Für ein Grundrecht auf Toleranz

Es wird mir zu bunt, lebe ich in einem Tollhaus?

Heute eröffnen die Nachrichtenredaktionen mit dem Satz:

„Zehntausende demonstrieren in Deutschland für und gegen Pegida.“

Wie bitte? Für Weltoffenheit und Toleranz gehen die einen auf die Straße und die andern nicht? Bürger gegen Bürger, wo verlaufen die Fronten? Sind die Straßen, die Bretter, die die Welt bedeuten und wird hier die Frage entschieden  über Sein und nicht Sein unserer demokratischen Zivilgesellschaft?


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Auch die FAZ stellt nur noch Fragen – Welcher Islam? Was will Pegida?
Als ob Pegida irgendetwas zu wollen hätte und der Islam so indifferent sei, dass es darauf wirklich keine Antworten gibt. Hat Europa, Deutschland keine anderen Probleme?

Ich sehne mich nach den Zeiten zurück, als wir noch eine Opposition hatten, wir gegen die Nachrüstung und gegen die Atomenergie demonstrierten. Heute demonstriert unsere Kanzlerin, es heißt, in einem “großen Schulterschluss, mit den Kirchen und Gewerkschaften”, in einer Mahnwache am Brandenburger Tor, für Toleranz und Weltoffenheit.

Sind wir jetzt alle Weltbürger? Ich bin überrascht!  Sicher, die Regierungskoalition verfügt über eine gewaltige Mehrheit im Bundestag, auch um das Grundgesetz zu ändern. Was wäre mit einem Grundrecht auf Weltoffenheit und Toleranz?

Wieso geht es nicht um die Sicherung und den Schutz bestehender Grundrechte, wie die der Unverletzlichkeit unserer Privatsphäre und die Presse- und Meinungsfreiheit, wieso geht es um den Islam, braucht der ernsthaft Hilfe?

Was soll da jetzt geschützt werden – der Dritte im Bunde, wie Lessing einst meinte? Ach Abraham, deine Kinder verwirren mich.

Gibt es wirklich keine dringenderen sozialen Fragen, für die wir auf die Straße gehen sollten, worum sich auch die Kanzlerin kümmern sollte?

Da wären die Kinder- und Altersarmut, die Situation unseres Gesundheitssystems, die Versorgung psychisch kranker Menschen, die Bildungssituation an unseren öffentlichen Schulen und Universitäten!

Weltoffenheit und Toleranz, das also sind die Themen, womit wir ins neue Jahr starten, nachdem in Paris drei durchgeknallte Psychopathen, vom religiösen Fanatismus aufgehetzt Juden blindlings ermorden und 12 Mitglieder einer linken Redaktion auslöschen und zeitgleich hunderte von Menschen in Nordniger auf bestialische Weise von der islamistischen Extremistenorganisation Boko Haram gelyncht werden.

Ja, die Mahnwache am Brandenburger Tor und der Schulterschluss mit den Kirchen tut Not, war überfällig und liebe Journalisten, darum geht es, dass ihr uns das druckfrisch ins Haus tragt, mit aktuellen Zähldaten, wie viele Bürger sich denn nun wo und wann an Elbe, Spree, Isa und Rhein gegenüber stehen.

Wir haben wirklich keine anderen Probleme, wir sind nicht weltoffen und tolerant genug, oder meint ihr doch die andern, denen ihr die Leviten lesen wollt?

Sagt endlich an, wem gelten all eure Appelle, den in D. lebenden Muslimen?


 

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Bildquelle: Photo by edwin.11

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