Schweig Franziskus, schweig!

Wenn sich alte Männer in Bettlaken hüllen ist entweder Karneval oder es wird mal wieder ein Stück aus der griechischen Antike im Theater zum Besten gegeben. Die Bühne war diesmal das EU-Parlament und Hauptdarsteller ein Papst namens Franziskus.

Im Focus bekommt der Einakter durchweg positive Kritiken:

„ein starkes Plädoyer für mehr „Wir“-Denken. Es zeigt einmal mehr, dass Europa gut daran täte, sich wieder auf seine christlichen Werte zu besinnen.“

Den Gottesbezug in der EU Verfassung haben säkuläre Kräfte verhindert, nicht aber die Rede eines Kirchenführers, der gleichzeitig auch Staatsoberhaupt eines fragwürdigen  Kleinstaates ist, der streng genommen die Aufnahmekriterien in die EU nicht erfüllt.


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Aber muss man denn immer so kleinlich sein, wenn der Mann doch einige ganz wichtige Dinge gesagt haben soll?

Ja, schön, dass sich der Alte Franz Gedanken um die Menschen macht, allerlei Kritik an den Märkten äußert und für einen Dialog mit dem Islam eintritt.

Aber wie es bei religiösen Menschen oft der Fall ist, können diese Lippenbekenntnisse nicht ohne die gekreuzten Finger hinter dem Rücken geäußert werden. Die Formel „Rückbesinnung auf christliche Werte“ hebt doch alles zuvor Gesagte wieder auf.

Von welchen glorreichen christlichen Werten spricht denn da der Jesuit aus Südamerika?

Sind Parlamente etwa aus christlichen Wurzeln entstanden oder wurde die Demokratie nicht gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft?

Sind es christliche Wurzeln, denen wir heute zu verdanken haben, dass das Wissen über die Rundheit der Erde und die Beschaffenheit des Sonnensystems selbstverständlich ist und man nicht mehr mit dem Tode bedroht wird, wenn man darüber spricht?

Welche Werte meint er? Sollen sich die protestantischen Kollegen wieder auf ihre antisemitische Wurzel Martin Luther besinnen, statt endlich diesen Namen aus ihrer Institution zu streichen?

Oder lieber gleich zurück auf die christlichen Werte vor der Reformation inklusive Ablasshandel, der in Deutschland als Kirchensteuer immer noch überlebt hat?

Wie wäre es mit einer Rückbesinnung auf die Heilige Inquisition? Gerade im Winter würde so manches Feuer die vielen Obdachlosen erwärmen für die sich der Heilige Franz gerade so stark macht.

Die Verbrechen der Kirchen haben über die Jahrhunderte mehr Menschenleben gekostet als alle „weltlichen“ Kriege des letzten Jahrhunderts zusammen. Auch da haben Gottesdiener noch fleissig Kanonen gesegnet und feige bei der Judenvernichtung weggesehen. Wo immer heute noch Kirche draufsteht, ist jede Menge Dreck zu finden. Angefangen von den Missbrauchsskandalen in den kirchlichen Kinderheimen der Nachkriegszeit, der Zwangsarbeit von Kindern oder etwa den unglaublichen Verbrechen der Zwangsadoptionen durch Nonnen in Spanien, die bis heute nicht aufgearbeitet sind. Dort wurden viele Tausend Säuglinge lediger Mütter für tot erklärt und an reiche Familien verkauft. Etliche Kindergräber auf spanischen Friedhöfen sind heute noch leer. Kirche und Faschismus Hand in Hand N-TV

Der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner hat in seinem Gesamtwerk die Verbrechen der Kirche zusammengetragen. Ein wahrer Fundus für alle, die sich nach mehr christlichen Werten sehnen.

Wenn das Abendland noch irgendetwas vom Rest der Welt unterscheidet und die Freiheit und Freizügigkeit, die wir heute so selbstverständlich genießen irgendwo ihre Wurzeln haben, dann sicher nicht in den christlichen Werten, sondern in der Aufklärung und dem Humanismus.

Möge der Papst auch noch so ehrlich das Flüchtlingselend bedauern – im Herzen Europas, im Vatikan ist genug Platz für alle, das nötige Kleingeld für deren täglich Brot zudem reichlich auf der Vatikanbank vorhanden. Möge er mit gutem Beispiel vorangehen und diese christlichen Werte doch endlich verteilen an die, die sie am Nötigsten brauchen – AMEN!

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Photo by Österreichisches Außenministerium

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 231 Artikel
Freier Journalist - Autor - Musiker

7 Kommentare

  1. …Amen ! Vom unermesslichen Vermögen des Vatikan und den ganzen Verbindungen
    weltweit ist zumeist Schweigenacht angesagt.
    Helfen sollen eigentlich immer nur die kleine Leute. Jetzt geht es wieder los mit den ganzen Spendengalas und Aktionen. Promis sitzen am Telefon und labern herum.
    4,5 Millionen ist die vorläufige Endsumme heißt es zum Schluss…gespendet von den so zu begeisternden TV-Zuschauern…Amen wiederum !

    • Ach ja, der Charityschwindel der Superreichen ohne die es gar keine Ausbeutung gäbe… :-) Wer spendet verschwendet!

    • Sehe ich genauso !
      Jedes Jahr zu Wheinachten hin wird auf die Mitleidsdrüse gedrückt in sachen Spenden.

      Dabei könnten die reichsten nimmersatten Minusmenschen die Welt im Alleingang retten wenn diese geizigen Leute nur 1 % ihres Vermögens spenden würden, aber nö, es wird immer bei den „Normalos“ um Spenden gebettelt !
      Und von jedem Euro kommen evtl. nur noch 20 Cent an von den Spenden weil sich andere daran bereichern.
      Und total Überzogen fand ich als Micheal Schumacher mickrige 10.000 € für die Tsunami-Opfer gespendet hat, da wurde Er von den Medien wie ein Held gefeiert, dabei ist er Multimillionär und hätte sogar wesentlich mehr spenden können (Kann man ja von der Steuer absetzen).

  2. Also bitte – die Kirche als Institution hat bekanntlich überhaupt nichts mit Christentum zu tun – sie handelt schon seit vielen Jahrhunderten entgegen den Vorgaben ihres Erfinders und arbeitet für die „andere“ Seite.

    Vor allem Katholizismus ist eine absolute Verneinung der Christlichen Lehre, vom kriminellen Fraimauerer-Jesuiten Verein mal gar nicht zu sprechen.

    In dem sinne ja, er soll bitte die Klappe halten – weil er weder die Religion, noch Christus, noch irgendwas gutes repräsentiert.

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