und mit Unterstützung der Oligarchen einen Putsch unternehmen.  Ein Griechenland im freien Fall wird ein Konfliktpotential wie derzeit in der Ukraine entwickeln. Das kann nicht im Interesse der EU und Deutschlands sein.

Schäuble wird wohl die Kasse klingeln lassen müssen. Wenn aber nicht mehr genug drin ist, dann hat Varoufakis zu hoch gepokert. Und manchmal kommt es nicht nur im Western vor, dass sich aus einem Pokerspiel eine handfeste Schiesserei entwickelt.


 

Bildquelle:

Varoufakis photo
Photo by dayblakelydonaldson
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5 Kommentare

  1. Naja, wenn er denn pokert dann ist er ja gut dran bei der EU & USA, denn das sind auch nur Pokergestalten.
    Man sollte sich aber als Pokerspieler niemals mit einem Schachpieler (In dem Fall Putin) anlegen, das geht daneben. ;-)
    Denn Schachspieler sind wesentlich Intelligenter als geldgierige und geldsüchtige Pokerspieler !

  2. Varoufakis viel Erfolg! Mit unserem US Geldsystem virtueller Kredite kein Problem.

    Flug MH370 spurlos verschwunden Flug MH17 nicht abgestürzt sondern
    ———Leichen und Flugzeugteile ————
    ———— abgekippt über der Ukraine ————– – —–um uns kriegswillig zu machen ———
    (Leichen vermutlich vom verschwundenen Flug MH370)
    So analysiert von Gerhard Wisnewski im Buch “verheimlicht vertuscht vergessen 2015″ Seiten 264 bis 307. Was kann man da noch von den USA erwarten. Purer Regierungsterror.

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