Pannenpolizei Bayern: Was macht eigentlich Kinderschänder Oliver Shanti?

Der Mordfall Peggy ist wahrlich kein Aushängeschild für die bayrische Justiz und Polizei. Die Verurteilung eines Unschuldigen und die zahlreichen Skandale um die Pannen-Soko Peggy sind indes kein Einzelfall.

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Nach einer ebenso unglaublichen Pannenserie wurde 2009 der Esoterik Guru und „Musiker“ Oliver Shanti, mit bürgerlichem Namen Ulrich Schulz, vor dem Münchner Landgericht zu sechs Jahren und zehn Monaten Gefängnis wegen Missbrauch von mehreren Kindern verurteilt.

Falls er nicht schon wegen guter Führung vorzeitig entlassen wurde, dürfte spätestens in diesem Monat die Haftstrafe abgesessen sein.

Bevor der Meister in den Neunziger Jahren mit 200 Anhängern sein Domizil auf eine Hazienda nach Portugal verlegte, führte er im bayrischen Viechtach mehrere Jahre eine Kommune an. Seine Produktionen waren für sogenannte New Age Musik sehr erfolgreich. Schnell kamen jedoch Gerüchte auf, dass Oliver Shanti selbst nur sehr wenig zu der Musik beitrug und die Studiomusiker für ihr Mitwirken kaum oder gar nicht bezahlt wurden. In esoterischen Kreisen und ersten Internetforen wurde Oliver Shanti dann von ehemaligen Sektenmitgliedern des Kindesmissbrauchs beschuldigt.

Erst 2002 kam es zu ernsthaften Ermittlungen von deutscher Seite und Shanti „tauchte“ unter. Dabei hatte die Polizei bereits 1998 Kenntnis von den Vorwürfen. 1990 soll Schulz zwei Jungen in München sexuell missbraucht haben. Die gutgläubigen Eltern hatten die Kinder zu ihm in die Sommerferien geschickt. 1999 stellte die Staatsanwaltschaft aber die Ermittlungen ein, obwohl seit 1998 eine Anzeige gegen Schulz vorlag.

In Portugal konnte er noch einige Jahre ungehindert sein Leben als Anführer der Sekte fortführen, weil er gute Beziehungen in allerhöchste Kreise gehabt haben soll. Gefasst wurde er, als er 2008 seinen Pass bei der deutschen Botschaft in Lissabon verlängern wollte.

Letztlich wurde Shanti nur in einigen der ihm zur Last gelegten Fälle eine Schuld nachgewiesen. Laut Anklage handelte es sich dabei allerdings um die Spitze des Eisbergs.

Untersuchungen, ob die Sekte Teil eines Kinderschändernetzwerks sein könnte, wurden vermutlich gar nicht erst angestellt. Nach wie vor erfreuen sich die Musikproduktionen von „Oliver Shanti & Friends“ großer Beliebtheit. Der Sprechgesang mit der „dunklen Stimme“ in einigen Passagen der Titel soll vom Meister höchstpersönlich stammen – wer sich dabei entspannt, weiß nicht, wem er da gerade Einlass in sein Bewusstsein gewährt.

Heute sollte man sich fragen, ob es sich bei dem zaghaften Vorgehen gegen den Kinderschänder, weniger um eine „Polizeipanne“ handelt, sondern ob es eher als ein Indiz aus dem Kinderporno-Puzzle vielmehr dafür spricht, dass Ermittlungen gegen Kinderschänder systematisch behindert werden.

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