In bester Gesellschaft: Xavier Naidoo

Oh my God, OMG, oh my dear Gott, I just can’t believe it, um Himmels Willen, HimmelHerrgottKruzifixsakramento:

Xavier Naidoo ist endgültig enttarnt – nun hat man alle alten Interviews mit ihm hervorgekramt und Entsetzliches ist zu Tage getreten. Vor 15 Jahren hat der Mannheimer Barde schier Unglaubliches von sich gegeben, das ihn als religiösen Ereiferer zu erkennen gibt, hier eine Kostprobe:

Ziehst du konkrete Handlungsanweisungen für dein tägliches Leben aus der Bibel?

“Logisch! Ich würde nie nach Amerika ziehen. Ich würde auch nie aus Deutschland wegziehen. Uns allen steht eine große Notzeit bevor, aber ich denke, daß Deutschland das kleinere Übel ist. Deutschland hat die Zerstörung, die der Welt noch bevorsteht, in diesem Jahrhundert ja bereits erlebt. Das passierte auch anderen Staaten. Halb Europa starb im Mittelalter an der Pest. Das war aber auch nicht in der Zeit der letzten Gefechte. Bei mir zu Hause laufen rund um die Uhr Nachrichtensender. In der Bibel steht, es wird die Zeit kommen, da hört man die Gerüchte von den Kriegen an anderen Orten. Im Mittelalter wußte man in China nicht, daß in Mitteleuropa die Pest wütet. Heute erfahren wir alles sofort.”

Quelle: Musikexpress

Als Vorbild taugt er nach dem Spiegel seit seinem Auftritt vom 3. Oktober nicht mehr – welch eine Entlastung für ihn. Jetzt kann er machen, was er will.

Auch der größte aller Songschreiber, Bob Dylan hat im Laufe seines Lebens eine “christliche Phase” durchgemacht – irgendwann sich aber wieder auf das Menschsein besonnen und zu alten Wurzeln zurückgefunden – was bei jemanden wie ihm bedeutet, sich stets neu zu erfinden. Schreckliche Songs für seine alten Fans auf christlichen Alben waren das.

Xavier Naidoo ist noch ein ganzes Stückchen jünger als der große Meister und steckt noch eben drin in seiner christlichen Phase. Ob er ihr jemals entwachsen wird ist fraglich, aber wen geht das was an? Weil er sich jetzt zu politischen Themen äußert, muss man da auf ihn herumhacken? Sein Liedgut war stets missionarisch durchsetzt – in der Kirche regt sich am Sonntag indes niemand darüber auf – vorrausgesetzt, es geht wirklich jemand in die Messe, versteht und hinterfragt die Texte der dort vorgetragenen Musikstücke.

Der Christen Rap, das Bekenntnis des Glaubens hat es in sich:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische  Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Quelle: Wikipedia

Klingt fast wie eine Rohversion eines Naidoo Songs – gesungen von ihm glatt ein Charthit Nr.1 wert.

Damit ist Xavier Naidoo mit seinem religiösen Geschwafel nicht so ganz alleine.

Joachim Gauck: Christen machen Deutschland stark!

Manuela Schwesig: Warum ich mich taufen liess

Kabinett ohne Konfessionslose

Unser Staatsoberhaupt ist gar Prediger einer Kirche mit antisemitischen Wurzeln, die heute noch stolz den Namen ihres Gründers, den Bauern- und Judenhasser Martin Luther trägt. Wer regt sich darüber auf?

Die Kirche jubelt, dass endlich mal wieder mit der GroKo ein vollständig christianisiertes Kabinett im Bundestag haust – Leute also, die solchen Unsinn von geschwängerten Jungfrauen unwidersprochen bei jedem Gottesdienst mitanstimmen anstatt dem Kirchenchor ein anständiges Biologiebuch für Erstklässler um die Ohren zu hauen und ihnen die Einweisung in eine Psychiatrie nahezulegen.

Leute, die an einen von den Toten auferstandenen Messias glauben, quasi den ersten Zombie der Weltliteratur, solche Leute sitzen im Parlament und bestimmen die Geschicke unseres Landes. Wo sitzt die Vernunft im Parlament?

Leute, die im Bundestag den Papst empfangen und ihn mit “Heiliger Vater” anreden als seien sie 4-jährige Kindergartenkinder, die nicht so ganz sicher sind, ob der St.Martin oder der Nikolaus nur verkleidet oder etwa doch echt sind.

Leute, wie Angela Merkel, die gebetsmühlenartig nicht nur an ihren christlichen Gott, sondern auch genauso fest an den Euro glauben und viele, viele Male auch das achte Gebot “Du sollst nicht lügen” berufsbedingt gebrochen haben.

Taugen diese Leute etwa besser als Vorbild?

Xavier Naidoo ist ein begnadeter Künstler, ohne Frage, über seine Ansichten kann man streiten, doch er darf sie äußern, wann immer er will –  oder doch nicht? Wäre er doch nur im Kirchenchor geblieben, dort wo stets und ständig die Apokalypse gepredigt, gepriesen und besungen wird, es hätte keinen interessiert.

Dort wo die Erbsünde schon kleinen Kindern erklärt wird, wo sie mit Ritualen wie der Taufe reingewaschen und eingestimmt werden sollen, dort wo ein zorniger Gott seine Geschöpfe so sehr liebt, dass er sie in der Sintflut ertränkt, wenn sie ihren eigenen Willen entwickeln.

Xavier Naidoo, der Erweckungsprediger hat schon allerlei Unsinn gesagt und gesungen – aber er hat anders als ein anderer Christ noch auf keiner Sicherheitskonferenz gesprochen und mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr gefordert. Er sagt von sich, dass er nur das Werkzeug des Herrn sei, bitteschön, wenigstens ist er ehrlich. Wessen Werkzeug der Erweckungspräsident  Herr Gauck ist, das hat er uns nicht verraten. Wir tun besser gut daran, unser Glaubensbekenntnis zu diesem Tatbestand als freie Meinung für uns zu behalten, sonst nimmt sie uns noch jemand weg!

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