KitaStreik: Manipulationsvorwürfe gegen Verdi

Verzögerungstaktik und seltsames Abstimmungsverfahren

Angeblich droht nach den Sommerferien ein neuer Kita-Streik wenn alles ganz ungünstig läuft und Eltern müssen wieder zittern.

Viele Beschäftigte sind tatsächlich mit dem Schlichterspruch unzufrieden:

Eine Erzieherin aus dem Rhein-Main-Gebiet beklagt z.B.

„Ich bekomme nur ca 50 Euro netto mehr, einige Kolleginnen noch weniger. Und jetzt wird schon von 24 Stunden Kitas geredet und Schichtdienst!“


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Gewinner bei dem Streik sind vor allem die Kita Leitungen, sie steigen abhängig nach Größe der Einrichtung in den Tarifstufen auf, was sich wesentlich günstiger auf den Einkommenszuwachs auswirkt.

Da ärgert es so manche Beschäftigte, dass sich unter den Leitungskräften besonders viele engagierte Gewerkschaftsmitglieder befinden sollen.

Nachprüfbar ist dieser Vorwurf allerdings nicht.

Auf der Word Socialist Web Site dagegen werden noch ganz andere schwerwiegende Vorwürfe gegen Verdi erhoben.

Laut einem Screenshot einer internen Powerpoint Präsentation von 2014 habe Verdi den Verlauf des Streiks minutiös geplant, heisst es dort.

Planungen:

Verhandlungen mit der VKA im 1. Quartal 2015 parallel zur Tarifrunde TV-L

Zuspitzung über Urabstimmung und unbefristeten Arbeitskampf im 2. Quartal 2015

– Perspektive: Einigung vor der Sommerpause 2015

„Als eine Streikdelegiertenkonferenz am 24. Juni in Frankfurt den Schlichterspruch ablehnte, reagierte Verdi-Chef Frank Bsirske mit der Drohung, eine Fortsetzung des Streiks werde in der Niederlage enden.“

Um den Schlichterspruch durchdrücken, sei auch das Verfahren zur Abstimmung dementsprechend gestaltet worden.

Nicht abgegebene Stimmen werden bei Verdi als Zustimmung gewertet, die Abstimmungen in manchen Bezirken fallen in die Schließzeiten der Kitas. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wenn nur 25 % der Mitglieder ihre Stimmen nicht abgeben, gilt der Schlichterspruch bei Verdi als angenommen, für eine Ablehnung muss eine Zwei Drittel Mehrheit erreicht werden.

Auch wenn einige Meldungen vor einem neuen Kita Streik warnen, wird es wohl dabei bleiben und den Beschäftigten nahegelegt, sich mit dem bißchen „mehr“ zufrieden zu geben.

Dumm nur, dass das dicke Ende schon vorprogrammiert ist. Mehr leisten dürfen vor allem demnächst die Beschäftigten an der Basis, wenn zusätzliche Belastungen, wie die Aufnahme von Flüchtlingskindern und die 24 Stunden Kitas auf sie zu kommen. Es gilt im Arbeitskampf eine Friedenspflicht von 5 Jahren.

Manches neu geworbene Gewerkschaftsmitglied denkt vielleicht schon wieder an Austritt bei dem mageren Zuwachs und den trüben Zukunftsaussichten. Eines dagegen ist sehr wahrscheinlich:

Herr Bsirske wird nach Ablauf der Friedenspflicht wohl nicht mehr den gleichen Dienstwagen fahren wie heute!

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