Im Gespräch: Musikwissenschaftler Dr. Klaus Miehling über Gewaltmusik und Gefahren durch die Islamisierung

Miehling, Portraitfoto 1410Der Komponist, Musiker und Musikwissenschaftler Dr. Klaus Miehling vertritt eine wenig populäre These über zeitgenössische Pop- und Rockmusik oder Hip-Hop und Rap. Er nennt diese Musikstile ausnahmslos „Gewaltmusik“. Liebhaber der klassischen Musik seien die friedlichsten Menschen der Welt, während die westliche Popmusik ab den 50er Jahren für den Werteverfall verantwortlich sei, der seinen vorläufigen Höhepunkt in dem Siegeszug der 68er Bewegung erreichte. 

Mit seinem Werk “Gewaltmusik – Musikgewalt: Populäre Musik und die Folgen“ läutete er 2006 eine neue Runde in dem Streit zwischen U- und E-Musikern ein.


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Regelmäßig verschickt er „Gewaltmusik-Nachrichtenbriefe“ an Interessierte, die auch auf seiner Homepage erscheinen. Damit lädt er Gegner wie auch Befürworter zur Diskussion ein. Auf Publikative.org warf man Miehling ein reaktionäres Weltbild vor, denn der Autor äußert sich auch kritisch zum politischen Zeitgeschehen. Die Huffington-Post zensierte im September 2015 einen Artikel von ihm, der sich mit der Flüchtlingskrise befasste und in dem er die Politik von Merkel kritisierte. Dabei blieb es nicht. Als der Arbeitgeber von Klaus Miehling davon erfuhr, rief das folgende Reaktion hervor:

Waldorfschule Freiburg-Wiehre entläßt fristlos Eurythmiebegleiter

Für O24 habe ich ein ausführliches Gespräch mit Klaus Miehling geführt. 

Ich habe mit einem feinsinnigen Mann gesprochen, der eine klare Sprache spricht, mit seinen Ansichten nicht hinter dem Berg hält, aber ganz gewiss alles andere als der reaktionäre Hassprediger ist, den seine Gegner aus ihm machen. Als Musiker weiß ich, dass Musik nun mal eine Wirkung hat und dass es etwas anderes mit mir macht, wenn ich Klassik höre oder Trash-Metal, Gothic-Rock oder Gangsta-Rap. Wer zum Holzhacken Vivaldi auflegt, erzielt andere Ergebnisse, als wenn er sich mit Rammstein über Kopfhörer zudröhnt. In der Tendenz muss ich ihm daher zustimmen.

Es ist mir unmöglich, das ganze Gespräch wieder zu geben, hier sind einige Fragen, die Klaus Miehling schriftlich beantwortet hat:

Gab es in der Geschichte – abgesehen von der heutigen Dauerpräsenz und Beschallung mit Musik durch die technische Entwicklung – schon einmal Epochen, in denen Musik verstärkt einen destruktiven Charakter annahm? Treten solche Entwicklungen nicht grundsätzlich als Begleiterscheinung gesellschaftlicher und politischer Umbrüche auf?

Über die Klanglichkeit von Musik in vergangenen Epochen sind wir mangels Tonaufzeichnungen nur unzureichend unterrichtet. Es gab allerdings schon seit der Antike Kritik an bestimmten Musikrichtungen. Diese Kritik zielte in erster Linie auf Verweichlichung (Platon), später auf sexuelle Enthemmung (Mittelalter) ab. Eine Ausnahme könnte man in der überlieferten Begebenheit vom Musiker Timotheos sehen, der bewirkt haben soll, dass Alexander der Große zu den Waffen griff – und der ihn dann mit einer anderen Musik wieder beruhigte. Davon abgesehen wird Musik aber erst seit dem Aufkommen des Jazz ein destruktiver Charakter in dem Sinne zugeschrieben, dass sie zu Gewalt und Kriminalität anregen kann.

In einem Gewaltmusik Rundbrief vergleichen Sie die Gefahr durch die zunehmende Islamisierung mit dem Erstarken der Nationalsozialisten in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. “Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Mehrheit der Deutschen sagen: Wir haben nicht geahnt, zu welchen Verbrechen die Nationalsozialisten fähig waren. Heute leben wir in einer anderen Zeit. Eine Unmenge an Informationen ist für jeden, der einen Netzanschluss hat, verfügbar. Die Regierung kann sie nicht unterdrücken”

Ja, die Parallelen sind offensichtlich. Nationalsozialismus und Islam sind beides destruktive Ideologien, auf Eroberung und Unterwerfung angelegt, mit bestimmten Feindbildern und der Vorstellung, dass bestimmte Menschengruppen minderwertig sind. Das Bild der Juden im Islam ist keineswegs besser als es im Nationalsozialismus war. Dass es sich beim Islam um eine Religion und beim Koran um das vermeintliche Wort Gottes handelt, macht ihn nur um so gefährlicher. Auch will der Islam die gesamte Erde unter seine Herrschaft bringen; so weit wäre Hitler vermutlich nicht gegangen.

