Heimkinder, Justizopfer, Scientologen und der Missbrauch mit dem Missbrauch

Ist die Unterstützerszene unterwandert?

Der Heimkinderskandal ist trotz zahlreicher Dokus und Kinofilme längst wieder aus den Schlagzeilen geraten.

Die Geschichte von Gustl Mollath wurde ebenfalls verfilmt und sorgte erneut für kontroverse Debatten.

Immer wieder werden dabei auch die Unterstützerkreise kritisiert – ein willkommenes Fressen für die Gegner, wenn dabei etwas gefunden wird, was sich benutzen lässt, um die Opfer zu diskreditieren.

In den Netzwerken tummeln sich natürlich auch fragwürdige Zeitgenossen. Lange schon vor der Mollath-Affäre haben sich die Gegner der Psychiatrie organisiert. Dass Scientology hier, wie auch in der sogenannten Impfkritikerszene unterwegs war, um neue Mitglieder zu rekrutieren, ist lange bekannt.


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Auch das Engagement rechtsextremer Kreise in der Kinderschützerszene ist kein Geheimnis – nicht jeder merkt aber sogleich, mit wem er sich einlässt, wenn er die angebotene Unterstützung dankend annimmt.

Unterstützung zu finden ist nämlich gar nicht so einfach, die wenigsten nicht weniger dramatischen Fälle als die der prominent gewordenen Protagonisten haben nämlich das Potential dazu, großes öffentliches Interesse zu wecken.

Gerichtsprozesse kosten Geld, Honorare für Anwälte und Gutachter müssen bezahlt werden, denn nicht alles wird über die Prozesskostenbeihilfe gedeckt und vor allem ist in vielen Fällen eine Recherche notwendig, die nicht selten detektivische Kompetenzen erfordert.

Wer nicht das Glück hat, dass sich hauptberufliche, rechercheerfahrene Journalisten seiner Sache annehmen, weil dahinter nicht die große Story winkt, muss selbst aktiv werden.

Die zahlreichen Foren, Webseiten und Facebookgruppen werden oft von den Betroffenen selbst organisiert. Netzwerk B ist zum Beispiel eine Initiative von Betroffenen, die mit Öffentlichkeitsarbeit auf die Belange der Opfer von sexuellem Missbrauch aufmerksam machen möchte.

Daneben gibt es Seiten für Justizopfer, Psychiatrieopfer, Vereine für Ex-Heimkinder u.v.m.

Wie bei jedem Verein bleiben auch diese Kreise nicht von den vereinstypischen Konflikten verschont.

Die Tatsache, dass es in manchen Unterstützerkreisen nicht weniger gärt, als im dörflichen Schützenverein, sollte daher nicht verwundern, sondern ist eher ein Anzeichen von Normalität.

Vorsicht: Dort wo alles professionell und reibungslos abläuft, obwohl der Unterstützerkreis gerade erst frisch gegründet ist, sollte mehr Misstrauen angebracht sein. Hier sind erfahrene Leute am Werk, die wissen was sie tun, wissen Sie aber auch, was diese Leute wirklich wollen?

Geld und Honorare: Haben Sie schon einmal gehört, dass Reporter vom Spiegel oder Stern TV Geld für Interviews und Filmaufnahmen verlangen?

Sicher nicht, denn sie wollen Ihre Story zu Geld machen und sind froh, wenn sie jemanden vor die Kamera bekommen. Manchmal bieten sie sogar Geld, wenn sie eine gute Story wittern, meist wollen sie aber möglichst wenig dafür bezahlen.

Was dann aus der Story gemacht wird, ist noch einmal eine andere Sache. Die Verfilmung über die Vorkommnisse in der Odenwaldschule, die letztes Jahr in der ARD lief, hat viele Opfer verärgert. In der fiktionalen Geschichte mit stark dokumentarischem Charakter haben die Betroffenen ihre Schilderungen eindeutig wiedererkannt, ihr Einverständnis dazu lag in keinem Fall vor.

In der Regel sind die Betroffenen froh, wenn ihre Geschichte aufgegriffen wird, die Mehrzahl aber lässt sich, wie erwähnt, im Mediengeschäft nicht verwursten.

