Helric Fredou – Kommissar Selbstmord und der Zweifel

CharlieHebdo Ermittler und offene Fragen

Panamza berichtete schon im März – die deutschen Presse und Online Plattformen haben das Interesse am Fall Helric Fredou und allem, was mit dem CharlieHebdo Attentat zu tun hat, offenbar verloren.

Dabei gibt der Fall weiterhin Rätsel auf:


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Die Schwester des offiziell durch Selbstmord mit der Dienstwaffe aus dem Leben geschiedenen Ermittlers hatte sich an die  Panamza Redaktion gewandt – einen Tag nach der Beerdigung am 14, Januar.

Sie könne sich zwar schlecht vorstellen, dass ihr Bruder ermordet worden sei, teilte sie der Redaktion mit, das wäre ja wie im Film. Aber die Umstände seines Todes ließen ihr keine Ruhe.

Von angeblichen Depressionen ihres Bruders wusste sie nichts. Er selbst habe zweimal selber Selbstmörder tot aufgefunden, darunter auch seinen Kollegen und Vorgänger Christophe Rivieccio in der Polizeistation von Limoges im Novermber 2013.

Mit der Mutter habe er ein inniges Verhältnis gehabt und oft darüber gesprochen und dabei stets beteuert, er selbst würde so etwas niemals machen. Sie schildert ihn als ruhig und besonnen, er sei niemals impulsiv oder aggressiv gewesen.

In Zusammenhang mit den Ermittlungen zum CharlieHebdo Attentat soll Helric Fredou von Unstimmigkeiten mit den Vorgesetzten berichtet haben, die einen sofortigen Bericht von ihm verlangten, was er abgelehnt haben soll, da er erst noch auf einen dringenden Anruf wartete. Worum es bei diesem mysteriösen Anruf ging, wusste die Schwester des Toten jedoch nicht. Nach den geschilderten „Unstimmigkeiten“ wurde er tot aufgefunden.

Die Nachricht vom Tod wurde der Mutter von Helric Fredou gleich von vier hohen Polizeibeamten mitgeteilt, die ihr immer wieder versichert haben, dass es sich um Selbstmord handelt.

Die Familie erhielt keinerlei Einsicht in den Autopsiebericht, in dem es unter anderem heißen soll, dass die Kugel, die sich der Ermittler mittels aufgesetztem Schuss in den Kopf geschossen hat, im Inneren des Schädels gefunden wurde. Schwer vorstellbar, dass die Kugel nicht an der Hinterseite des Schädels wieder ausgetreten ist.

Der Fall ist offenbar von den Behörden abgehakt, nicht mal ein Kondolenzschreiben aus dem Innenministerium haben die Hinterbliebenen bekommen.

Panamza listet die Ungereimheiten noch mal explizit auf:

  • Keine Einsicht in den Autopsiebericht.
  • Der Schuss aus der Waffe war angeblich  nicht von seinen Kollegen gehört worden, obwohl die Waffe nicht mit einem Schalldämpfer ausgerüstet war und sie in der Nähe waren
  • Die Kugel wurde im Inneren des Schädels gefunden.
  • Weigerung des  behandelnden Arztes, die Presseberichte über angebliche Depressionen zu bestätigen
  • Keinerlei Stellungnahme der Polizei zu den widersprüchlichen Schilderungen des Tathergangs
  • Der Einsatz der „vier Polizeidirektoren“ aus Paris, die die Mutter massiv vom Selbstmord überzeugen wollten

Der Autopsiebericht könnte vor allem Aufschluss über die angeblichen Depressionen liefern. Schwere, behandlungsbedürftige Depressionen gehen mit Antriebsstörungen einher, die üblicherweise mit einer länger andauernden medikamentösen Therapie behandelt werden. Diese Medikamente sind eindeutig nachweisbar.

In den ersten Wochen nach der Einnahme sogenannter antriebssteigernder Antidepressiva sind depressive Patienten mit einer Suicidneigung ganz besonders gefährdet, einen Selbstmordversuch zu unternehmen – Fachärzten ist aber dieser Umstand bekannt, zudem wird eine solche Therapie meistens stationär eingeleitet, die Patienten sind in diesem Zeitraum dienstunfähig. Von Klinikaufenthalten des Ermittlers ist aber nichts bekannt.

Die Schilderungen der Schwester sprechen ebenso nicht für einen typischen, selbstmordgefährdeten Charakter – was also hat den Mann so verstört, dass er keinen anderen Ausweg mehr wusste?


Bildquelle:

bullet head photo
Photo by William Hook


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