Mit Ihren Thesen zu Gewaltmusik bewegen Sie sich vollkommen gegen den Strom des Zeitgeists. Dafür haben Sie sicher viel Kritik einstecken müssen. Gab es auch Erfolge und Anerkennung?

Ja, gewiss, aber ausschließlich „inoffiziell“, indem mir einzelne Personen ihre Zustimmung bekundet haben.

Was unterscheidet mittelalterliche Spottgesänge von zeitgenössischer Protestmusik? Gewaltverherrlichende Getthomusik (RAP und Gangsta-HipHop) kam aus den USA und soll sich in Europa zunächst unter der Jugend in Problembezirken verbreitet haben. Bei diesem Beispiel würden sicher viele Kritiker Ihren Thesen zumindest bedingt zustimmen, wenn es um einen negativ verstärkenden Einfluss solcher Musik geht. Aber Sie beziehen sich nicht nur auf die Texte, sondern auch auf Lautstärke, Rhythmik und Instrumentierung. Sind zwei identische Songs mit unterschiedlichen Texten in der Wirkung gleich?

Sie sind gleich in ihrer allgemeinen emotionalen Wirkung, d.h. wenn die Musik aggressiv ist, macht sie aggressiv. Die Texte können allenfalls die Richtung vorgeben. Voraussetzung ist natürlich, dass die Texte (richtig) verstanden werden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass nicht aggressive Texte im klanglichen Gewand aggressiver Musik oft als aggressiv umgedeutet werden.

Weiteres Stichwort: Musik als Therapie, was halten Sie davon?

Da wäre ein Musiktherapeut der kompetentere Ansprechpartner. In der Regel ist Musik nur eine von verschiedenen Maßnahmen, die im Rahmen einer Therapie ergriffen werden, so dass es schwierig ist, ihre spezifische Wirkung zu erkennen. Man muss hier auch unterscheiden zwischen erstens dem dilettantischen Ausdrücken von Emotionen durch musikalische Mittel, was wohl der ursprüngliche Ansatz von Musiktherapie ist, zweitens dem ernsthaften oder gar professionellen Musizieren, dem man ja auch eine therapeutische Wirkung zuschreiben kann, und drittens dem Musikhören.

Kulturrevolution – islamische Kulturrevolution. Im Iran ist westliche Musik verboten. Die Anhänger des Islamischen Staates oder auch die afghanischen Taliban verbieten sogar jede Art von Musik und Tanz und setzen dies mit brutalen Todesurteilen durch. Wurden Sie schon einmal von Kritikern in die ideologische Nähe zu solchen Gruppierungen gerückt? 

Interessanterweise nicht, wohl aber in die Nähe des Nationalsozialismus. Jedoch ist die Sache komplexer. So werden Kämpfer für den Dschihad mit Rapvideos geworben. Ein Journalist hat in einer Musikzeitschrift berichtet, wie ein Talibankämpfer mit Vergnügen westliche Rockvideos angesehen hat. Auch hat die moderne orientalische Popmusik viel von der Klanglichkeit westlicher Pop- und Rockmusik übernommen.

Vielen Dank für das ausführliche und anregende Gespräch!

 



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Wolfgang van de Rydt
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3 Kommentare

  1. Also wieder was Neues dazu gelernt das heißt für uns nur beladen Musik hören wie zum Beispiel der nationale Bade Frank Rennicke das beruhigt die Seele und den Geist

  2. Das ist ein interessantes Thema: Musik und Gewalt

    Zum RAP eine Anmerkung:
    Ursprünglich war der Rap Teil einer intelligenten Protestbewegung.
    Diese Musik wurde dann durch die Gangsterrapper sexistisch und niveaulos.

    Wo diese Gansterrapper herkamen und wer für deren Verbreitung in der Jugendkultur gesorgt hat, kann ja jeder mal selber nachforschen.

    Jedenfalls ist Musik und insbesondere die Auswahl der Künstler und Stars ein wichtiger Teil der Kontrolle des oligarchischen Systems hinter der Demokratie.

    Wenn bei irgendwelchen politischen Fragen Volk und die Interessen der Oligarchen nicht übereinstimmen, dann werden die Stimmen der Prominenten und Künstler laut, um das Volk mit vorgeschobenen Argumenten in die gewollte Richtung zu beeinflussen.

    Tauchen Künstler (auch Musiker) auf, die nicht konform gegen, dann werden die systematisch klein gehalten.

    Dass klassische Musik – z.B. Mozard – positive Folgen auf unser Wohlbefinden und das von Tieren hat, dazu gibt ja bereits hinreichend Studien.

    Wie sich ständige laute Bum-Bum Musik auf das Gehirn und das Verhalten auswirkt, das wäre eine interessante Forschungsfrage.

    Soweit ich weiss, gibt es immerhin Forschung, in wie weit man beim Autofahren von unterschiedlichen Musikrichtungen oder Sprachprogrammen abgelenkt wird.

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