Wer eine lange Geschichte im Kampf mit der Justiz, quälende Verfahren zur Anerkennung von Schadensersatzforderungen oder Rentenansprüchen hinter sich hat, ist oft nicht in der besten Verfassung.

Eine typische Heimindergeschichte beginnt schon lange vor der Einweisung in ein Heim. Familiäre Schwierigkeiten, möglicherweise Gewalt und Missbrauch, verzögerte Entwicklung und „aufsässiges Verhalten“ sind oft die Anlässe zur Einweisung, die in den Unterlagen auftauchen.

Nach Jahren der Schweigens über Zwangsarbeit, Schläge und Missbrauch im Namen des Herrn, verwundert es nicht, dass viele Betroffene im weiteren Leben besondere Schwierigkeiten haben und in belastenden Situationen eventuell irrational reagieren, was dann die Glaubwürdigkeit beschädigt.

Psychische Folgeschäden lassen sich somit in der langen Kette der Verantwortlichkeiten nicht mehr eindeutig auf konkrete Ereignisse zurückführen, die pauschale Entschädigung für die Opfer am sogenannten „Runden Tisch“ war ein rein symbolischer Akt, denn die Täter gingen in der Regel straffrei aus.

Um Öffentlichkeit herzustellen, sind die Opfer für jeden Strohhalm, der sich ihnen bietet dankbar.

Wir kennen einige Geschichten über Unsummen, die manche Betroffene bezahlt haben, um Gutachten mit Gegengutachten zu widerlegen, gerichtliche Beschlüsse anzufechten und sich mit aussichtslosen Verfahren auch noch wirtschaftlich zu ruinieren.

Das Resultat ist ein Missbrauch mit dem Missbrauch durch zwielichtige Geschäftemacher, die mit der Hoffnung der Verzweifelten das schnelle Geld machen oder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen wollen.

Wenn sich eine Geschichte nicht zu Geld machen lässt, dann dreht so mancher der „investigativen Journalisten“ auch das Geschäftsmodell um und verlangt Geld für die Recherche von denen, über die er berichtet, im nettesten Fall bittet er ganz höflich um Spenden und Unterstützung für seine Arbeit.

Alles was über eine Aufwandsentschädigung hinaus geht und knapp gefüllte Vereinskassen belastet, hat mit ehrenamtlichem Engagement aber nichts mehr zu tun. Die Arbeit eines Vereins muss von den Mitgliedern getragen und finanziert werden, nicht umgekehrt sollten vermeintliche Unterstützer unterstützt werden.

Spitzel und der Verfassungsschutz – kein Grund zur Paranoia, aber diese Gesellen sind natürlich auf der Lauer. Nicht jedes Telefon, das einmal rauscht, wird persönlich von einem Schlapphut abgehört und ausgewertet, aber je brisanter eine Sache erscheint, desto höher ist die Chance, dass Freund und Helfer mit an Bord sind.

Die größte Gefahr besteht in der Internetkommunikation. Wer sich mit Kliniken, Jugendämtern, Behörden oder Konzernen anlegt, muss damit rechnen, dass seine Aktivitäten im Netz beobachtet werden.

Brisante Informationen haben dort nichts zu suchen, auch nicht in geschlossenen Facebookgruppen oder Foren, man weiß nie, wer dort wirklich mitliest. Nur was gelesen werden soll, gehört dort möglichst gut platziert, dass maximale Aufmerksamkeit gewiss ist.

Eine Facebook Werbeanzeige kann manchmal wahre Wunder bewirken, ist aber teuer, mit zehn Euro am Tag kommt man nicht weit.

Wer so naiv ist, und beleidigende oder sonstige justitiable Aussagen tätigt, muss sich nicht wundern, wenn die Gegenseite hier aufpasst und aktiv wird, auch wenn die Sache vielleicht gar nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun hat.

Wer durch Abzocker erneut zum Opfer geworden ist, schweigt gewöhnlich darüber, um den eigentlichen Gegnern kein Futter zu bieten. Diesen Leuten legt man aber am besten das Handwerk, wenn man sie beim Namen nennt und Geld zurückfordert.

Letztendlich machen auch Netzwerke wie Scientology nichts anderes als Politiker, die oft auch nur dann aktiv werden, wenn sie mit ihrem Einsatz für Justizopfer glänzen können oder manchmal nach ihrer aktiven Karriere noch ein Buch zu promoten haben.

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