Exit statt #Grexit – Tod eines Obdachlosen

Vorwürfe gegen die Stadt Krefeld

Mitten in Deutschland gibt es jede Menge Elend und Not.

Krefeld:  Tagelang hatte der 86-jährige bereits in einer städtischen Unterkunft gelegen, bis er auf Drängen der Hausmeister gefunden wurde. Angeblich soll nicht mal der Verwesungsgeruch aufgefallen sein. Die Stadt bemühte sich um Erklärungen.

„Unangenehme Gerüche sind normal in der städtischen Unterkunft an der Philadelphiastraße.

Zumindest in dem Flur mit den Zimmern für Obdachlose“, so eine Sozialarbeiterin der Stadt WZ


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Der Verein „Nothilfe Mensch“ kritisiert dagegen die Stadt scharf:

„Geschultes Personal hätte den Tod des 86-Jährigen verhindern können“ WZ

In einem Kommentar zum Artikel wird der Verein noch mal deutlicher und weist die Rechtfertigungen der Stadt entschieden zurück:

„… wie bereits dargestellt vegetieren die in Rede stehenden Betroffenen fast völlig sich selbst überlassen und ohne zureichende Betreuung vor sich hin.“

Die „wohnlichen“ Verhältnisse in der Notunterkunft seien katastrophal und insgesamt als menschenunwürdig zu bezeichnen. Nach dem der WDR über den Fall berichtete, sei immerhin eine grobe Reinigung der Unterkunft vorgenommen worden, heisst es weiter in den Ausführungen.

Warum wir darüber berichten?

Die Seidenstadt Krefeld liegt in Deutschland, am Niederrhein, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landesmetropole Düsseldorf.

Einige Stadtviertel von Krefeld sind nicht gerade Vorzeigebezirke, so schlimm wie in Duisburg Marxloh ist es noch nicht ganz, denn in der Region sind einige der größten industriellen Arbeitgeber ansässig, wie zum Beispiel die Bayer AG am Standort Uerdingen. Das sollte auch etwas Geld in die leeren Kassen der Stadt spülen.

Tatsächlich aber weist die Stadt für das Jahr 2015 ein Haushaltsdefizit von 32,1 Mio. EUR auf. 2018 rechnet man erstmalig wieder mit einem Überschuss von mageren 1,4 Mio EUR.

Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn bei den Schwächsten der Gesellschaft gespart und die Arbeit privaten Initiativen und Vereinen überlassen wird.

Die Rechnung ist in diesem Fall nicht ganz aufgegangen, der Imageschaden für die Stadt wird jedoch, wie immer in solchen Fällen nur vorrübergehend sein, dann heisst es wieder:

„Wir sind auf einem guten Weg“ oder so ähnlich.

Alles redet über den Grexit, der gerade noch durch den unermüdlichen Einsatz unserer Politiker verhindert wurde, wir reden über den EXITus eines unbekannten Obdachlosen, der dagegen nicht verhindert wurde. Der Tod gehört zum Leben dazu und ist unvermeidbar, man kann ihn nicht verhindern – den Verlust von Würde aber schon. Und das nicht nur im fernen Griechenland, sondern direkt nebenan vor der eigenen Haustür.

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2 Kommentare

  1. Jeder der das schon mal gerochen hat weiß, das das ganz sicher kein „normaler“ unangenehmer Geruch ist. Einfach nur blanke, pure Menschenverachtung. :-(

  2. @Fritz
    Richtig, aber alles halb so wild, da es sich ja nur um einen 86jährigen gehandelt hat und wenn er dann noch ur-deutsch war… um so besser *Ironie*

Kommentare sind deaktiviert.