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Supernanny verklagt Youtuber

By JesterWr (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

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Die als Supernanny bekannt gewordene Pädagogin Katharina Saalfrank hat einen Youtuber auf Unterlassung verklagt.

Von Anfang an stand Saalfrank wegen der RTL Pseudo-Doku in der Kritik, wurde aber auch mit einem Fernsehpreis für ihre Arbeit bedacht. Seit 2011 geistert sie nicht mehr über die Mattscheibe in deutsche Wohnzimmer, denn nachdem sie selbst Kritik an der „Ausrichtung“ des Formats geäußerte hatte, stellte der Sender den heiß diskutierten Publikumsrenner ein.

Wegen Kritik an einer Ausgabe der „Supernanny“ machte bereits Holger Kreymeier vom Online-Magazin Fernsehkritik.tv schmerzliche Erfahrungen. Erst im letzten Jahr endete der Prozess vor dem Landgericht Köln, der Beklagte verzichtete auf eine Berufung und musste 88 Prozent der Verfahrenskosten begleichen.

Im aktuellen Fall geht es um den Youtube Kanal „TrauKeinemPromi“ wegen eines Videos vom Mai 2015 mit dem Titel „Die Supernanny Katharina Saalfrank ist eine pathologische Psychopathin.“

Der Youtuber war sich sicher, wie er in einem neuen Video schildert, dass er deshalb keine juristischen Probleme bekäme und wurde eines Besseren belehrt. Ihm flatterte eine Abmahnung ins Haus. Damit war die Sache jedoch nicht erledigt, denn der Videomacher ignorierte das Schreiben und die Anwälte der Supernanny erwirkten eine einstweilige Verfügung gegen ihn.

Dadurch stiegen die Kosten von ca. 1000 Euro bei Unterzeichnen der Unterlassungserklärung auf über 3000 Euro Gerichtskosten und bei Wiederholung der Äußerung drohen ihm ein Ordnungsgeld bis zu 250000 Euro bzw. bis zu zwei Jahren Haft.

Das Publikum spendete dem Beklagten ca. 2500 Euro, damit er die Forderungen erfüllen konnte, was er auch tat.

Doch mit einem erneuten Video über das Gerichtsurteil zog der Youtuber wieder Ärger auf sich. Er soll die Supernanny als „Nutte“ bezeichnet und beleidigende Schmähkommentare nicht gelöscht haben. Wieder flatterten ihm Unterlassungsbescheide ins Haus, die er unterzeichnete. wie er auch wunschgemäß die Videos entfernte. Die Übernahme der Anwaltskosten verweigerte der Beklagte aber. In der Zwischenzeit erging ein Versäumnisurteil, gegen das er nun Beschwerde eingelegt hat.

„Ich wurde zur Kostenerstattung der Rechtsanwaltsgebühren von über 4000 (!!!) Euro verurteilt. Die Rechtsanwaltskanzlei Schertz Bergmann wollte 2700 Euro wegen zwei Unterlassungserklärungen betreffend ein paar wenigen beleidigenden Nutzerkommentaren und über 1000 Euro wegen der Beleidigung “Nutte“, die ich in Bezug auf Frau Saalfrank nicht benutzt habe. Der Anwaltskanzlei wurde das Geld von dem Amtsgericht Hamburg zugesprochen, allerdings habe ich Einspruch eingelegt. Der Termin für den Prozess ist: “Mittwoch, 25.05.2016, 11.00 Uhr, Sitzungssaal A 004, Erdgeschoss, Sievekingplatz 1“ Ich dachte mir, wir könnten an diesem Tag eine Aktion starten, die man auch bei anderen Zuschauern wiederholen könnte. Ich nenne sie “Die Abmahnwachen“.

Videochannel TrauKeinemPromi

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  1. Schweinepriester

    Man fragt sich, warum ein YouTuber ermittelt werden kann. YT rückt doch keine IP Adresse raus. Man betreibt natürlich nicht ein Kanal mit seinem Namen und Adresse ?
    Wir sind ja schließlich in D-land und gehen nur anonym ins Netz.

  2. Ist es denn klug, jemanden persönlich anzugreifen?

    • Redaktion

      Nein, das ist nicht klug, sondern naiv, wenn man die sachliche Ebene verlässt und dann noch einen drauf setzt. Grundsätzlich hat der Videomacher in seiner Kritik am Rechtssystem nicht unrecht, denn es lässt sich nun mal bestens von denen instrumentalisieren, die weniger Skrupel und mehr Geld als die Gegenseite haben. Gegen BILD und Co. wäre ein Sieg bedeutend schwerer zu erringen gewesen, die können sich wesentlich mehr „Meinung“ leisten als andere.

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